Valparaíso

Valparaíso

Mittwoch, 4. März 2015

Urlaub in Pucón

Meinen letzten Urlaub in Chile verbrachte ich mit María Paz im Süden des Landes, in Pucón. Ursprünglich hatten wir diese Stadt ausgewählt, weil wir den Vulkan Villarrica erklimmen wollten, allerdings war dies aufgrund vulkanischer Aktivität nicht möglich, in den Tagen zuvor stieß er immer wieder Rauch aus, sodass kein Aufstieg erlaubt war.
Am ersten Tag fuhren wir ganz früh mit einem Bus in den nahe gelegenen Nationalpark Huerquehue und machten uns an den Aufstieg des Cerro San Sebastián. Auf dem Weg kamen wir an vielen – für die Region typischen – Araukarien vorbei.

Nach knapp vier Stunden Aufstieg erreichten wir den Gipfel, machten ein kleines Picknick und genossen die herrliche Aussicht. In der Ferne konnte man überdies den Vulkan Villarrica sehen, der jedoch ganz ruhig war. Wir ärgerten uns, dass der Aufstieg verboten war, obwohl doch augenscheinlich nichts los war.
Dann begannen wir den Abstieg, machten hin und wieder kleine Päuschen und erreichten nach drei weiteren Stunden den Ausgang des Nationalparks. Insgesamt waren wir 20 Kilometer gewandert und spürten das auch ein bisschen in unseren Beinen. Wir mussten glücklicherweise nicht lange auf den Bus warten, der uns wieder zurück nach Pucón brachte.

 Auch Tag zwei war von sportlicher Natur. Am Vormittag liehen wir uns Fahrräder und fuhren (auch wieder in Richtung des Nationalparks) zu den Ojos de Caburgua. Auf dem Weg kamen wir an Flüssen (wo wir eine Art Bisamratte sahen) und an vielen Kühen und Pferden vorbei.

Die Ojos de Caburgua sind schöne Wasserfälle, inmitten eines schönen Waldes. Man kann Fotos an den Aussichtspunkten schießen, picknicken und auch entlang des Flusses wandern.


Zudem gibt es die Laguna Azul. Azul ist das spanische Wort für Blau und das trifft für diese Laguna auch mehr als zu. Sie ist tiefblau! Zudem haben Leute Münzen reingeworfen, die im Licht der einfallenden Sonne wie Sterne im Himmel blinken.
Nach zwei Stunden Aufenthalt radelten wir gemütlich zurück nach Pucón. Da gaben wir die Fahrräder ab, aßen eine Kleinigkeit und gingen dann noch zum Lago Villarrica, der am Rand der Stadt liegt und genossen das letzte Licht des Tages.
Am dritten Tag gönnten wir uns einen entspannten Tag und fuhren am Morgen mit einem Bus zur Therme Los Pozones. Die ist toll gelegen, in einem Tal durch den ein Fluss fließt und die Becken liegen im Freien mit Steinen außenrum und am Boden des Beckens. Leider waren aufgrund von anhaltender Trockenheit viele Becken leer. Letztlich war nur eines der Becken richtig angenehm warm und da waren wir auch die ganze Zeit. Glücklicherweise waren ansonsten nicht so viele Leute da, sodass es doch insgesamt ein gelungener Ausflug war.
Wir bestellten noch einen Transport zum Flughafen für den nächsten Morgen (um 6.50) und gingen später schlafen. Um drei Uhr wurde ich wach, weil im Hostel Leute rumliefen und verhältnismäßig laut redeten. María Paz sagt mir, ich solle mal aus dem Fenster schauen, was los sei. Ich wankte schlaftrunken zum Fenster und guckte raus auf die Straße: „Nichts los.“, war mein Befund und ich legte mich wieder schlafen. Sie traute dem Braten aber nicht so recht, da sie schon länger wach war und anscheinend mehrere Minuten lang Sirenen durch die Stadt tönten. Also stand sie auch auf und schaute raus. Unser Zimmer hatte Sicht auf den Vulkan Villarrica und der brach gerade aus!
Ein imposantes Video kann man sich hier anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=etkTJoBRURs
Wir wurden dann auch evakuiert, mussten ein paar Straßen laufen, zum Ufer des Lago Villarricas. Da hatten sich schon viele Menschen versammelt und alle schossen Fotos. Ich natürlich auch.
Der Vulkan hatte sich aber schon wieder beruhigt und nach einer Stunde konnten wir zurück ins Hostel. Kurz darauf mussten wir schon wieder aufstehen um zum Flughafen zu gelangen. Aber der Transferbus kam einfach nicht. Wir warteten einen Moment, dann liefen wir mit dem Gepäck zum Busterminal, um von dort evtl. nach Temuco fahren zu können, in die Nähe des Flughafens. Aber auch das Busterminal hatte geschlossen. Taxis und Collectivos standen auch keine zur Verfügung, allgemein war auf den Straßen außer Feuerwehr und Polizei niemand unterwegs.

Aber wir hatten Glück im Unglück, denn gerade als wir unseren Flug schon aufgeben wollten, fuhr ein Taxi heran und wir kriegten vom Hostel einen Anruf, dass ein Transfer in der fast 30 km entfernten Stadt Villarrica warten würde (aber Abfahrt sei in 10 Minuten). Der Taxifahrer gab Gas und wir wollten raus aus Pucón fahren, doch die Straße war von den Polizei gesperrt. Mit einem Augenzwinkern sagt der Polizist jedoch unserem Taxifahrer: Du kennst doch den Weg XY. Der Fahrer drehte um, fuhr 100 Meter weiter einen Feldweg entlang, der kurz darauf in der gleichen Straße mündete und wir gaben Gas. Durch die Sperrung war natürlich kaum jemand unterwegs und wir erreichten (mit ein bisschen Verspätung) noch den Transfer, der uns zum Flughafen brachte. Aus dem Bus schoss ich noch das letzte Foto des Urlaubs von der aufgehenden Sonne über dem Lago Villarrica.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen