Valparaíso

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Donnerstag, 27. Dezember 2018

Frohe Weihnachten!


Sandflöckchen, Sommerröckchen statt Schneeflöckchen, Weißröckchen war auch in diesem Jahr wieder das Motto für Weihnachten! In der warmen Abendsonne war der Wunsch nach Plätzchenbacken nach der Arbeit nicht überaus ausgeprägt. So schlürfte ich lieber Limonade, buk einfache und schnelle Klassiker und teilte mit Arbeitskollegen und dem Book Club, den María Paz in der Firma leitet.

Die beste Anschaffung des letzten Monats: ein Whiteboard im Wohnzimmer!
Am Wochenende vor Weihnachten war dann aber doch allerhöchste Eisenbahn angesagt und so machten wir zwei intensive Backsessions. Am Samstag buken María Paz und ich mit ihrer kleinen Cousine Monse und Jana, die auch aus Deutschland kommt. 


Sie probierte vegane Rezepte aus, ich hielt mich aus Zeitmangel lieber an Rezepte die schnell und einfach viele Plätzchen  produzieren. Auch für die Künstler gab es etwas zu tun, denn wir probierten Schneemänner aus Pfeffernüssen aus (Pfeffernüsse gibt es im Supermarkt – sind aus Deutschland importiert).


Außerdem wollten die Butterplätzchen bunt bemalt werden. Für die zweite Backsession hatte ich die hilfreichen Hände von María Paz und Coi, die aus Peñaflor angefahren kommen war, zur Verfügung. So buken wir am 23. Dezember abends nochmal drei Sorten und während ich am 24. noch arbeiten musste, produzierte Coi fleißig weiter.


So musste keiner unter Plätzchenmangel leiden und wir hatten gute Mitbringsel in der Hinterhand. Denn nach dem Abendessen und der Bescherung im Haus von María Paz‘ Eltern war die Nacht noch lange nicht vorbei. Wir fuhren alle zusammen zur Tante und Onkel von María Paz und auch da gab es nochmal Geschenke und Torte. Ausreichend gezuckert gingen wir später schlafen.

Neun Plätzchensorten konnten wir uns an Heiligabend schmecken lassen.
Am nächsten Tag ging es aber weiter mit der Besuchs- und Schlemmtour durch Valparaíso. Die Großeltern hatten zum Mittagessen eingeladen und passend zum Wetter wurde gegrillt. Alle hatten viele Fragen an Coi und ihr Spanisch ist schon erste Sahne, sodass sie problemlos an der Konversation teilnehmen konnte. 


Für sie ging es am Nachmittag zurück nach Peñaflor, wo sie morgen wieder arbeiten muss. Wir besuchten noch eine andere Tante – wieder gab es Geschenke, deutsche Plätzchen und etwas zu essen – und dann war endlich Zeit, um die Geschenke genauer unter die Lupe zu nehmen, zu lesen und ein bisschen aufzuräumen. Einen zweiten Weihnachtsfeiertag gibt es leider nicht, und so ruft morgen schon wieder die Arbeit. Aber ich habe schon von Kollegen gehört, dass die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ganz entspannt wird.

Freitag, 7. Dezember 2018

Coi und Gala (= Koala)


Nachdem ich nun schon lange Zeit versuche, mit schönen Fotos von Sonnenuntergängen und herausragenden Landschaften meine Familie nach Chile zu locken, ist mir nun doch tatsächlich der erste Fisch ins Netz gegangen. Mit anderen Worten: Ich war sehr glücklich meine Schwester Coi letzten Freitag vom Busterminal in Viña del Mar abholen zu können.


Da ihre Schulfreundin Rici auch gerade in Chile ist, trafen wir uns alle und erkundeten am Wochenende ein bisschen die Stadt, den Strand und chillten mit Mews zuhause. Außerdem gingen wir auf den Fischmarkt, wo wir Pelikane und Robben beobachteten und schließlich am Strand entlang zum richtigen Markt, wo wir für die Woche saftig einkauften (zum Beispiel 8kg Erdbeeren). Den Rest der Woche waren wir dann mit den Erdbeeren beschäftigt.

