Valparaíso

Valparaíso

Dienstag, 26. Dezember 2017

Navidad en Valparaíso

Feliz navidad! In den folgenden Absätzen möchte ich über mein Weihnachtsfest in Chile berichten, das ich dieses Jahr bei der Familie von María Paz verbrachte. Aber schön der Reihe nach: Wenn man schon die Möglichkeit hat, Weihnachten bei Sonnenschein am Strand zu verbringen, so dachte ich mir, dann muss man auch die Leute im kalten Deutschland daran teilhaben lassen. So schnappte ich mir María Paz und meine Ukulele und wir versuchten Weihnachtsvideos am Strand zu drehen. Die blendende Sonne und mangelnde Text- und Zupfsicherheit waren nicht die einzigen Hindernisse, denn angelockt von den himmlischen Klängen der kleinen Uku, wollten sich ein paar Hunde am Strand das Ganze mal aus nächster Nähe ansehen.


Bis zum Abend bereiteten wir die letzten Sachen vor und begaben uns dann zur Abendessenszeit mit Geschenken und Plätzchen im Schlepptau zur Wohnung der Eltern. Man beachte, dass es auch um 8 Uhr abends draußen noch taghell war, und die Sonne schien. María Paz und ich klimperten ein bisschen auf der Ukulele auf dem Balkon.



Später kamen die Großeltern zu Besuch und es gab ein sehr leckeres Abendessen, bestehend aus einem Blumenkohlauflauf, Papas duquesas (das sind die kleinen goldenen Bällchen, im Prinzip frittierter Kartoffelbrei, the best!) und Spargel. Dazu eine Varietät von Salaten und alle wurden satt. Anschließend wurde sich bis den ganzen Abend sehr gut unterhalten, dazu gab es Plätzchen, die ich den ganzen Monat mit meinem Handbuch Schläger (siehe vorheriger Blogeintrag) zubereitet hatte.


Natürlich wurde auch der stark geschmückte Baum gelobt und Familienfotos mit selbigem gemacht. Dabei konnte ich schon mal einen ersten Blick auf den Geschenkeberg unter dem Tisch werfen und meinen Namen auf dem einen oder anderen Päckchen entdecken.


Um Mitternacht war es dann soweit: die zahlreichen Geschenke wurden eins nach dem anderen geöffnet, bestaunt und sich artig bedankt.  Ich bekam viele nützliche und witzige Dinge. Witzig waren zum Beispiel zwei Bärenarme, die unglaublich flauschig sind. Nützlich werden sie im Winter sein, wenn es kälter wird und ich so eingemummelt am Computer arbeiten kann. Dazu bekam ich noch eine stylische Riesenbrille. Und vieles mehr.


Als alles ausgepackt war, war der Abend aber noch nicht vorbei. Die Großeltern verabschiedeten sich und wir fuhren mit dem Auto zur einer Tante von María Paz. Da war auch der Weihnachtsmann höchstpersönlich zu Besuch und überreichte mir noch ein Geschenk. Wir bestaunten das Haus, das komplett weihnachtlich geschmückt war, mit vielen Lichterketten, blinkenden Lichtern und Rentieren. Dazu gab es noch ein leckeres Stück Weihnachtstorte. Nach einer langen Nacht gingen wir müde, aber zufrieden schlafen.


Am nächsten Tag ging die Besucherei weiter: Nach einem kurzen Besuch beim Friedhof in Valparaíso, fuhren wir zu einem Onkel der Mutter von María Paz. Diese wohnen am letzten Ende der Stadt, es ist sozusagen das letzte Haus Valparaísos: danach kommen nur noch unbewohnte Hügel und das Meer. Es wurden Geschenke und Plätzchen ausgetauscht und dann ging es auch schon weiter.



Wir fuhren zu einem Aussichtspunkt weit oben in der Stadt, wo man einen ganz anderen Blick auf das Zentrum und das Meer bekommt. Nach einigen Quatschfotos fuhren wir weiter, denn wir waren zum Abendessen bei einer anderen Tante eingeladen. 


Auch hier gab es nochmal Geschenke und Plätzchen, aber dann war auch schon der Abend angebrochen und wir fuhren nach Hause. Es waren sehr schöne Weihnachten in Chile. 

