Zunächst einmal
muss ich wohl an dieser Stelle eine schriftliche Entschuldigung an alle Leute
verfassen, die während der letzten Wochen erwartungsfroh auf meinen Blog
geklickt haben, und immer nur die gleiche unaktualisierte Seite vorgefunden
haben. Der Hauptgrund ist, dass ich
Probleme mit meinem Computer hatte, der nicht mehr richtig angehen wollte.
Jetzt läuft er wieder einigermaßen stabil. Hoffen wir, dass es so bleibt.
Nebengründe für die Schreibpause sind sicherlich auch Faulheit, Bequemlichkeit,
es sich bequem gemacht etc. Und da wenig Außergewöhnliches passiert, bin ich auch nicht so häufig mit
meiner Kamera bewaffnet unterwegs, und da 87,3% von euch eh nur die Bilder
angucken, kann ich mir einen Blogartikel mit reinem Text nicht erlauben.
Außer
herausragenden Sonnenuntergängen ist auch nicht so viel passiert in letzter
Zeit. Unter der Woche arbeiten María Paz und ich fleißig, und es macht immer
noch Spaß. Ich bin an coolen Projekten beteiligt, und fühle, dass ich mich –
insbesondere im Programmiertechnischen – in den letzten Monaten stark
weiterentwickelt habe. Hoffentlich geht das auch so weiter. María Paz ist
gerade beim Übergang in ein anderes Team in der gleichen Firma, die mehr
Datenanalyse machen. Deshalb macht sie gerade viele Trainings, um die Programme
zu erlernen, die sie für die neue Stelle braucht. Mews, unserer Nachbarskatze
geht es auch super. Jetzt, in den kalten Monaten darf sie auch ab und zu rein zu
uns und sich aufwärmen.
Nun aber endlich
zum Saubermachen. In Valparaíso im Allgemeinen ist Müll ein ziemlich
allgegenwärtiges Problem. Egal, wohin man geht, der Müll ist schon da. Und so
ist es notwendig und super, dass es Organisationen gibt, die die Bevölkerung
auf das Problem aufmerksam machen. María Paz und ich
gingen an einem der letzten Wochenenden zu einer Strandsäuberungsaktion, die
von einer dieser Organisationen organisiert worden war. Ihre Arbeitskollegin
Shannon aus den USA war auch am Start und wo Shannon ist, ist auch die gute
Laune.
Wir wurden mit
anderen Leuten in eine Gruppe eingeteilt, bekamen ein großes Sieb und begannen,
den Sand zu sieben. Nach jedem Siebvorgang sortierten wir den Müll aus dem Sieb
aus, und fanden dabei unzählige Zigarettenstummel, Deckel von Flaschen,
Styropor, Geldstücke (sind jetzt Millionäre) und viele undefinierbare
Plastikstücke.
María Paz und
Shannon fanden einen eingegrabenen Sack und bekamen ihn erst nicht aus dem Sand
heraus. Mit tatkräftiger Unterstützung von anderen freiwilligen Helfern
schafften sie es schließlich, den Sack auszubuddeln. In der Zwischenzeit hatten
sich natürlich schon unzählige Legenden gesponnen, was wohl in dem Sack sei,
von Leichenteilen, über Drogen, bis hin zu einem verborgenen Goldschatz reichte
die Erwartungshaltung, die jedoch nicht erfüllt wurde: Es fanden sich lediglich
große Steine darin.
In der letzten
halben Stunde wurden dann die Schätze gesammelt und sortiert. Viele Dinge
werden von der Organisation recycelt und kamen in abgetrennte Behälter. Der
ganze Rest wurde zum Müllplatz gefahren und wir hatten einen anstrengenden,
aber lustigen Nachmittag hinter uns, den wir noch mit einem Eis (trotz Kälte)
vergoldeten.