Beispiel für gelungene Integration
Während María Paz und ich unter der Woche arbeiten mussten, erkundete Coi auf eigene Faust zuerst Valparaíso, dann Viña (wo es eine Ausstellung gab, auf der alle Regionen Chiles – von der Atacamawüste bis nach Patagonien – vorgestellt wurden) und schließlich Concon, wo sie eine Art Naturschutzgebiet zur Vogelbeobachtung besuchte. An den Abenden war dann immer Zeit für Spiele, Spanischlernen, spielend Spanischlernen und spanische Spiele lernen. Außerdem gönnten wir uns ein Feierabendbier am Strand und schon war die Woche um, und Coi verschwand Richtung Santiago. Sie wird die nächsten beiden Monate ein Praktikum auf einem ökologischen Bauernhof in der Nähe von Santiago machen.


María Paz und ich gingen am Samstag auf die Gala der Universidad Santa María. Als Ex-Alumnos waren wir auch eingeladen und da wir noch nie zusammen auf diese Feier gegangen sind, schlugen wir dieses Jahr zu. Es war alles nobel eingerichtet, gab viele Lichter, und Möglichkeiten Fotos von sich schießen zu lassen. Außerdem gab es verschiedene Dancefloors und Bars mit Freigetränken. Für den kleinen Hunger hatten sich Foodtrucks auf dem Patio Central aufgestellt und boten Pizza, Burger, Döner oder Quesadillas an.


Außerdem hatten Künstler die Initialen der Uni in große Eisblöcke gesägt und auch ein Konterfei der Universität herausgearbeitet. 


Zu Beginn war die große Masse oben beim Swimming Pool der Uni unter freiem Himmel, aber mit zunehmender Dauer und Alkoholpegel verschob sich das Event mehr und mehr in die Turnhalle. Es war cool, mal wieder in der Uni unterwegs zu sein, und einige ehemalige Studienkollegen aus Austauschsemesterzeiten zu treffen. Noch dazu waren alle so formal unterwegs und es wurde sich über die Arbeit unterhalten – wir werden langsam alt.



Sonntag, 11. November 2018

Patagonien Teil 3 - Villa Cerro Castillo


Villa Cerro Castillo war der letzte Ort, den wir besuchten und die Umgebung könnte spektakulärer nicht sein: der mächtige Cerro Castillo (Schlossberg) thront direkt hinter dem Ausgang des Dorfes und ist das unverwechselbare Markenzeichen. Es gibt einen Vier-Tages-Trek durch den Nationalpark aber da wir ohne Ausrüstung unterwegs waren, wird dieser hoffentlich ein anderes Mal bewandert.


Wir genossen das weiterhin konstant gute Wetter – absolut keine Selbstverständlichkeit in Süden Chiles – und fanden ein gutes Hostal in Villa Cerro Castillo. Wir freundeten uns mit dem Hund Chiro an und bereiteten uns auf den nächsten Tag vor. Am Abend wurde es im Ort schon langsam dunkel, während die zackigen Spitzen des Cerro Castillo noch letzte Sonnenstrahlen abbekamen.


Am nächsten Tag wanderten wir früh los, um so weit wie möglich den Cerro Castillo nach oben zu kommen. Da gerade erst der Winter vorbei ist, wurde uns schon gesagt, dass weiter oben größere Schneefelder möglicherweise das Weiterkommen erschweren würden. Außerdem mussten wir ziemlich teuren Eintritt bezahlen, da man ein privates Grundstück durchqueren muss, um von Villa Cerro Castillo in den Nationalpark zu kommen, und der Besitzer das Geschäft kräftig ausnutzt.


Die Landschaft, der Tag und der Wanderweg waren aber allererste Sahne. Wir bekamen tolle Ausblicke auf andere schnee- und gletscherbedeckte Berge und die starken patagonischen Winde trieben die wenigen Wolken wie Schafe über den Himmel. Alle paar Minuten änderten sich die Formationen und wir setzten uns eine Zeitlang, um Bilder in den Wolken zu sehen.