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Eine riesengroße Kleckerei

Wie viele bereits wissen, bin ich der Produktion und dem Verzehr von Weihnachtsgebäck positiv gegenüber eingestellt. Aufgrund mangelnder künstlerischer Fähigkeiten stehen neben dem guten Geschmack auch einfache Formbarkeit auf der Liste der Ansprüche, die ich an ein erfolgreiches Rezept stelle. Fast alle Plätzchen, die ich dieses Jahr gemacht habe, sind also bollen- oder haufenförmig. In der Folge: die besten Kuriosi- und Spezialitäten aus der chilenischen Weihnachtsbäckerei.


Zuerst möchte ich unser Rührgerät vorstellen, denn es ist ein Produkt von höchster Qualität, wie es selbst sagt: „German Engineering and Design: Handbuch Schläger“. Falls sich jemand wundert, ob man damit Handbücher schlagen kann, dann kann ich nur sagen: ich habe es bisher noch nicht ausprobiert, war aber am Anfang auch sehr verwundert, ob dieses komischen Namens. Die Erklärung ist aber letztlich ganz einfach: Das Handrührgerät heißt auch Spanisch „batidora manual“. Manual kann aber auf der anderen Seite auch Handbuch heißen. So kann das bei German Engineering and Google Translate schon mal passieren, dass sich ein False Friend auf einem Hochqualitätsprodukt verirrt.


Ein Vorteil, noch auf Arbeitssuche zu sein, ist, dass ich den ganzen Dezember Zeit hatte, viele Plätzchen zu backen. Ursprünglich wollte ich eine Liste von Vorteilen schreiben, im Sommer zu backen, aber letztlich ist mir nur einer eingefallen: wenn man weiche Butter braucht, kann man sie einfach fünf Minuten in die Sonne stellen. Aber da hört es auch schon auf, Backen und Winter passen doch irgendwie besser zusammen. Vor allem der warme Ofen nervt, wenn es draußen eh schon über 25 Grad sind. Aber man muss sich ja nicht reinsetzen.


Auf der Suche nach Zutaten muss ich Chile erst einmal loben. Auch wenn die Tradition von selbstgebackenen Plätzchen hier nicht weit verbreitet ist, findet man doch irgendwo die meisten Dinge, die man braucht. Sogar Vanillinzucker und Lebkuchengewürz werden aus Deutschland importiert. Schwer tat ich mir mit den Plätzchendosen, aber auch die konnte ich schließlich in einem Krimskrams-Chinesichen-Supermarkt finden. Zwei Dinge aber konnte ich trotz intensivster Suche nicht auftreiben: Marzipan und Oblaten.  



Trotzdem hatte der Ofen diesen Monat viel zu tun, und ich denke, an Weihnachten kann sich keiner über Plätzchenmangel beschweren. Die restliche Zeit dieses Monats verbrachte ich damit, meine Python-Programmierkenntnisse etwas aufzufrischen, und nehme beispielsweise an einem Data-Science-Wettbewerb teil, bei dem man dem Weihnachtsmann helfen muss, Geschenke an Kinder zu verteilen, und eine möglichst hohe Zufriedenheitsquote zu erreichen. Außerdem habe ich Geschenke besorgt. Weihnachten kann kommen.


Dienstag, 12. Dezember 2017

Ein besonderer Bauernhof

María Paz musste am Montag nicht arbeiten und so fuhren wir am Nachmittag mit ihrer Mutter zu Marisol, einer Freundin der Mutter. Diese hat vor vielen Jahren beschlossen, sich mit ihrem Mann aufs Land zurückzuziehen und Tiere aufzunehmen, die dort ein glückliches Leben führen. Der Einladung auf den kleinen Bauernhof folgten wir natürlich gerne. Zuerst begrüßten uns die vielen Hunde des Hofs, die frei herumliefen. Sie waren sehr aufgeregt wegen des Besuchs und sprangen wild herum und ließen sich streicheln.


In einem sehr großen Gehege waren dann wie in einem Streichelzoo wild durcheinander Schafe, Ziegen, Alpakas und Kühe, die dort gemeinsam leben. Einige neugierige Nasen kamen auch gleich an den Zaun, um sich streicheln zu lassen. 


Vor allem die Kühe genossen es, sich den Kopf kratzen zu lassen und waren ganz aufgeregt. Man muss dazu sagen, dass nur die beiden jungen Kühe mit den Schafen und Ziegen im Gehege sind, die älteren haben eine getrennte Weide.


Dann wurden die Tiere noch viel aufgeregter, denn es war Zeit für die Fütterung. Marisol kam mit zwei großen Flaschen Milch, die den Jungkühen gegeben wurde. Ich durfte auch mitfüttern. Für die anderen Tiere gab es später Heu.


