Valparaíso

Valparaíso

Freitag, 30. Januar 2015

Zurück in Valparaíso

Nach einem letzten Stop in La Serena (die Stadt, die am nächsten an Pisco Elqui liegt), ging es für mich dann auch zurück nach Valparaíso. 
Zwetschgen und Pfirsiche aus dem Garten meiner Tutorin Paulina in La Serena

Hier fing ich nach zwei Treffen mit einem Profe von der Uni mein Fachpraktikum an. In den knapp zwei Monaten soll ich ein Programm schreiben, das geographische Zeitreihen analysiert und Prognosen für die Zukunft treffen soll. Da der Professor für einen Monat im Urlaub ist, arbeite ich meistens von zu Hause.
Ansonsten hat sich das Leben in Valparaíso auch ein bisschen geändert. Mein ehemaliger Mitbewohner Jakob ist Richtung Kolumbien verschwunden und deshalb bin ich auch aus der Wohnung ausgezogen. Ich wohne jetzt mit Maximiliano, einem Chilenen, im 5. Stock eines Hochhauses ganz in der Nähe der Uni.
Die schönen Sonnenuntergänge über dem Hafen sehe ich glücklicherweise immer noch jeden Abend, jetzt von einer etwas anderen Perspektive, aber immer noch genauso schön.
Die ganzen Austauschstudenten sind mittlerweile schon zurück nach Hause gefahren oder noch auf Reisen und die meisten chilenischen Studenten sind auch zu sich nach Hause gefahren. Max ist auch Student, aber an einer anderen Uni und chillt die Woche über. Am Wochenende arbeitet er als Kellner in einem Restaurant.
Zum Glück ist auch María Paz noch hier. Letztens sind wir zusammen durch die Straßen Valparaísos geschlendert und dort habe ich eine kleine Berühmtheit der Stadt kennengelernt. Den Clown Tuga, der an einer großen Kreuzung steht und seinen Schabernack mit den Autos und Menschen treibt. Er ist ziemlich bekannt und hat seine Show auch schon in vielen anderen Städten und sogar in Europa gezeigt. Kein Wunder, dass eine riesige Menschenmenge da stand und enthusiastisch zuschaute. Hier habe ich ein kleines Video gedreht, bei dem Tuga auf einen der Busse gestiegen ist, die an der Ampel standen.

Und aufgrund der sommerlichen Temperaturen habe ich wieder angefangen, Eis selbst zu machen. Los ging es mit Bananen- und OREO-Eis und zuletzt Zitronen- und Stracciatella-Eis. Wurden ganz lecker, aber allzu lange halten sie sich nicht, da man immer Eis-Hunger hat, ich zumindest.

Und als kleinen Appetitmacher: Nächste Woche lade ich ein kleines aber umso lustigeres Video hoch.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Pisco Elqui


Ich kam nach der Nachtfahrt in La Serena an. Von dort fuhr ich gleich mit einem Bus weiter ins Dörfchen Pisco Elqui. Früher hatte das Dorf einen anderen Namen, aber um den Pisco (Traubenschnaps) bekannter zu machen, wurde es umbenannt. Heute ist es ein touristischer Ort, aber sehr ruhig. Die Hostels haben alle große Höfe mit Obstbäumen. Das Hostel, in dem ich war, hatte sogar einen kleinen Pool.
Bekannt ist das ganze Tal für Wein, Pisco und seinen Sternenhimmel in der Nacht.
Ich habe eine kleine Wanderung in ein Seitental unternommen. Kaum dass man raus aus Pisco Elqui ist, befindet man sich praktisch in der Wüste. Mit Trockenheit, Steinen und vereinzelten Kakteen.
Ich stieg ein bisschen auf einen der Berge auf, was eine trockene und schweißtreibende Angelegenheit war. Da ich alleine war, unternahm ich aber keine waghalsigen Klettermanöver, sondern setzte mich am Ende des Weges hin und aß drei Leberwurstbrötchen. Von dort hatte man einen tollen Blick aufs grüne Pisco Elqui.
Dann machte ich mich auf den Rückweg. Auch der blieb weitgehend ohne Highlights, aber ich sah eine Schlange, die sich im Schatten eines Baumes ausruhte.
Zurück im Hostel suchte ich den direkten Weg in den Pool. Ich dümpelte entspannt im kühlen Wasser, als plötzlich vier Kinder angerannt kamen und wir in eine spontane Wasserschlacht verfielen. Dann spielten wir noch eine ganze Weile ein Ballspiel.
Die Abende verbrachte ich mit anderen Deutschen draußen sitzend und die Sterne betrachtend.