Wie angekündigt, trafen wir weiter oben tatsächlich auf Schneefelder, und die ersten konnte man ganz bequem überqueren. Später wurde es dann allerdings etwas ausgesetzter und wir beschlossen, das Risiko nicht einzugehen und lieber weiter die Aussicht zu genießen. Am Abend erfuhren wir von Leuten aus unserem Hostal, dass die Laguna unterhalb des Cerro Castillo erreichbar gewesen wäre, aber letztlich ist es besser einmal zu vorsichtig als letztlich einmal zu unvorsichtig zu sein.


Denn auch wenn wir die Laguna nicht erreichten, konnten wir die spektakuläre Landschaft genießen und machten auf dem Runterweg noch einen kleinen Schlenker, um uns einen coolen Wasserfall anzuschauen. Das kristallklare Wasser kam direkt vom Gletscher und war extrem kalt.


Am nächsten Tag war schon der Tag unserer Abreise gekommen, aber wir schafften es, eine Reittour am frühen Morgen zu unternehmen. Unser Guide erklärte uns geduldig, welche Signale man den Pferden wann geben müsse aber letztlich lief es fast automatisch, alle Pferde liefen einfach dem Guide hinterher. Meins war zwar auf dem Hinweg das langsamste und fiel dauernd hinter der Gruppe zurück, dafür lief es auf dem Rückweg doppelt so schnell und ich musste es dauernd bremsen.


Auch auf dieser Tour hatten wir wieder Ausblicke auf den Cerro Castillo und genossen die letzten Momente Sonnenschein in Patagonien. Als wir im Flugzeug saßen, verdunkelte sich der Himmel nämlich in Windeseile und eine verregnete Woche stand der Region bevor. So gesehen, hatten wir uns ein perfektes Zeitfenster für den Urlaub ausgesucht und hoffen, in Zukunft noch einmal mit mehr Zeit und mehr Zelt Patagonien zu entdecken.



Sonntag, 4. November 2018

Patagonien Teil 2 - Puerto Rio Tranquilo


Der Lago General Carrera ist der größten See Chiles und erstrahlte tiefblau unter dem Sonnenlicht, als wir Puerto Rio Tranquilo, ein kleines Dorf am Ufer erreichten. Rio Tranquilo ist ein hervorragender Ausgangspunkt für zwei Touren: die Ausflüge zu den naheliegenden Gletschern des Campo de Hielo Norte (nördliches Eisfeld) und der Marmorkapellen, die von den Gletschern geformt wurden.


Wie schon im vorherigen Artikel geschrieben, konnten wir die Wanderung auf dem Gletscher leider nicht unternehmen, da die Straße nach einer Überschwemmung gesperrt war, so blieben uns nur die Marmorkapellen, zu denen wir für den Folgetag eine Kajaktour buchten. Für den Rest des Tages spazierten wir durch Rio Tranquilo und erkundeten die nähere Umgebung. Wir fanden einen schönen Aussichtspunkt und genossen den Sonnenschein und die Aussicht.


Am Abend sahen wir zu, wie die Sonne hinter den Bergen verschwand und den See für einen Moment rötlich anfärbte. Es wurde schnell frisch und so machten wir uns ein gemütliches Feuer in der Hütte, die wir für eine Nacht gemietet hatten. Wir waren guter Dinge, denn der Wetterbericht für den nächsten Tag zeigte das freundliche Sonnensymbol.


Und so war es auch: Bei bestem Sonnenschein begannen wir die Kajakfahrt zu den Marmorkapellen, die unweit von Rio Tranquilo fast am Ufer des Sees liegen. Insgesamt sind es drei Felsformationen, der Tunnel, die Kapelle und die Kathedrale, die man allesamt aus nächster Nähe bewundern konnte. Da das so ziemlich die Hauptattraktion der Region ist, waren auch viele größere Boote unterwegs.


Mit der Zeit verschwanden sie aber und wir konnten mit unseren Kajaks in Ruhe durch den Tunnel fahren, und Fotos aus allen Perspektiven schießen. Die Guides erzählten ein bisschen über die Entstehung dieser bizarren Felsformationen aus Marmor und halfen uns mit den Fotos.