Im Nachbargehege leben Enten, Gänse, Hühner und Pfaue zusammen. Auch ein Babypfau rannte vergnügt seiner Mutter hinterher. Während die Enten munter quakten und sich über Gott und die Welt unterhielten, fraßen die Hühner ihr Futter leer. Andere Hühner brüteten im Stall und der Hahn krähte. Die Pfaue waren leider nicht in Balzlaune, sondern stritten mit ein paar sonderbar aussehenden Hühnern.


Ein weiteres Highlight waren zwei große Emus, die ein eigenes großes Gehege für sich hatten und mit uns neugierig beäugten. Diese großen Vögel, die ursprünglich aus Australien stammen, können nicht fliegen, aber dafür bis zu 50 km/h schnell rennen. Die beiden Tiere von Marisol waren freundlich, und ließen sich streicheln. Sie haben sehr viele kleine dünne Federn, was zu einem dicken weichen Federkleid führt.



Zum Abschluss hatte Marisol noch eine Überraschung für uns. In der Scheune, wo sie das Heu lagern, hatte sich eine Eule eingenistet und wir konnten einen kurzen Blick auf ihre Jungen werfen. 


Beeindruckt von den vielen coolen Tieren kamen wir gar nicht dazu den Rest des Bauernhofs zu sehen, denn Marisol besitzt auch viele Oliven-, Mandel- und Walnussbäume, sowie Obstbäume aller Arten. Dafür können wir vielleicht an einem anderen Tag nochmal vorbeikommen. 


Samstag, 9. Dezember 2017

Ausflug nach Pomaire

Nachdem ich in den letzten Wochen nichts sonderlich Aufregendes erlebt habe, machten wir heute einen Ausflug in das touristische Dörfchen Pomaire. An Bord waren María Paz und ihre Eltern und wir fuhren knapp 1,5 Stunden mit dem Auto, bis wir Pomaire, im Landesinneren erreichten. Wir suchten uns einen Parkplatz und aßen uns erstmal in einem der zahlreichen Restaurants satt.


Spezialitäten des Dorfs sind unter anderem große Empanadas, gefüllte Teigtaschen mit bis zu einem Kilo Gewicht. Mir reichte heute aber erst einmal eines von einem halben Kilo. Draußen fanden wir dann noch ein richtiges Prachtexemplar, das allerdings nur auf Vorbestellung produziert wird. Da findet sich sicher ein halbes Schwein drin.


Der Grund, warum täglich viele Touristen nach Pomaire fahren, ist die Töpferkunst, die in diesem Dorf noch in großem Maße ausgeübt wird. Es reihen sich viele Geschäfte aneinander, die Töpfe, Tassen und Teller, aber auch Sparschweine, Blumentöpfe und Amphoren anboten. Andere verkauften Produkte aus Holz, Leder oder sonstigen Plastik-Touri-Nepp.


Später kauften wir uns noch eine frischgepresste Limonade mit Minze und entschieden uns langsam, welche Dinge wir tatsächlich kaufen wollten, denn die niedrigen Preise für die Töpfersachen verleiteten schnell mal zu einem überhasteten Großeinkauf. Aber mit kühlen Kopf entschieden wir uns für einige wenige ausgewählte Highlights, die wir mit nach Hause nahmen. Dann war es Zeit, sich auf die Heimfahrt zu machen.



Das getöpferte Empanada mit Magnet wurde zuhause gleich an den Kühlschrank geheftet und María Paz und ich bereiteten in unserem neuen Tontopf gleich das Abendessen zu: Es gab Quinoa mit Tomaten, Avocado und Gurken, dazu ein frisches Hühnerei. So ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.


Montag, 27. November 2017

Vulkan Antuco

Moritz und ich fuhren von Valparaíso etwa 8 Stunden über Nacht nach Concepción. Dort nutzten wir den Tag, um ein bisschen durch die Stadt zu laufen und einzukaufen. Auf einem Hügel hatte man einen schönen Ausblick über Concepción; außerdem zeigte mir Moritz die Uni, an der er vor anderthalb Jahren ein Austauschsemester gemacht und dabei seine Freundin Fernanda kennengelernt hat.

