Valparaíso

Valparaíso

Montag, 16. Juli 2018

San Antonio


María Paz und ich fuhren am Samstag knapp anderthalb Autostunden Richtung Süden nach San Antonio, wo Jael, eine Schulfreundin von María Paz, und ihr Mann Andrés wohnen. Wir kamen am späten Nachmittag an und Jael nahm uns mit nach Santo Domingo, das Dorf nebenan, von wo wir den Sonnenuntergang genießen konnten.


Santo Domingo ist wie ein kleines Luxusdorf, viele reiche Leute haben hier Wochenendhäuser natürlich mit Blick aufs Meer. Wir gingen runter an den Strand und schauten den letzten Sonnenstrahlen des Tages nach. Auch gab es hier ein paar Felsen, an denen man hervorragend kraxeln konnte.


Dann unternahmen wir einen ausgedehnten Abendspaziergang am Strand entlang, María Paz und Jael hatten sich viel zu erzählen und ich genoss die Farben der untergehenden Sonne, die die Wolkenschichten in verschiedenen Höhen anfärbte.


Es wurde kälter und die Mägen begannen zu knurren, so fuhren wir nach Hause zu Jael und machten eine Pizza mit extra viel Käse. Als kleinen Appetizer, während der Teig noch gehen musste, gab es schon mal einen Ofenkäse mit Walnüssen, Lorbeer und Honig.


Satt und zufrieden packten wir die Spiele aus, die wir mitgebracht hatten und spielten zu dritt – zuerst Story Cubes, dann Hanabi und schließlich Dao – bis Andrés spät abends von der Arbeit kam. Dann unterhielten wir uns noch, bis die Augen zu schwer wurden und wir schlafen gingen.


Am nächsten Tag brachen wir gleich nach dem Frühstück auf, um einen Platz für das WM-Finale zu finden. Das war leichter gesagt als getan, da die meisten Lokale zu dieser Urzeit noch nicht geöffnet hatten. Aber wir wurden letztlich fündig und verfolgten das spannende 4:2 von Frankreich gegen Kroatien. Wie vermutlich viele Menschen in der Welt wünschten wir den Kroaten den Sieg, aber letztlich reichte es nicht ganz. In Europa ist nach dem WM-Finale der Tag schon fast vorbei, bei uns war gerade erst Mittag. Wir liefen zu einem Aussichtspunkt von dem man die ganze Stadt sehen konnte, und dazu das Meer und den Fluss Maipo, der hier in San Antonio in den Ozean fließt.

Könnte auch der Main sein. Aber wo ist Margetshöchheim?
Anschließend besuchten wir noch ein cooles Museum, in dem in verschiedenen Räumen, die Entstehungsgeschichte der Erde, die Geschichte Chiles vor der Kolonisation und viele einheimische Tiere ausgestellt waren. Außerdem gab es eine coole Ausstellung von Fotos von Vögeln. Leider reichte die Zeit nicht um alles anzugucken, da das Museum schon früh zumachte.

Skelette von Baby-Blauwalen
Dann hieß es für uns aber auch schon langsam Abschied nehmen und wir fuhren in der Abendsonne zurück nach Valparaíso.

Montag, 2. Juli 2018

Das Museum unter freiem Himmel


Das ganze Wochenende über regnete es und war bewölkt. Ideal um Fußball zu gucken! Da hier die Spiele durch die Zeitverschiebung um 10 Uhr und um 14 Uhr stattfinden, war damit auch so ziemlich der ganze Tag gefüllt. Die Bilanz war ein sehr faules Wochenende, aber immerhin mit einigen fußballerischen Leckerbissen, wenn ich da an Frankreichs 4:3 gegen Argentinien denke.
Am Montag gönnte ich mir noch morgens das Spiel von Brasilien, aber dann kämpfte sich die Sonne durch die Wolkendecke und es wurde ein richtig schöner Tag. María Paz und ich spazierten zuerst runter zum Strand, wo wir die großen Wellen beobachteten. Es hatte nicht nur geregnet, sondern war auch stürmisch und so war das Meer deutlich aufgewühlter als sonst. Bei einem ähnlichen – aber stärkeren  - Event vor ein paar Jahren, wurde schon mal die gesamte Strandpromenade mitsamt Strand abgeräumt. Seitdem hängen einige Treppen sprichwörtlich in der Luft.


Heute wurde nur etwas Strand abgetragen, und einige unvorsichtige Spaziergänger wurden beim Vorbeigehen etwas nass. Wir warteten aber den richtigen Moment ab und sprinteten dann an den riskanten Stellen vorbei.


Wir liefen dann noch ein ganzes Stückchen weiter, bis zum „Museo a Cielo Abierto“, dem Museum unter freiem Himmel. Das ist kein Museum im eigentlichen Sinne, sondern ein ganzes Stadtviertel, in der Nähe von Pablo Nerudas berühmtem Haus „La Sebastiana“.


Das Besondere ist, dass es an fast jedem Haus und hinter jeder Ecke in diesem Viertel etwas zu entdecken gibt. Natürlich ganz viele Graffitis unterschiedlicher Größen, Stile und Interpretationsmöglichkeiten, aber auch Mosaike und bunte Häuser, sowie die typischen Aufzüge Valparaísos.


Ein funfact am Rande: Als María Paz sich nach einer Bleibe für uns beiden umgeguckt hatte, hatte sie ein sehr cooles Loft im Museum unter freiem Himmel entdeckt. Letztlich schied es aber aus, da der einzige Weg Richtung Metrostation eine – bei Nacht – etwas zwielichte Treppe war. Jetzt, bei Tageslicht, war alles ganz friedlich und wir machten ganz viele Fotos.


Nachdem wir den ganzen Nachmittag über Hügelauf- und -abwärts gelaufen waren, war es Zeit nach Hause zu fahren und sich auszuruhen. Auf dem Weg nahmen wir noch den Sonnenuntergang und ein Abendessen bei María Paz Eltern mit.


Wir drückten uns gekonnt um den Abwasch und buken zuhause einen Kuchen. Mews kam zu Besuch und nutzte unsere Gutmütigkeit aus, um unsere Wohnung zu erkunden. Ups, und falls sich jemand fragt, warum wir nicht arbeiten mussten, so sei gesagt, dass ich ganz vergessen habe zu erwähnen, dass in Chile ein Feiertag war, der uns diesen entspannten Montagsausflug ermöglichte.