Kaum zu glauben, aber die knapp acht Monate in Chile sind fast vorbei. Heute beginnt meine letzte Woche hier. Weiterhin jagt aber ein Highlight das nächste, heute will ich über unseren Ausflug zum Cerro La Campana berichten. Mit María Paz, Isabel, Barbara, Randi, Alberto, Laurens und Sebastián, alles auch Studenten oder Austauschstudenten an der Santa María trafen wir uns um 7 Uhr und fuhren mit einem Bus nach Limache, von dort weiter nach Olmué, wo wir um halb 10 den Parque Nacional La Campana betraten. Wir machten uns an den Aufstieg, und es war wider Erwartens völlig bewölkt, was das Laufen aber angenehm machte. Barbara und Isabel liefen später ihren eigenen Rhythmus und blieben weiter zurück, wir anderen erreichten bald „La Mina“, was ungefähr die Hälfte des Aufstiegs war. Da war ein Fuchs.
La Mina, heißt frei übersetzt „die Mine“ und es gibt auch einen Tunnel, in den man reingehen kann. Da gibt’s zwar nichts Interessantes zu sehen, aber es ist viel kälter als draußen, und Wasser tropft von der Decke. Wir hatten Lampen dabei und liefen bis zum Ende des Tunnels.
Da María Paz und ich den Weg schon einmal bei einer Besteigung des Berges im November gegangen waren, hatten wir nicht mehr so viel Angst wie damals, als wir jederzeit mit Angriffen von Fledermäusen, Bären, Vampiren, Riesenspinnen und ähnlichem rechneten. Wir stärkten uns kurz und setzten dann den Aufstieg fort.
Die letzten zwei Stunden zum Gipfel sind ein bisschen anstrengender, da der Weg steiniger und steiler wird. Wir erreichten außerdem irgendwann die Sonne und hatten einen überragenden Ausblick auf das Wolkenmeer, das im Tal waberte. Zusätzlich machte sich ein kleiner Hunger bemerkbar, was uns zusätzlich motivierte, den Gipfel zu stürmen. Wir kamen um kurz nach 1 auch an und aßen uns satt mit den leckeren Papandwiches™.
Wir schossen Fotos und dösten in der Sonne, ruhten uns aus. Nach knapp einer Stunde wollten wir uns auf den Runterweg machen, da kam plötzlich Isabel an. Obwohl sie noch ein bisschen Grippe-geschwächt war, hatte sie den kompletten Weg bis nach oben alleine gemacht.
Wir verlängerten also unsere Pause und liefen erst später runter, dazu ein bisschen langsamen, da es Isabel nicht so gut ging. Bei „La Mina“ wartete auch Barbara auf uns und dann liefen wir alle zusammen weiter. Auf dem Weg traf ich noch eine Kuh, die machte Muh.
Noch ein Wort zur Rückfahrt in der Metro. Da kommt es nämlich häufig vor, dass Musiker halblegalerweise einsteigen und dann Musik machen und Geld dafür wollen. Also stieg zunächst ein verrückt aussehender alter Herr mit einer Blockflöte ein, der sich hinten an der Hose fünf Stofffetzen angebunden hatte. Nach einer Weile, die er durch die Wagons lief, die Stoffetzen hinter sich herziehend, stellte sich heraus, dass er der Rattenfänger von Hameln war. Als er fertig war und alle gemütlich eingedöst waren, wurden wir plötzlich von einer durchdringenden Stimme geweckt: „Hallo wir sind aus Mendoza, und wollen nicht lange stören...“. Was folgte waren drei ellenlange Lieder, begleitet von einem Akkordeon, einer Gitarre und zwei lauten Singstimmen. Alle waren stinkesauer. Aber was will man machen? Zudem sollte man immer froh sein mit dem was man hat, denn schon in der nächsten Station kann jemand viel Schlimmeres einsteigen. So kam es auch: ein dicker Mann mit einem Schlagzeug. Haha, nein, ganz so schlimm wurde es zum Glück nicht...Letztlich kamen wir gut und glücklich an.
Valparaíso
Sonntag, 22. März 2015
Montag, 16. März 2015
Ausflug zur Isla Negra
Bevor der richtige Post losgeht, gibt
es zunächst noch über einen Nachmittag mit Schreck zu berichten. Am
13. März, genau elf Monate nach dem Großbrand in Valparaíso, der
Teile der Stadt zerstört und einige Menschenleben gefordert hatte,
kam ich um halb sechs von der Uni heim. Und der Himmel sah irgendwie
ganz dunkel aus. Verwunderlich, denn in Valparaíso gibt es keine
Gewitter. Es stellte sich heraus, dass schon wieder ein Feuer
ausgebrochen war, oberhalb der Stadt. Der Himmel wurde immer
schwärzer und von der Dachterasse des Nachbargebäudes konnte man
sogar die Flammen sehen.