Dann war es Zeit zurückzupaddeln und die Kajaks zurückzugeben. Auf der Tour hatten wir ein spanisches Pärchen kennengelernt, die mit dem Auto in die gleiche Richtung wie wir unterwegs waren und uns nach einem gemeinsamen Mittagessen (wieder Lachs) netterweise mitnahmen. Nach drei Stunden Fahrt ließen sie uns in Villa Cerro Castillo aussteigen und fuhren weiter.
Die spektakulären Fotos aus Villa Cerro Castillo könnt ihr bald im nächsten Blogartikel bewundern.

Samstag, 3. November 2018

Patagonien Teil 1 – Puerto Aysen


María Paz und ich kamen wieder in den Genuss einer ganzen Woche Urlaub und verbrachten diese im Süden in Patagonien. Vom Flughafen Balmaceda fuhren wir nach Coyhaique, die größte Stadt in der Region. Dort verbrachten wir den Nachmittag hauptsächlich mit der Planung des weiteren Urlaubs und besuchten einen nahegelegenen Aussichtspunkt, von wo man sehen konnte, wie sich ein schlammiger und ein klarer Fluss vereinen. Das Resultat war wenig überraschend ein großer schlammiger Fluss.


Trotz der ganzen Planung mussten wir unsere Pläne aber doch kurzfristig ändern, da es weiter südlich eine Überschwemmung gegeben hatte, und unsere geplante Gletschertour somit sprichwörtlich ins Wasser fiel. Stattdessen fuhren wir am Folgetag spontan nach Puerto Aysen, einem kleinen malerischen Ort in der Nähe von Coyhaique.


Das erste Highlight war das Wetter. Uns wurde gesagt, dass Aysen einer der regenreichsten Orte ganz Chiles sei und es „300 Tage pro Jahr“ regne. Als wir ankamen empfing uns ein strahlender Sonnenschein und es machte richtig Lust, Puerto Aysen zu erkunden. Das erste Wahrzeichen, das einem ins Auge fällt, ist die große orangefarbene Brücke, die über den Fluss führt. Passend hatte ich mich in den gleichen Farben der Brücke gekleidet, bei meiner Reisevorbereitung wird aber auch nichts dem Zufall überlassen.

Besser angepasst an die Farben der Brücke war Maria Paz, die links neben mir steht. Sie verschmilzt beinahe mit den Hintergrundfarben.
Unsere Mägen begannen zu knurren und wir fanden ein herausragendes Restaurant mit einem schönen Innenhof, in dem es nur einen einzigen Tisch gab (scheinbar ist draußen essen in Puerto Aysen normalerweise nicht so angesagt). Uns umschnurrten zwei süße Katzen und so verging die Wartezeit auf das Essen wie im Flug.



Und das Essen war allerbest: Lachs aus dem naheliegenden Fjord und für María Paz ein Risotto mit leckeren Pilzen, dazu Rhabarbersaft und Limonade. Satt und zufrieden setzten wir unseren Weg durch die Straßen fort.


Wir hatten immer wieder tolle Aussichten auf die umliegenden schneebedeckten Berge, sowie eine Draufsicht auf die Brücke aus der Ferne. Zeitweise begleiteten uns Hunde, die erfreut über uns Touristen waren, ansonsten waren nämlich nicht sonderlich viele Menschen unterwegs.


Neben der Brücke fällt ein weiteres großes Bauwerk in Puerto Aysen ins Auge – das hochmoderne Polydeportivo aus dem am Nachmittag laute Musik kam. Wir ließen uns anlocken und sahen ein Basketballspiel zwischen den U15 Nationalmannschaften Brasilien gegen Paraguay. Da die Brasilianerinnen fast alle einen Kopf größer waren als die Mädels aus Paraguay drückten wir den Underdogs die Daumen, aber Brasilien setzte sich letztenendes doch klar durch. Das Spiel war Teil eines internationalen Turniers, das die ganze Woche über in Puerto Aysen stattfand.