Universidad de Concepción
Am Abend fuhren wir mit dem Bus zu Fernandas Familie, die etwas außerhalb von Concepción wohnt. Wir kamen zu einer perfekten Uhrzeit, um den Sonnenuntergang über dem Meer mitzubekommen, das ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Dann gab es leckeres Essen und noch Gitarrenmusik und Gesang, es war ein lustiger Abend.


Am nächsten Morgen brachen Moritz und ich mit unseren gepackten Wanderrucksäcken früh auf, und fuhren über das Terminal von Concepción, das Terminal von Los Angeles (nicht zu verwechseln mit der amerikanischen Großstadt) und dem kleinen Dorf El Abanico zum Nationalpark Laguna del Laja. Es waren zwei wunderschöne Sonnentage prognostiziert worden und der Wetterbericht hatte zum Glück Recht. Unser Ziel war der Gipfel des Vulkans Antuco auf fast 3000 Metern Höhe.


Am ersten Tag wanderten wir erst einmal in Richtung des großen Stausees Laguna del Laja, der streng genommen natürlich nicht im Nationalpark liegt, ebensowenig wie das Skigebiet am Fuße des Vulkans. Im Bereich der Lifte war jetzt aber kein Schnee mehr und wir stiegen auf. Bei den letzten Liftstangen erreichten wir dann den Schnee gegen 17 Uhr und machten uns auf die Suche nach einem geeigneten Platz für unser Zelt. Wir wurden bald fündig.



Dann war es Zeit für das Abendessen, auf dem Speiseplan stand Couscous mit Artischockensoße und Chorizos. Abschließend tranken wir noch eine warme Milch. Dann machten wir uns schleunigst daran, die Kochsachen abzuwaschen und zusammenzupacken, denn die Sonne ging langsam unter.


Wir brachten uns mit den Kameras in Position und schossen viele Fotos, denn der Ausblick in alle Richtungen war atemberaubend: Schneebedeckte Gipfel und dazu das Rot und Orange der verschwindenden Sonne, da macht das Zähneputzen gleich viel mehr Spaß. Kaum war die Sonne verschwunden, verschwanden wir auch im Zelt, denn es wurde kalt draußen.


Um 5:30 Uhr machten wir uns am nächsten Tag an den Aufstieg. Ohne Steigeisen schafften wir es leider nicht auf die vorgeschlagene Route zu kommen, da man dafür ein Schneefeld queren muss, und das in der Nacht zu Eis gefroren war und mit der Steigung nicht begehbar war. Also stiegen wir entlang der Felder mit Vulkanstein auf und ließen das Zelt schnell hinter uns. Wenig später zeigte sich die Sonne auf den Gipfeln der Berge hinter uns.


Zudem sah man den riesigen Schatten des Vulkans im Tal. Leider erreichten wir das Ende des Steinfeldes und unsere Hoffnung, hier auf die ursprüngliche Route kreuzen zu können, erfüllte sich leider nicht. 


So gingen wir kein weiteres Risiko ein, sondern machten uns wieder an den Abstieg. Am Zelt gab es dann leckeres Porridge mit Schokolade und Trockenfrüchten. Als die Sonne den Schnee etwas angetaut hatte, bauten wir das Zelt ab und machten uns an den Abstieg.



Wir wählten für den Abstieg einen anderen Weg, der lange Zeit am Fuße des Vulkans durch den Schnee führte. Trotz des nicht erreichten Gipfels hatte die Tour richtig Spaß gemacht und der Nationalpark stellte sich als überraschend spektakulär heraus. Moritz fuhr dann zurück nach Concepción, während ich in der Nacht den Bus zurück nach Valparaiso nahm. 


Moritz zu Besuch in Valparaíso

Als ich vor ein paar Wochen den Link zu meinem Blog postete, erreichte mich wenig später eine Nachricht: „Du auch hier?“ Moritz, der auch als Freiwilliger in Munaychay war (in der Generation nach meiner) und ebenfalls ein Austauschsemester in Chile gemacht hatte, war gerade in Concepción im Süden Chiles zu Besuch bei seiner Freundin. Letztes Wochenende kam er mit dem Nachtbus nach Valparaíso gefahren und wir erkundeten zusammen mit María Paz die Stadt.


Am Samstag liefen wir am Vormittag durch die Cerros Alegre und Concepción und kamen dabei bei vielen Aussichtspunkten vorbei.


Wie immer, wenn man durch die Gassen streift, entdeckt man sehr viel Neues, wir interpretierten riesige Graffitis, auf denen wie auf einem Wimmelbild ganz viele Details zu entdecken waren und machten zahlreiche Fotos.


