Wenn man zum
ersten Mal nach Valparaíso kommt und durch die Cerros Concepción und Alegre
läuft, sieht man eine große Zahl an großen und kleinen Graffitis. Man kommt aus
dem Staunen nicht heraus und dieses Staunen ist auch beim zweiten, dritten und
siebenundzwanzigsten Spaziergang durch die Hügel noch da. Man entdeckt immer
etwas Neues.
Aber die beiden „Touristen“-Hügel
sind nicht die einzigen, die tolle Kunstwerke beherbergen. So lernten María Paz
und ich zum Beispiel bei einer Teilnahme an der „Tour durch die Seite B von
Valparaíso“ im Cerro Barón und Lecheros 16 hausgroße Graffitis kennen. Und zum
ersten Mal auch ein bisschen zu den Hintergründen der Kunstwerke. Was haben
sich die Künstler dabei gedacht, was ist die Geschichte der Werke und der
Künstler. Ein Werk hat uns dabei besonders gut gefallen, das von Anis.
Sie ist eine
Künstlerin, die in Valparaíso lebt und deren Werke man in der ganzen Stadt
bewundern kann. Ihre Bekanntheit geht jedoch weit über die Grenzen der Stadt
hinaus, sie hat auf der ganzen Welt ihre Spuren hinterlassen (unter anderem in
Berlin). Ihre Werke zeigen starke Frauen, mal als Kriegerinnen, mal als
Taucherinnen oder in der Natur sitzend. Die Verbundenheit zur Natur ist ein
häufiges Symbol in Anis Werken. Man erkennt die Figuren auch an ihren
charakteristischen Augen und der Verwendung bestimmte Farben für die Gesichter.
Auf Instagram
sahen wir vor kurzem, dass Anis Portraits zeichnete und Teile der Einkünfte einem
wohltätigen Zweck zukommen ließ. Das war eine einmalige Gelegenheit um ein
wunderbares Erinnerungsstück an unsere Zeit in Valparaíso zu bekommen. Nach
wenigen Tagen hatten wir schon das Portrait im Maileingang und sind sehr
glücklich damit.
Wir wünschen uns, dass
wir uns langsam in Richtung einer Gesellschaft bewegen, in welcher sich Frauen so
stark fühlen können, wie die aus Anis Kunstwerken. Und dass wir Menschen wieder
mehr in Einklang mit der Natur leben.