Am Abend fuhren wir zurück nach Coyhaique und gingen früh schlafen, um dann am nächsten Tag die fünfstündige Busfahrt nach Puerto Rio Tranquilo auf uns zu nehmen. Die Aussichten schwankten zwischen weltüberragend und gigantisch und es prickelte in den Füßen diese schönen Landschaften mit mehr Zeit zu durchwandern.


Über die Abenteuer in Puerto Rio Tranquilo berichte ich im nächsten Artikel.

Montag, 15. Oktober 2018

Frischer Fisch und Fußball


Vor kurzem hat Johannes, der auch aus Deutschland kommt, angefangen bei Evalueserve zu arbeiten. Er ist im Team von María Paz und bei einem der Mittagessen in der Firma kamen wir auf die Idee an einem Wochenende gemeinsam Backfisch zu machen. Da wir unweit des kleinen Fischerhafens Portales wohnen, trafen wir uns dort letzten Samstag, und kauften zwei dicke fangfrische Fische. Direkt am Hafen konnte man sie ausnehmen und putzen lassen. Unzählige Pelikane und Möwen warteten in unmittelbarer Nähe in der Hoffnung, einen Happen abzubekommen.


So konnten wir zuhause direkt mit der Vorbereitung starten und das Mittagessen wurde sehr lecker. Gestärkt fuhren María Paz (die sich als Vegetarierin mit einem Kartoffelsalat begnügen musste) und ich mit ihren Eltern am Nachmittag ins Fußballstadion nach Viña, wo die chilenische Frauen-Nationalmannschaft gegen Südafrika spielte.


María Paz hatte kostenlos Eintrittskarten bekommen und wir wollten uns das Spektakel nicht entgehen lassen. Und Chile begann sehr gut, kam Mitte der ersten Halbzeit zur verdienten 1:0 Führung. Just in diesem Moment hatte ich angefangen zu filmen, sodass ich dieses Tor aufnehmen konnte.


Dann gab es eine sehr kuriose und fragwürdige rote Karte für Südafrika und Chile konnte in Überzahl 2:1 gewinnen. Später schwappte die La Ola ein paar Mal durchs Stadion und die Stimmung war insgesamt sehr gut. Besonders schön war, dass auch für die Südafrikanerinnen geklatscht wurde, zum Beispiel als deren Mannschaftsaufstellung vorgelesen wurde oder bei der Hymne. Hier kommt noch das Video vom 2:1 per Elfmeter.


Am Sonntag gingen wir dann selbst auf den grünen Rasen und spielten mit einer Gruppe von Freunden. Ich kam vor einigen Monaten über meine Arbeitskollegin Lydia aus den USA zu dieser Gruppe. María Paz ließ sich nun auch überreden und spielte mit uns. Auch ihr Cousin Alvaro war am Start. Als ehrliche Haut muss ich direkt zugeben, dass diese Fotos nicht vom letzten Sonntag sind, sondern von vor ein paar Wochen, aber wir haben leider nicht jede Woche das Glück, dass jemand zuschaut und Fotos macht.


María Paz machte es auf jeden Fall auch viel Spaß und sie schoss beinahe ihr erstes Tor. Jetzt wird sie in Zukunft auch öfters mitkommen zu den Sonntagskicks. Mit der Firma nehme ich demnächst auch an zwei Turnieren teil. Eines ist extern, wo wir gegen andere Firmen um einen Pokal spielen. Das andere ist intern, da spielen wir in kleinen Teams (6 gegen 6) ein Miniturnier aus.


Als wir am Abend nach Hause kamen, konnten wir von unserer Dachterrasse aus den Sonnenuntergang bewundern. Das machte den Deckel auf ein schönes Wochenende drauf und wir waren bereit, in die neue Woche zu starten.



Samstag, 29. September 2018

San Pedro de Atacama - Teil 3 - Vulkane und Tiere


Wenn man Glück hat, kann man auf den Touren rund um San Pedro einige coole Tiere sehen. An den meisten Tagen hatten wir kein Glück, doch am vierten Tag kam plötzlich alles zusammen. Deshalb wird dieser Blogeintrag zahlreiche Tierbilder enthalten, obwohl das eigentliche Spektakel ein anderes war.


