Für Freunde
visueller Elemente in diesem Blog wird die folgende Nachricht ein dumpfer
Schlag in die Magengrube sein: Leider hat meine Kamera ihren Geist aufgegeben
und so wird zum einen dieser Blogartikel sehr textlastig sein und zum anderen
musstet ihr lange auf diesen Eintrag warten (Kilos in nervöser Wartestellung
abgeknabberter Fingernägel haben sich sicherlich schon angehäuft), da ich
normalerweise auf ein paar gute Fotos warte und dann bunte Worte drumherum drapiere.
Zum Glück gibt es noch ein paar Archivfotos, die ich zur Beruhigung der strapazierten Nerven zwischendurch einfügen kann und mit den Handys schießen wir auch ab und zu ein paar Fotos oder Videos. Zum Beispiel haben wir seit kurzen ein neues Gemälde im Innenhof unseres Gartens, das ein lokaler Künstler innerhalb von zwei Tagen an die Wand geklatscht hat.
Im Dezember haben
sich María Paz und ich für einen Monat in einem Schwimmbad eingeschrieben.
Einen Monat erstmal nur, da ich sehen wollte, ob es überhaupt Spaß macht und
zum anderen gibt es im Januar sicherlich den Peak der guten Vorsätze und es
wird deutlich voller. Nachdem die erste Session aufgrund fehlender Muskeln und
schneller Ermüdung trotz langer Pausen schnell beendet war, steigerten wir uns
von Woche zu Woche und können mittlerweile schon auf den schnelleren Pisten
mithalten.
Ebenfalls für den
ganzen Monat machte ich einen Online-Kurs auf der Plattform Coursera. Die Firma
bezahlte und ich konnte mir stundenlanges Videomaterial und Programmierübungen
zum Thema Deep Learning reinziehen. Da man bei Registrierung für einen Kurs
auch gleichzeitig für alle anderen Kurse der gleichen Spezialisierung Zugriff
bekommt, machte ich mir einen Zeitplan und absolvierte gleich mehrere Kurse auf
einmal. Der Kurs wird von Andrew Ng angeboten, einer der führenden Köpfe
weltweit wenn es um Deep Learning geht. Er hat eine außergewöhnliche Gabe, wenn
es dazu kommt, komplizierte Sachverhalte einfach aber kompakt zu erklären.
Passend zum Thema
nahm ich an einem Global Artificial Intelligence Bootcamp in Valparaíso teil.
Das fand an einem Samstag statt und der Ort war ein sehr innovativ
eingerichtetes Büro. Mit modernen Holztischen, vielen Steckdosen, Sofas, sehr
gelben Glühbirnen und Grasquadraten an der Decke. Insgesamt gab es vier
Vorträge zu den Themen: Bilder, Audios, Texte und „Warum wir keine Künstliche
Intelligenz (in der Firma) benutzen“. Zwischendurch gab es Essen und Trinken
und Gewinnspiele (alles gratis, gesponsert von einem der führenden
Cloudservice-Anbieter). Ich bin auf dem unteren Foto der gelbe Mensch am linken Bildrand.
An den Wochenenden
fabrizierten María Paz und ich wieder fleißig Plätzchen für Weihnachten. Es
sind nicht ganz so viele geworden wie die letzten Jahre aber genug um alle
hungrigen Schleckermäuler zufriedenzustellen. Allgemein ist die
Weihnachtsbäckerei in Chile nicht so beliebt wie in Deutschland (die Produkte
dafür um so mehr), da es einfach sehr warm ist und draußen lange hell. Deshalb
kommt man nicht so einfach auf die Gedanken, den Ofen anzumachen.
Weihnachten
verbrachten wir wieder mit der Familie und den Großeltern von María Paz. Es gab
ein leckeres (veganes) Weihnachtsessen und dann den traditionellen
Geschenkeaustausch. Ich bekam unter anderem zwei Raupen geschenkt, die man so
ähnlich wie Marionetten zu verschiedensten Bewegungen animieren kann.
Leider kommt
Valparaíso nicht zur Ruhe und nachdem die Proteste im letzten Monat stark
zurückgegangen sind, wurden Teile der Stadt von einem Brand verwüstet.
Insgesamt über 200 Häuser fielen den Flammen zu Opfer, und das ausgerechnet an
Weihnachten. Zum Glück ist die Stadt sehr solidarisch und krisenerprobt: Es ist
eine große Welle an Spenden sowie freiwilligen Helfern zusammengekommen, um so
schnell wie möglich beim Wiederaufbau oder Neuanfang der betroffenen Familien
zu helfen.