Auch an schon bekannten Orten kamen wir natürlich vorbei und kamen nicht umhin, ein paar klassische Touristenfotos zu schießen. 


Gegen Mittag erreichten wir das Haus des chilenischen Nobelpreisträgers und Dichters Pablo Neruda. Das Haus „La Sebastiana“ steht weit oben in Valparaíso und man hat einen herrlichen Blick über die ganze Stadt.  Wir machten eine Tour durch die fünf Stockwerke des Hauses, das der Künstler ganz in seinem Geschmack eingerichtet und tolle Werke aus der ganzen Welt  gesammelt hat. „La Sebastiana“ ist übrigens nicht das einzige Haus von Pablo Neruda, auch in Santiago gibt es eines, und in Isla Negra ein weiteres. Das auf Isla Negra habe ich sogar auch schon besucht (https://richard-in-valparaiso.blogspot.cl/2015/03/ausflug-zur-isla-negra.html).


Am Sonntag waren in Chile Wahlen. Moritz und ich begleiteten María Paz zu ihrem Wahllokal, was relativ weit weg war. Anscheinend wird man hier nicht dem nächsten Wahllokal zugeordnet, sondern mehr oder weniger zufällig auf eines der wenigen Wahllokale in Valparaíso aufgeteilt. Das erklärte auch den kilometerlangen Stau, der sich am Vormittag bildete und der sich auch sicher nicht so schnell auflöste, da aus allen Straßen und Seitenstraßen Autos kamen. Zum Glück waren wir zu Fuß unterwegs und konnten auf diesem Weg gleich neue Graffitis entdecken.

Ganz frisches Graffiti

Nach der Wahl machten wir eine Bootstour durch den Hafen von Valparaíso, von wo man nochmal einen ganz anderen Blick auf die ganze Stadt bekommt und in einer halben Stunde nah an den großen Schiffen und Kränen vorbeifährt.


Am Montag bereiteten Moritz und ich uns dann für die Abreise vor und fuhren in der Nacht Richtung Concepción, von wo ich in meinem nächsten Blogeintrag  berichten werde.




Donnerstag, 16. November 2017

Nationalpark La Campana

 Nicht zum ersten und hoffentlich auch nicht zum letzten Mal machten sich María Paz und ich heute auf zum Nationalpark La Campana, genauer gesagt auf den Berg La Campana im Nationalpark La Campana. Man kann den Park gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Metro und Bus) erreichen, muss dafür aber relativ früh aufstehen, denn die Fahrt dauert knapp zwei Stunden. Um 9 Uhr kamen wir beim Nationalpark an und begannen den Aufstieg.


Zunächst war alles noch neblig und wolkig und man konnte nicht weit sehen. Für den Aufstieg waren die Temperaturen allerdings perfekt und wir kamen schnell voran.


Im Laufe des Vormittages kämpfte sich auch die Sonne durch den Nebel und verscheuchte diesen Richtung Tal, bis er sich komplett auflöste. Zugleich kämpfte sich auch ein immer stärker aufkommendes Hungergefühl in meinen Bauch und ich war froh, als wir bei La Mina ankamen, und unsere selbstgemachten Sandwiches und einen Apfel essen konnten.


Auch die Flora und Fauna des Nationalparks meinte es gut mit uns, und wir konnten große Spinnen, farbenfrohe Eidechsen, wilde Kühe und schöne Pflanzen beobachten. Insgesamt waren nur eine Handvoll anderer Leute außer uns unterwegs, was die Wanderung sehr angenehm machte.


Gestärkt machten wir uns auf den Weg Richtung Gipfel und nach insgesamt vier Stunden Wanderung kamen wir auch an. Dort wehte eine Chile-Flagge und wir machten die obligatorischen Gipfelfotos, gefolgt von einem obligatorischen Gipfel-Mittagschlaf.



Der Abstieg zog sich wie immer in die Länge, zudem mittlerweile in der prallen Sonne und wir und unsere Beine waren ganz schön müde. 


Wir kamen um 17:30 Uhr beim Ausgang des Nationalparks an und fuhren zurück nach Valparaíso, wo uns María Paz‘ Eltern mit einer leckeren Pizza und einem kühlen Bier erwarteten.