Montag, 12. Januar 2015

San Pedro de Atacama


Ich war also gut in Chile angekommen und ging in San Pedro de Atacama erst einmal mit vollem Gepäck zur Bank, und hob Geld ab. Als ich wieder auf die Straße treten wollte, stand einfach ein Lama in der Tür und eine Horde von Touristen davor. Bei näherem Hinsehen stellten sich die Touristen jedoch als Noah, Michael und Sophie heraus, drei andere deutsche Austauschstudenten aus Valparaíso. Das war natürlich ein Ding! Ich suchte mir ein Hostel und ging dann mit ihnen was zu Mittag essen. Sophies Cousine Regina und deren Freund Quirin waren auch am Start. Mit Sophie und den beiden liehen wir am Abend vier Fahrräder und fuhren dann eine Stunde bergauf zum Piedra del Coyote, um den Sonnenuntergang zu beobachten. 
Anscheinend hatte es sich jedoch rumgesprochen, dass die Sonne untergehen würde, denn Busladung um Busladung kamen die Leute an. Wir hatten uns natürlich die besten Plätze gesaved und so war es auch echt schön.
Michael und Noah waren indes beim Sandboarden gewesen, wir trafen sie beim Fahrradverleih wieder. Wir hatten dann noch ein Event empfohlen gekriegt, das am Abend stattfand. Leider wussten wir nicht worum es ging. Es war einfach ein großes gruseliges Metallpferd, das zu gruseliger Musik durch die Straßen gezogen wurde. Wir erfuhren nie den Sinn des Spektakels, weil es auf Dauer einfach ein bisschen zu langweilig war und wir irgendwann gingen. 
Die anderen machten sich am nächsten Morgen ganz früh auf Richtung Uyuni. Ich stand auch recht früh auf und lieh mir wie gestern ein Fahrrad. Heute fuhr ich damit alleine ins Valle de la Luna, ein Naturschutzgebiet in der Wüste. Da radelte ich gemütlich durch und schaute mir bei allen Haltepunkten an, was es dort zu sehen gab. 
Unter anderem gab es eine Höhle aus Salz, wo wir mir aus der Wand einen kleinen Salzkristall schlug. Und dann natürlich riesige Dünen und einfach Mondlandschaft. War schon ziemlich cool. 

Nach insgesamt fünf Stunden gab ich mein Fahrrad wieder ab, war ziemlich platt und hatte insgesamt über drei Liter getrunken. Ich setzte mich in einen Hof mit Internet und entspannte bis zum Abend. Da ging dann mein Nachtbus Richtung La Serena. 
Hierbei vielleicht auch schon mal eine kleine Anekdote: An der ersten Haltestelle des Busses sind viele Leute ausgestiegen, u.a. die Person, die neben mir saß. Ein paar neue sind eingestiegen, u.a. ein mega dicker Mann. Er hatte nicht so den Plan, was genau sein Platz war und fragte den Typen auf der anderen Seite des Flurs, der ihm half. Als ich merkte, dass er wohl nicht mein Sitznachbar werden würde, schaute ich wohl so erleichtert, dass der andere Typ sind nochmal umdrehte, und im Scherz die Nummer des Sitzes neben mir nach hinten rief. Zum Glück hat der mega dicke Mann das aber nicht mehr gehört. Ich musste leise schmunzeln und habe nun die ganze Nacht den Platz neben mir frei.

