Valparaíso

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Montag, 20. August 2018

Saubermachen am Strand


Zunächst einmal muss ich wohl an dieser Stelle eine schriftliche Entschuldigung an alle Leute verfassen, die während der letzten Wochen erwartungsfroh auf meinen Blog geklickt haben, und immer nur die gleiche unaktualisierte Seite vorgefunden haben.  Der Hauptgrund ist, dass ich Probleme mit meinem Computer hatte, der nicht mehr richtig angehen wollte. Jetzt läuft er wieder einigermaßen stabil. Hoffen wir, dass es so bleibt. Nebengründe für die Schreibpause sind sicherlich auch Faulheit, Bequemlichkeit, es sich bequem gemacht etc. Und da wenig Außergewöhnliches  passiert, bin ich auch nicht so häufig mit meiner Kamera bewaffnet unterwegs, und da 87,3% von euch eh nur die Bilder angucken, kann ich mir einen Blogartikel mit reinem Text nicht erlauben.


Außer herausragenden Sonnenuntergängen ist auch nicht so viel passiert in letzter Zeit. Unter der Woche arbeiten María Paz und ich fleißig, und es macht immer noch Spaß. Ich bin an coolen Projekten beteiligt, und fühle, dass ich mich – insbesondere im Programmiertechnischen – in den letzten Monaten stark weiterentwickelt habe. Hoffentlich geht das auch so weiter. María Paz ist gerade beim Übergang in ein anderes Team in der gleichen Firma, die mehr Datenanalyse machen. Deshalb macht sie gerade viele Trainings, um die Programme zu erlernen, die sie für die neue Stelle braucht. Mews, unserer Nachbarskatze geht es auch super. Jetzt, in den kalten Monaten darf sie auch ab und zu rein zu uns und sich aufwärmen.


Nun aber endlich zum Saubermachen. In Valparaíso im Allgemeinen ist Müll ein ziemlich allgegenwärtiges Problem. Egal, wohin man geht, der Müll ist schon da. Und so ist es notwendig und super, dass es Organisationen gibt, die die Bevölkerung auf das Problem aufmerksam machen. María Paz und ich gingen an einem der letzten Wochenenden zu einer Strandsäuberungsaktion, die von einer dieser Organisationen organisiert worden war. Ihre Arbeitskollegin Shannon aus den USA war auch am Start und wo Shannon ist, ist auch die gute Laune.


Wir wurden mit anderen Leuten in eine Gruppe eingeteilt, bekamen ein großes Sieb und begannen, den Sand zu sieben. Nach jedem Siebvorgang sortierten wir den Müll aus dem Sieb aus, und fanden dabei unzählige Zigarettenstummel, Deckel von Flaschen, Styropor, Geldstücke (sind jetzt Millionäre) und viele undefinierbare Plastikstücke.


María Paz und Shannon fanden einen eingegrabenen Sack und bekamen ihn erst nicht aus dem Sand heraus. Mit tatkräftiger Unterstützung von anderen freiwilligen Helfern schafften sie es schließlich, den Sack auszubuddeln. In der Zwischenzeit hatten sich natürlich schon unzählige Legenden gesponnen, was wohl in dem Sack sei, von Leichenteilen, über Drogen, bis hin zu einem verborgenen Goldschatz reichte die Erwartungshaltung, die jedoch nicht erfüllt wurde: Es fanden sich lediglich große Steine darin.


In der letzten halben Stunde wurden dann die Schätze gesammelt und sortiert. Viele Dinge werden von der Organisation recycelt und kamen in abgetrennte Behälter. Der ganze Rest wurde zum Müllplatz gefahren und wir hatten einen anstrengenden, aber lustigen Nachmittag hinter uns, den wir noch mit einem Eis (trotz Kälte) vergoldeten.