Montag, 13. November 2017

Geburtstagsfeiern und verrücktes Wolkenmeer

Am Wochenende war ich mit María Paz in Valparaíso unterwegs, und kamen bei dieser schwindelerregenden Treppe vorbei. Zum Glück mussten wir sie nicht nach oben laufen, aber ich stelle mir vor, dass es einige Leute gibt, die tagtäglich diese engen, steil aufsteigenden Stufen nehmen. Nebenan wäre auch einer der berühmten Aufzüge, aber der wird zurzeit renoviert.


An einem Aussichtspunkt schossen wir auch ein Selfie, damit der Blog auch mal wieder mit Gesichtern gefüllt wird.


Am Abend feierten wir die Geburtstage von María Paz, ihrem Vater und ihrem Onkel gemeinsam mit der ganzen Familie und noch einigen Freunden der Eltern in einem Raum auf der Dachterrasse des Hochhauses, in dem ihre Eltern wohnen. Das bedeutet, in der 28. Etage, und da hat man einen tollen Ausblick in alle Richtungen und insbesondere aufs Meer.


Es ließ sich an diesem Tag ein merkwürdiges Phänomen beobachten: Über dem Meer bildeten sich Wolken und ehe wir uns versahen, war das Meer ersetzt durch ein Wolkenmeer.


Drinnen gab es derweil allerlei Leckereien und wir schlugen uns die Bäuche voll. Einer von María Paz‘ Onkeln spielte Gitarre und brachte die älteren Herrschaften zum Schunkeln und Singen. Stimmungsaufhellend war auch für die meisten, dass der Fußballclub von Valparaíso, die Wanderers das Pokalfinale gegen die Universidad de Chile 3-1 gewinnen konnte.


Unterdessen fraßen die Wolken vom Meer die Stadt auf, zumindest die tiefgelegenen Straßen. Das war ein beeindruckendes Schauspiel. Für unsere Wäsche, die wir draußen aufgehängt hatten, nur suboptimal, aber definitiv Balsam fürs Auge.


Auch am Abend sah man noch Wolken wabern, aber in der Nacht verzogen sie sich dann wieder und als wir nach Hause kamen, saß eine Katze auf dem Nachbardach und genoss die Ruhe der Nacht.


Donnerstag, 9. November 2017

Von kleinen Gassen, bunten Treppen und viel Kunst

Nachdem ich den Vormittag über nach Jobs gesucht hatte, rief mich heute am Nachmittag die Sonne nach draußen. Die Busse haben hier keinen Fahrplan, aber eigentlich kommt alle paar Minuten einer vorbei. So war es auch und ich fuhr ins touristische Stadtzentrum. Ich stieg aus dem Bus aus und begann meinen Spaziergang. Von der viel befahrenen Hauptstraße geht man ein paar Treppenstufen nach oben und schon befindet man sich in kleinen, ruhigen, verwinkelten Gassen.



Im Prinzip könnte man hier mehrere Tage verbringen und würde immer neue, aufregende Details entdecken, neue Straßen, und neue Kunstwerke an den Wänden. Teilweise ist es ganz schon schweißtreibend, wenn man sich die unzähligen Stufen einer als Klavier bemalten Treppe nach oben quält, oder die steilen Gassen immer weiter nach oben führen.



Da ist es praktisch, dass es in Valparaíso noch einige der historischen Aufzüge gibt, die einem für unter einem Euro einige Höhenmeter abnehmen können. Alternativ gibt es für den Weg nach unten auch das freundliche Angebot an der Hauswand „Benutze das Fahrrad“. Das lässt man sich doch nicht zweimal sagen, oder? ;)

"Benutz das Fahrrad"

Toll ist es, wenn man zwischen den bunten Häusern plötzlich Ausblick auf den Hafen und das Meer hat. Insbesondere bei so schönem Sonnenschein wie heute ist es doch ein inneres Blumenpflücken, wenn man mit solchen Aussichten belohnt wird.



Ich kann auch nicht müde werden, von den vielen Kunstwerken an den Häuserwänden zu schwärmen. Dabei geht die Palette von riesengroßen Kunstwerken, bis hin zu kleinen, witzigen Details, ganz unterschiedliche Stile reihen sich aneinander und bringen den Auslöserknopf der Kamera zum Glühen.



































Und nach einem aufregenden Ausflug durch die kleinen Gassen, steht da plötzlich ein Auto der Feuerwehr, genauer gesagt der Ortswehr von Ehrhorn-Wintermoor, mitten auf der Plaza Sotomayor. Da kommen doch Heimatgefühle auf.