Insgesamt mussten 4500 Menschen
evakuiert werden, aber zum Glück erreichte das Feuer keine bewohnten
Siedlungen. So blieb es beim Schreck und der Zerstörung von großen
Flächen Wald, was natürlich auch ziemlich bitter ist.
Nun aber endlich zum Ausflug. Isla
Negra ist keine Insel, aber ein kleiner Ort knapp 1,5 Stunden im Bus
von Valparaíso entfernt. Bekanntheit erlangte der Ort, weil der
berühmte chilenische Dichter Pablo Neruda hier eines seiner Häuser
hatte und hier auch begraben liegt. Wir fuhren um 8 Uhr von
Valparaíso ab und erreichten bei schönem Sonnenschein das
verschlafene Dörfchen. Zuerst gingen wir kurz runter an den Strand
und machten Fotos. Kein Wunder, dass Neruda so schöne Gedichte
schrieb, denn die Aussicht, das Meer und die schroffen Felsen
inspirieren gewaltig, sodass ich auch gleich ein kleines Sonett
verfasste (haha, kleiner Scherz).
Insgesamt waren wir fast 20 Personen
und gingen dann ins bekannte Haus von Pablo Neruda, das jetzt ein
Museum ist. Dort sind all die verrückten und beeindruckenden Dinge
ausgestellt, die der Dichter in seinem Haus hatte, eine Sammlung von
Schmetterlingen und Kolibris, einen riesigen uralten Globus, ein
Pferd aus Pappmaché das so groß ist wie ein echtes, und vieles
mehr. Fast jedes Zimmer hatte Aussicht aufs Meer.
Als wir damit fertig waren, knurrten
die Mägen schon gewaltig, sodass wir wieder an den Strand gingen und
da ausgiebig speisten, wir hatten Salat und Sandwiches dabei und dazu
noch eine mit Manjar gefüllte Merengue-Bombe, dann waren wir erstmal
satt und dösten. Später, nach einer Partie Wizard kletterten wir
ein bisschen auf den Felsen herum und tauchten die Füße ins
eiskalte Wasser.
Nach dem ganzen Tag in der Sonne waren
alle müde und wir warteten erschöpft im Schatten auf den Bus. Dabei
provozierte ich Nancy und Isabel, die neuen Tutorenkinder von María
Paz, woraufhin sie mich fast verprügelten. Dann kam der Bus und ich
konnte fliehen. Ein schöner sonniger Sonntag alles in allem. Und es
bleiben mir nur noch zwei Wochen...
Donnerstag, 12. März 2015
Kladdkaka-Sonntag
„Hey, wollt ihr vorbeikommen, zum Kladdkaka-Essen?“, fragten Sara und Sofia, zwei Schwedinnen, die auch hier Auslandssemester machen. Natürlich war die Antwort „ja“. Auch wenn es am Morgen, wie so oft in letzter Zeit total neblig war, so wusste ich schon, dass sich der Nebel innerhalb der nächsten paar Stunden komplett verziehen würde.
Und so kam es auch. Diese beiden Fotos wurden von der selben Stelle aufgenommen, der Zeitunterschied beträgt drei Stunden.
Es war also ein sonniger Sonntagnachmittag, als Charline, María Paz und ich zum Kladdkaka-Essen gingen. Als wir ankamen, musste das Kladdkaka aber erstmal gemacht werden, dabei halfen wir natürlich gerne und uns lief schon das Wasser im Munde zusammen.
Dann vertrieben wir uns die Zeit mit Papierfliegerwettbewerben und richteten es uns auf der Terrasse schön ein. Und als das Kladdkaka aus dem Ofen kam, setzten wir uns in die heiße Nachmittagssonne und genossen die schwedische Spezialität (eine Art Brownie mit Kokoszeug obendrauf, extrem lecker).

Dann vertrieben wir uns noch die Zeit auf dem Balkon und irgendjemand hatte Hunger, sodass wir spontan auf die Idee kamen, Empanadas zu machen. Die füllten wir mit Käse, Tomaten und Oliven und auch die wurden richtig lecker. Also ein richtig leckerer Sonntag.