Wir hatten nämlich das Glück, dass eine ehemalige Studienkollegin von María Paz auch gerade in San Pedro war und ihr Freund hier schon seit drei Jahren als Guide arbeitet. In einem langen und gemütlichen Gespräch beschlossen wir, einen der Vulkane, die rund um San Pedro rumstehen zu besteigen.


So trafen wir uns am Morgen und fuhren gemeinsam Richtung des Vulkans. Auf dem Weg sahen wir eine Lamafamilie, inklusive Lamababy und ein Vizcacha, das mümmelnd in der Sonne saß. Vizcachas sind eine Mischung aus Maus und Hase, die in der Wüste leben. Mit dem Auto kamen wir bis auf 5000 Meter Höhe und begannen unsere Wanderung.


Obwohl der Tag sehr warm und sonnig war, herrschten auf dieser Höhe Temperaturen um den Nullpunkt und an einigen Stellen starke Winde. Rodrigo, der Guide, führte uns langsamen aber stetigen Schrittes Richtung Gipfel. Obwohl wir uns in einer Geschwindigkeit von 87 Jährigen im Supermarkt bewegten, schnauften wir wie Marathonläufer und unsere Herzen rasten.


Nach einigen Stunden erreichten wir den Gipfel des Vulkans Toco auf 5600 Metern Höhe. Von hier aus hatten wir eine herausragende Aussicht auf den naheliegenden Licancabur (5900 Meter), Lagunen und die Wüste. Rodrigo hatte sogar eine Deutschlandfahne für mich mitgenommen, um ein Gipfelfoto zu schießen.


Der Abstieg gelang dann deutlich schneller und wir kamen wieder beim Auto an. Auch auf dem Rückweg meinte es die Fauna San Pedros gut mit uns und wir sahen eine Gruppe von Vicuñas, von denen alle schnell hinter dem nächsten Hügel verschwanden, außer eines, das professionell für die Kamera posierte.


Ebenso gekonnt posierten eine paar Lamas vor dem Licancabur im Hintergrund. Obwohl wir uns in den drei vorherigen Tagen so gut wie möglich auf die Anstrengung in der Höhe vorbereitet hatten, sowohl was Hydratisierung als auch Akklimatisierung angeht, mussten wir am Nachmittag dennoch dem Ausflug Tribut zollen und saßen wir wie Zombies im Hostal, sprachen nicht, tranken Wasser und warteten darauf, dass das Kopfweh und die ständigen Temperaturwechsel im Körper nachließen.


Am nächsten Morgen ging es uns schon wieder blendend, wir hatten viel Wasser getrunken und nahmen an einer kostenlosen Stadtführung teil. Hier lernten wir einiges über die Geschichte von San Pedros, bevor es zur Touristenhochburg wurde. Ich fand einen haarigen Freund, der mich auf der Stadtführung begleitete.


Nach den Anstrengungen am Vortag ließen wir es heute aber deutlich gemütlicher angehen, saßen im Hostal, aßen dort zu Mittag und beschlossen dann, eine letzte kleine Tour zu unternehmen. Diesmal allerdings zu Fuß und ohne Guide von San Pedro aus.


Wir liefen etwa 45 Minuten zum Pukará de Quitor, einem Fort auf dem Berg, beziehungsweise die Ruinen, die davon noch übrig geblieben sind. Außer den Ruinen gab es noch eine Salzhöhle und in den Stein gehauene Gesichter.


Und am Ende eines knapp einstündigen Marsches bergauf hatten wir eine herausragende Aussicht in alle Richtungen. Das veranlasste mich zu Freudensprüngen, und auch wenn dies schon das Ende unseres Urlaubs bedeutete, so war es doch eine tolle Zeit in San Pedro gewesen. Obwohl viele Touristen die Woche der Nationalfeiertage in San Pedro verbracht hatten, so hatten wir es mit unserer Auswahl der Touren größtenteils geschafft, den großen Touristenmassen aus dem Weg zu gehen.