Sonntag, 11. Januar 2015

Salar de Uyuni

Von La Paz fuhr ich über Nacht nach Uyuni. Ich kam um 9 Uhr am Morgen in dem kleinen Ort an und weniger als zwei Stunden später saß ich schon im Jeep auf der Drei-Tages-Tour durch den Salar de Uyuni. Mit mir waren drei Franzosen und ein Typ aus Quebec mit richtig coolem Holzfällerbart. Wir verstanden uns auf jeden Fall auf Anhieb gut und nach kurzer Fahrt kamen wir zum ersten Haltepunkt der Tour, dem Cementerio de Trenes (Zug-Friedhof). Hier stehen ganz viele alte verrostete Züge in der Wüste, fast wie ein Spielplatz für Touristen. Ich weiß gar nicht, wieso ich gedacht hätte, dass man bei Uyuni relativ alleine mit seiner Gruppe unterwegs ist. Wahrscheinlich weil auf den ganzen Fotos nie die Horden von Touris zu sehen sind, mit denen man von Highlight zu Highlight gekarrt wird. Auf jeden Fall waren wir nicht alleine, sondern schlugen uns mit Leuten aus aller Herren Länder um die begehrten Plätze auf der Schaukel und den coolen Zügen.
Nach einer Viertelstunde mussten wir schon runter vom Spielplatz. Wir liefen dorthin, wo die ganzen Jeeps warteten. Aber trotz langer Suche (es waren schon extrem viele) fanden wir unseren Jeep nicht wieder. Erst nach etwa zehn Minuten kam er angefahren und er hatte keine guten Nachrichten für mich: Ich war raus. Nicht raus aus der Tour, sondern raus aus dem Team. Eiskalt ausgetauscht durch zwei Japanerinnen. Nach dem herzzereißenden Abschied schlich ich mit meinem Gepäck zum Jeep nebenan, mit dem ich von nun an herumfahren sollte. Etwas aufgeregt wartete ich auf die neuen Teammitglieder (und hoffte, dass es kein Sumo-Ring-Team auf Mannschaftsausflug war, denn in den Jeeps war wenig Platz). Die Sorgen waren aber unbegründet. Es waren vier Franzosen und ein Deutschen in meinem Alter, die ein Auslandssemester in Bogotá gemacht hatten. Wir fuhren zu den Spiegeln, wo sich auf dem Salzsee Wasser gesammelt hat. Auch hier durften wir Fotos schießen und dann gab es Mittagessen.
Am Nachmittag gab es dann das Highlight, auf das ich schon die ganze Zeit gewartet hatte. Die lustigen Uyuni-Fotos. Wir probierten ein bisschen aus, aber leider fast nur die Standard-Sachen. In dem Moment fiel mir dann leider auch nicht allzu viel Kreatives ein.
Und die Zeit war auch begrenzt, denn wir mussten noch weiterfahren zur Isla Incahuasi, eine Insel im „Salzsee“, auf der total viele große Kakteen standen. Wir liefen zur Spitze der Insel, einige Unvorsichtige hatten sich schon heftige Sonnenbrände geholt. Ich dagegen, umsichtig wie ein Fuchs, cremte mich immer gut ein. Nach dem Besuch der Insel fuhren wir dann schon zur Unterkunft für die Nacht, ein Hostel aus Salz. Aber gut eingerichtet, war vielleicht das beste Hostel und das beste Bett, in dem ich auf der gesamten Reise geschlafen habe.

Am nächsten Morgen ging es um 7 Uhr weiter mit der Fahrt. Wir verließen den Salzsee und fuhren ab jetzt durch wüstenähnliche Gegend. Zunächst zu einem Aussichtspunkt auf einen rauchenden Vulkan. Da durften wir eine Viertelstunde in den Steinen rumklettern und Fotos schießen.

Die nächsten Sehenswürdigkeiten waren ein paar Lagunen. Die erste war die schönste: Im Wasser spiegelten sich die umliegenden Berge und die Wolken. Zudem war die ganze Lagune voller Flamingos.
In der zweiten Lagune waren dann ein paar Vikuñas, die am Ufer grasten. Wir grasten dann auch, und zwar unser Mittagessen.

Gestärkt ging es weiter bis zum bekannten Arbol de Piedra (Baum aus Stein). Der ist erstaunlich groß und wurde vom Wind geformt. Spätestens an dieser Stelle war ich aber ein bisschen genervt vom Massentourismus, da bei jeden Haltepunkt immer schon viele Jeeps warteten und noch mehr dazukamen.