Ansonsten ist auch wieder der normale Wahnsinn eingekehrt in Valparaíso. Viele bekannte Gesichter sind zurück und das Semester ist wieder losgegangen. Natürlich gab es auch neue Austauschstudenten und Charline und ich gingen zum Begrüßungstag und staubten Empanadas ab. Mein Praktikum geht in die letzte Phase, bis nächste Woche will ich es so weit wie möglich fertig haben. Und jetzt bleiben mir noch knapp zweieinhalb Wochen, bevor ich zurück nach Deutschland komme. Bis dahin genieße ich die Sonne, die Arbeit und das Leben in Chile.
Und so kam es auch. Diese beiden Fotos wurden von der selben Stelle aufgenommen, der Zeitunterschied beträgt drei Stunden.
Es war also ein sonniger Sonntagnachmittag, als Charline, María Paz und ich zum Kladdkaka-Essen gingen. Als wir ankamen, musste das Kladdkaka aber erstmal gemacht werden, dabei halfen wir natürlich gerne und uns lief schon das Wasser im Munde zusammen.
Dann vertrieben wir uns die Zeit mit Papierfliegerwettbewerben und richteten es uns auf der Terrasse schön ein. Und als das Kladdkaka aus dem Ofen kam, setzten wir uns in die heiße Nachmittagssonne und genossen die schwedische Spezialität (eine Art Brownie mit Kokoszeug obendrauf, extrem lecker).
Dann vertrieben wir uns noch die Zeit auf dem Balkon und irgendjemand hatte Hunger, sodass wir spontan auf die Idee kamen, Empanadas zu machen. Die füllten wir mit Käse, Tomaten und Oliven und auch die wurden richtig lecker. Also ein richtig leckerer Sonntag.
Ansonsten ist auch wieder der normale Wahnsinn eingekehrt in Valparaíso. Viele bekannte Gesichter sind zurück und das Semester ist wieder losgegangen. Natürlich gab es auch neue Austauschstudenten und Charline und ich gingen zum Begrüßungstag und staubten Empanadas ab. Mein Praktikum geht in die letzte Phase, bis nächste Woche will ich es so weit wie möglich fertig haben. Und jetzt bleiben mir noch knapp zweieinhalb Wochen, bevor ich zurück nach Deutschland komme. Bis dahin genieße ich die Sonne, die Arbeit und das Leben in Chile.
Mittwoch, 4. März 2015
Urlaub in Pucón
Meinen letzten Urlaub in Chile verbrachte ich mit María Paz im Süden des Landes, in Pucón. Ursprünglich hatten wir diese Stadt ausgewählt, weil wir den Vulkan Villarrica erklimmen wollten, allerdings war dies aufgrund vulkanischer Aktivität nicht möglich, in den Tagen zuvor stieß er immer wieder Rauch aus, sodass kein Aufstieg erlaubt war.
Am ersten Tag fuhren wir ganz früh mit einem Bus in den nahe gelegenen Nationalpark Huerquehue und machten uns an den Aufstieg des Cerro San Sebastián. Auf dem Weg kamen wir an vielen – für die Region typischen – Araukarien vorbei.
Nach knapp vier Stunden Aufstieg erreichten wir den Gipfel, machten ein kleines Picknick und genossen die herrliche Aussicht. In der Ferne konnte man überdies den Vulkan Villarrica sehen, der jedoch ganz ruhig war. Wir ärgerten uns, dass der Aufstieg verboten war, obwohl doch augenscheinlich nichts los war.
Dann begannen wir den Abstieg, machten hin und wieder kleine Päuschen und erreichten nach drei weiteren Stunden den Ausgang des Nationalparks. Insgesamt waren wir 20 Kilometer gewandert und spürten das auch ein bisschen in unseren Beinen. Wir mussten glücklicherweise nicht lange auf den Bus warten, der uns wieder zurück nach Pucón brachte.
Auch Tag zwei war von sportlicher Natur. Am Vormittag liehen wir uns Fahrräder und fuhren (auch wieder in Richtung des Nationalparks) zu den Ojos de Caburgua. Auf dem Weg kamen wir an Flüssen (wo wir eine Art Bisamratte sahen) und an vielen Kühen und Pferden vorbei.
Die Ojos de Caburgua sind schöne Wasserfälle, inmitten eines schönen Waldes. Man kann Fotos an den Aussichtspunkten schießen, picknicken und auch entlang des Flusses wandern.
Zudem gibt es die Laguna Azul. Azul ist das spanische Wort für Blau und das trifft für diese Laguna auch mehr als zu. Sie ist tiefblau! Zudem haben Leute Münzen reingeworfen, die im Licht der einfallenden Sonne wie Sterne im Himmel blinken.