Sonntag, 23. September 2018

San Pedro de Atacama - Teil 2 - Touren durch die Wüste


Wir unternahmen Touren durch die Wüste und den Salar de Atacama. Zunächst liehen wir uns Fahrräder aus und fuhren ins nahgelegene Valle de la Luna (Mondtal). Findige Füchse werden sich erinnern: Hier war ich schon einmal, und zwar auch mit dem Fahrrad. Wer gerne in der Vergangenheit forscht, findet mit einem Klick auf diesen Link den entsprechenden Artikel.


Insbesondere jetzt in der Woche des Nationalfeiertags, aber auch generell, wird das Valle de la Luna in den Nachmittagen von Touristenmassen überflutet. Deshalb schwangen wir uns früh auf die Drahtesel und rasten in das malerische Tal. An mehreren Stellen auf dem Weg kann man die Fahrräder anschließen und kleine Touren zu Fuß unternehmen, beispielsweise durch eine Höhle, die von Salzadern durchwachsen ist.


Auch von der Duna Mayor hat man einen tollen Ausblick über die mondähnliche Landschaft und ein Stückchen weiter kommt man zu einer ehemaligen Salzmine. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit fuhren wir nicht mehr zum letzten Highlight des Tals „Die drei Marias“, aber das war kein Problem, denn für solche Fälle habe ich ja immer meine eigene María (Paz) dabei.


Am Nachmittag ruhten wir uns von den Strapazen der Fahrradtour aus und bereiteten uns auf den nächsten Tag vor, den wir mit einer offiziellen Tour rund um das malerische Dorf Talabre verbringen würden. Das Schöne an dieser Tour, die wir mit Capricornio Adventures buchten, war, dass sie nicht den üblichen Touristenpfaden folgte. Stattdessen führte sie uns auf die Hochebene bis zum Fuße des Vulkans Lascar. Dort durften wir eine Weile im Schnee spielen.


Vor dem Mittagessen besuchten wir noch Talabre Viejo („Altes Talabre“), ein Dorf aus Ruinen am Fuße des Vulkans. Bis in die 80er Jahre haben die Einwohner von Talabre hier gewohnt und gedacht, der Lascar würde sie beschützen. Letztlich war der Vulkan  allerdings verantwortlich für die Räumung des Dorfes, da nach starken Regenfällen die Gefahr einer Schlammlawine durch das Tal zu groß war. Seitdem wohnen die Einwohner im wenige Kilometer entfernten Talabre und die Ruinen sind eine Erinnerung an die Geschichte des Dorfes.


Man findet dort nicht nur die Ruinen der Häuser, in denen sie gelebt hatten, sondern auch Steinöfen, eine Kirche und die Terrassen, auf denen Landwirtschaft betrieben wurde. Außerdem lief eine Gruppe von Ziegen herum, auf der Suche nach etwas zu essen.


A propos Essen, das stand bei uns als nächstes auf dem Programm. Nach einem üppigen Teller Fleisch, Kartoffeln und Salat fuhren wir weiter, und wieder nur wenige Kilometer hinter Talabre besuchten wir die Steinzeichnungen von Kezala. Diese sind über 5000 Jahre alt und teilweise von der Erosion, verursacht durch die hohen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, aber auch kleinere Stein- und Stammlawinen betroffen, an vielen Stellen aber immer noch gut erkennbar.


In der Hauptsache zeichneten die Menschen damals Lamas, aber auch andere Tiere wie Füchse, Pumas oder straußähnliche Vögel, die zum Schutz der Lamas eingesetzt wurden. Unser Guide wies uns immer wieder auf kleine Details und Interpretationen der Zeichnungen hin. Als wir wieder bei
m Auto ankamen, war die Sonne schon unterwegs Richtung Untergang.


So suchten wir uns einen schönen Platz, um die Rotfärbung der Wolken zu beobachten, Fotos zu machen und zu genießen. Dazu gab es ein paar Häppchen, sodass wir den ganzen Tag über bestens versorgt waren. Mit dem Einbruch der Dunkelheit fuhren wir zurück nach San Pedro und ruhten uns aus.