Aber nach dem letzten Punkt, der Laguna Colorada (die ihre roten Farbe von irgendwelchen Bakterien hat) war der Tag auch schon vorbei, wir kamen um 16 Uhr in unserer Unterkunft an, wo wir uns ausruhen konnten. Vermutlich fragt sich jetzt jemand: Nanu? Schon vorbei? Ihr habt ja fast nichts gesehen an dem Tag! Aber es ist tatsächlich so, dass man viel Zeit im Auto verbringt, und zwischen den einzelnen Stationen bis zu zwei Stunden durch die Wüste fährt.

Wir duschten, aßen zu Abend und genossen den überragenden Sternenhimmel. Dann gingen wir schlafen.

Wir mussten schon um 4.30 Uhr zum Frühstück erscheinen und direkt danach ging es noch im Dunkeln los. Gefühlt hunderte Jeeps fuhren wir leuchtende Käfer die Berge hoch und wir erreichten pünktlich zum Sonnenaufgang die Geysire, die fröhlich und unbeeindruckt von den Touristenmengen vor sich hinsprudelten.

Da es an dieser Stelle aber wirklich ziemlich ziemlich voll mit Menschen war, schossen wir ein Foto und fuhren dann als erste weiter. Daher erreichten wir vor allen anderen die Thermalbecken. Draußen war es ziemlich kalt. Trotzdem riss ich mir alle Kleidung vom Leib und gönnte mir ein Bad im warmen Wasser. Mit der Zeit kamen dann auch alle anderen und der Pool füllte sich immer mehr. War total angenehm, da im Morgenlicht zu dümpeln.

Wir fuhren noch zu den letzten beiden Lagunen weiter und dann ließen mich die anderen an der Grenze zu Chile raus und fuhren zurück nach Uyuni. So überschritt ich am Vormittag die Grenze und war zurück in Chile. Mitten in San Pedro de Atacama in der Wüste.

Dienstag, 6. Januar 2015

Huayna Potosí

In La Paz traf ich mich mit Gabriel, einem Schweden der auch in Valparaíso studiert. Er wurde begleitet von seinem schwedischen Kumpel Jorge und dessen Freundin Cony. Wir buchten eine 3-Tages-Tour, um den 6088 Meter hohen Berg Huayna Potosí, der ganz in der Nähe der Stadt liegt, zu besteigen.
Am ersten Tag fuhren wir zum Base Camp. Zusätzlich zu uns vieren war auch noch Alexander, ein Argentinier am Start. Das Base Camp ist eine Hütte, auf 4750 Meter gelegen. Wir kamen mittags da an und es gab erstmal gut Essen. Dann stand schon die erste Tour zum Akklimatisieren an. Wir liefen etwa eine Stunde und unsere Guides erklärten uns dann wie man sich auf einem Gletscher bewegt, bergauf, bergab und steil oder nicht steil. Dann hatten wir noch ein lustiges Falltraining, wo wir harmlos über den Gletscher schlendernd plötzlich ins Stolpern geraten sollten und uns dann mit einem gezielten Schlag mit dem Eispickel retten sollten. Zum Abschluss durften wir noch eine etwa fünf Meter hohe Gletscherwand mit zwei Pickeln und Steigeisen hochklettern.
Ziemlich platt liefen wir zurück zur Hütte und spielten abends noch ein paar Runden Uno, bevor dann alle in ihre Betten gingen.

Die Nacht war katastrophal. Das lag nicht daran, dass Alex sägte wie ein Holzfäller, sondern dass ich richtig starke Kopfschmerzen hatte und das Gefühl hatte, überhaupt nicht geschlafen zu haben. Als wir uns zum Frühstück trafen, ging es zum Glück allen genau so. Sogar Alex sagte das, und ich hatte echt das Gefühl, dass er durchgeratzt hat. Wie dem auch sei, geteiltes Leid ist halbes Leid und so ging es uns nach dem Frühstück schon ein bisschen besser. Heute hatten wir keine weite Wanderung vor uns, aber dafür mit komplettem Gepäck. Wir liefen insgesamt knapp drei Stunden vom Base Camp zum Campo Alto, was auch eine Hütte war.
Diese schon auf 5120 Metern. Nach dem Mittagessen sollten wir uns etwas aufs Ohr hauen und in unseren Betten dösen. Später gab es Kaffeetrinken und dann auch direkt danach schon das Abendessen. Um 17.30 Uhr war schon Schlafenszeit. Außer Alexander dösten alle so vor sich hin, er schon wieder im vollen Schnarchmodus. Zum Glück wurde er um Mitternacht gestoppt, denn da standen wir alle auf.