Nach zwei Stunden Aufenthalt radelten wir gemütlich zurück nach Pucón. Da gaben wir die Fahrräder ab, aßen eine Kleinigkeit und gingen dann noch zum Lago Villarrica, der am Rand der Stadt liegt und genossen das letzte Licht des Tages.
Am dritten Tag gönnten wir uns einen entspannten Tag und fuhren am Morgen mit einem Bus zur Therme Los Pozones. Die ist toll gelegen, in einem Tal durch den ein Fluss fließt und die Becken liegen im Freien mit Steinen außenrum und am Boden des Beckens. Leider waren aufgrund von anhaltender Trockenheit viele Becken leer. Letztlich war nur eines der Becken richtig angenehm warm und da waren wir auch die ganze Zeit. Glücklicherweise waren ansonsten nicht so viele Leute da, sodass es doch insgesamt ein gelungener Ausflug war.
Wir bestellten noch einen Transport zum Flughafen für den nächsten Morgen (um 6.50) und gingen später schlafen. Um drei Uhr wurde ich wach, weil im Hostel Leute rumliefen und verhältnismäßig laut redeten. María Paz sagt mir, ich solle mal aus dem Fenster schauen, was los sei. Ich wankte schlaftrunken zum Fenster und guckte raus auf die Straße: „Nichts los.“, war mein Befund und ich legte mich wieder schlafen. Sie traute dem Braten aber nicht so recht, da sie schon länger wach war und anscheinend mehrere Minuten lang Sirenen durch die Stadt tönten. Also stand sie auch auf und schaute raus. Unser Zimmer hatte Sicht auf den Vulkan Villarrica und der brach gerade aus!
Ein imposantes Video kann man sich hier anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=etkTJoBRURs
Wir wurden dann auch evakuiert, mussten ein paar Straßen laufen, zum Ufer des Lago Villarricas. Da hatten sich schon viele Menschen versammelt und alle schossen Fotos. Ich natürlich auch.
Der Vulkan hatte sich aber schon wieder beruhigt und nach einer Stunde konnten wir zurück ins Hostel. Kurz darauf mussten wir schon wieder aufstehen um zum Flughafen zu gelangen. Aber der Transferbus kam einfach nicht. Wir warteten einen Moment, dann liefen wir mit dem Gepäck zum Busterminal, um von dort evtl. nach Temuco fahren zu können, in die Nähe des Flughafens. Aber auch das Busterminal hatte geschlossen. Taxis und Collectivos standen auch keine zur Verfügung, allgemein war auf den Straßen außer Feuerwehr und Polizei niemand unterwegs.
Aber wir hatten Glück im Unglück, denn gerade als wir unseren Flug schon aufgeben wollten, fuhr ein Taxi heran und wir kriegten vom Hostel einen Anruf, dass ein Transfer in der fast 30 km entfernten Stadt Villarrica warten würde (aber Abfahrt sei in 10 Minuten). Der Taxifahrer gab Gas und wir wollten raus aus Pucón fahren, doch die Straße war von den Polizei gesperrt. Mit einem Augenzwinkern sagt der Polizist jedoch unserem Taxifahrer: Du kennst doch den Weg XY. Der Fahrer drehte um, fuhr 100 Meter weiter einen Feldweg entlang, der kurz darauf in der gleichen Straße mündete und wir gaben Gas. Durch die Sperrung war natürlich kaum jemand unterwegs und wir erreichten (mit ein bisschen Verspätung) noch den Transfer, der uns zum Flughafen brachte. Aus dem Bus schoss ich noch das letzte Foto des Urlaubs von der aufgehenden Sonne über dem Lago Villarrica.
Am ersten Tag fuhren wir ganz früh mit einem Bus in den nahe gelegenen Nationalpark Huerquehue und machten uns an den Aufstieg des Cerro San Sebastián. Auf dem Weg kamen wir an vielen – für die Region typischen – Araukarien vorbei.
Nach knapp vier Stunden Aufstieg erreichten wir den Gipfel, machten ein kleines Picknick und genossen die herrliche Aussicht. In der Ferne konnte man überdies den Vulkan Villarrica sehen, der jedoch ganz ruhig war. Wir ärgerten uns, dass der Aufstieg verboten war, obwohl doch augenscheinlich nichts los war.
Dann begannen wir den Abstieg, machten hin und wieder kleine Päuschen und erreichten nach drei weiteren Stunden den Ausgang des Nationalparks. Insgesamt waren wir 20 Kilometer gewandert und spürten das auch ein bisschen in unseren Beinen. Wir mussten glücklicherweise nicht lange auf den Bus warten, der uns wieder zurück nach Pucón brachte.
Auch Tag zwei war von sportlicher Natur. Am Vormittag liehen wir uns Fahrräder und fuhren (auch wieder in Richtung des Nationalparks) zu den Ojos de Caburgua. Auf dem Weg kamen wir an Flüssen (wo wir eine Art Bisamratte sahen) und an vielen Kühen und Pferden vorbei.
Die Ojos de Caburgua sind schöne Wasserfälle, inmitten eines schönen Waldes. Man kann Fotos an den Aussichtspunkten schießen, picknicken und auch entlang des Flusses wandern.
Zudem gibt es die Laguna Azul. Azul ist das spanische Wort für Blau und das trifft für diese Laguna auch mehr als zu. Sie ist tiefblau! Zudem haben Leute Münzen reingeworfen, die im Licht der einfallenden Sonne wie Sterne im Himmel blinken.
Nach zwei Stunden Aufenthalt radelten wir gemütlich zurück nach Pucón. Da gaben wir die Fahrräder ab, aßen eine Kleinigkeit und gingen dann noch zum Lago Villarrica, der am Rand der Stadt liegt und genossen das letzte Licht des Tages.
Am dritten Tag gönnten wir uns einen entspannten Tag und fuhren am Morgen mit einem Bus zur Therme Los Pozones. Die ist toll gelegen, in einem Tal durch den ein Fluss fließt und die Becken liegen im Freien mit Steinen außenrum und am Boden des Beckens. Leider waren aufgrund von anhaltender Trockenheit viele Becken leer. Letztlich war nur eines der Becken richtig angenehm warm und da waren wir auch die ganze Zeit. Glücklicherweise waren ansonsten nicht so viele Leute da, sodass es doch insgesamt ein gelungener Ausflug war.
Wir bestellten noch einen Transport zum Flughafen für den nächsten Morgen (um 6.50) und gingen später schlafen. Um drei Uhr wurde ich wach, weil im Hostel Leute rumliefen und verhältnismäßig laut redeten. María Paz sagt mir, ich solle mal aus dem Fenster schauen, was los sei. Ich wankte schlaftrunken zum Fenster und guckte raus auf die Straße: „Nichts los.“, war mein Befund und ich legte mich wieder schlafen. Sie traute dem Braten aber nicht so recht, da sie schon länger wach war und anscheinend mehrere Minuten lang Sirenen durch die Stadt tönten. Also stand sie auch auf und schaute raus. Unser Zimmer hatte Sicht auf den Vulkan Villarrica und der brach gerade aus!
Ein imposantes Video kann man sich hier anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=etkTJoBRURs
Wir wurden dann auch evakuiert, mussten ein paar Straßen laufen, zum Ufer des Lago Villarricas. Da hatten sich schon viele Menschen versammelt und alle schossen Fotos. Ich natürlich auch.
Der Vulkan hatte sich aber schon wieder beruhigt und nach einer Stunde konnten wir zurück ins Hostel. Kurz darauf mussten wir schon wieder aufstehen um zum Flughafen zu gelangen. Aber der Transferbus kam einfach nicht. Wir warteten einen Moment, dann liefen wir mit dem Gepäck zum Busterminal, um von dort evtl. nach Temuco fahren zu können, in die Nähe des Flughafens. Aber auch das Busterminal hatte geschlossen. Taxis und Collectivos standen auch keine zur Verfügung, allgemein war auf den Straßen außer Feuerwehr und Polizei niemand unterwegs.
Aber wir hatten Glück im Unglück, denn gerade als wir unseren Flug schon aufgeben wollten, fuhr ein Taxi heran und wir kriegten vom Hostel einen Anruf, dass ein Transfer in der fast 30 km entfernten Stadt Villarrica warten würde (aber Abfahrt sei in 10 Minuten). Der Taxifahrer gab Gas und wir wollten raus aus Pucón fahren, doch die Straße war von den Polizei gesperrt. Mit einem Augenzwinkern sagt der Polizist jedoch unserem Taxifahrer: Du kennst doch den Weg XY. Der Fahrer drehte um, fuhr 100 Meter weiter einen Feldweg entlang, der kurz darauf in der gleichen Straße mündete und wir gaben Gas. Durch die Sperrung war natürlich kaum jemand unterwegs und wir erreichten (mit ein bisschen Verspätung) noch den Transfer, der uns zum Flughafen brachte. Aus dem Bus schoss ich noch das letzte Foto des Urlaubs von der aufgehenden Sonne über dem Lago Villarrica.
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