Die wärmsten Klamotten wurden angezogen, dazu die komplette Gletscherausrüstung angelegt. Ich war mit dem ältesten Guide Felix und Cony an einem Seil zusammengebunden. Langsam und gleichmäßig schnauften wir durch den Schnee nach oben. Einer der Guides hatte schon bald Feierabend, da die Französin mit der er unterwegs war, sich erbrechen und umkehren musste. Er war ein ganz witziger Kerl und beim Vorbeigehen zwinkerte er mir zu und meinte, wie cool es doch wäre, dass er jetzt noch die ganze Nacht in Ruhe durchpennen könne. Da wusste der Gute aber noch nicht, dass auch Alex einige hundert Meter weiter schlapp machte und ebenfalls zurück musste.
Wir waren nicht allzu flott unterwegs, aber durch den gleichmäßigen Trott kamen wir dennoch voran. Als wir auf 5.900 Metern angekommen waren, hörten wir von weiter oben einen Ruf, dass der Gipfel nicht erreichbar sei.

Das war keine zu große Überraschung, da schon seit vier Tagen wegen andauernden Schneefällen, der schmale Pfad zum Gipfel nicht begehbar war. Da in diesen Momenten auch die Sonne aufging, machten wir noch ein paar Fotos und uns dann langsam an den Abstieg.
So erreichten wir das Campo Alto um kurz vor 9 und später mussten wir nochmal mit Vollgepäck zum Base Camp, wo wir mit dem Bus schließlich nach La Paz zurückgebracht wurden.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Nevado Chicón

Nachdem es bereits zu meinen Lieblingsaktivitäten zu Freiwilligenzeiten gehört hatte, wollte ich es mir auch bei diesem Aufenthalt nicht entgehen lassen, dem Nevado Chicón einen Besuch abzustatten. Die Expedition von Marlon und Gerrit (zwei Tage zuvor) war von starken Regen- und Schneefällen geprägt gewesen. Deshalb bereiteten wir uns auf das Schlimmste vor, doch die Pachamama meinte es verhältnismäßig gut mit uns.

Gerne hätte ich auch ein paar Kinder mitgenommen, doch mittlerweile herrschen andere Regeln in Munaychay und es ist nicht mehr ohne Weiteres möglich, mit Kindern zu wandern. So bestand die Gruppe aus drei motivierten Wanderern: Robert (Malikas Freund), Lukas (einer der aktuellen Freiwilligen) und mir. Auf dem Weg drehten wir viele launige Videos.



Wir liefen um 4.30 Uhr von Munaychay los, es regnete nicht. Wir kamen über den Fluss und stiegen die ersten Meter schnell auf. Als wir bei der ersten Hütte ankamen, wurde es langsam hell und der Nebel im Chicón-Tal verzog sich.


Später kam auch die Sonne hinter den Bergen hervor und wir wanderten gut gelaunt nach oben. Nach knapp fünf Stunden verschwand die Sonne und es wurde neblig, als wir uns dann dem Gletscher näherten, fing es auch an zu nieseln und später zu schneien. Nach insgesamt 6,5 Stunden Aufstieg erreichten wir unser Ziel.


Der Nevado ist in den letzten zweieinhalb Jahren extrem stark geschrumpft. Das „Herz“ im Gletscher war früher komplett von Schnee umgeben, mittlerweile liegt es fast komplett frei. Auch der Teil neben der Lagune ist stark zurückgegangen. Dafür kann man heute in kleine Eishöhlen unter dem Gletscher schlüpfen und über die blaue Farbe und die Muster im Eis staunen. Wir schlachteten eine Packung Gummibärchen und machten uns bald an den Weg nach unten.

Nach insgesamt elf Stunden Wanderung erreichten wir bei bei leichtem Nieselregen wohlbehalten und glücklich das Kinderdorf Munaychay. Meine insgesamt achte Wanderung zum Gletscher war ein richtig tolles Erlebnis. Ich hoffe, es werden noch weitere folgen.