Gerne hätte ich auch ein paar Kinder mitgenommen, doch mittlerweile herrschen andere Regeln in Munaychay und es ist nicht mehr ohne Weiteres möglich, mit Kindern zu wandern. So bestand die Gruppe aus drei motivierten Wanderern: Robert (Malikas Freund), Lukas (einer der aktuellen Freiwilligen) und mir. Auf dem Weg drehten wir viele launige Videos.
Wir liefen um 4.30 Uhr von Munaychay los, es regnete nicht. Wir kamen über den Fluss und stiegen die ersten Meter schnell auf. Als wir bei der ersten Hütte ankamen, wurde es langsam hell und der Nebel im Chicón-Tal verzog sich.
Später kam auch die Sonne hinter den Bergen hervor und wir wanderten gut gelaunt nach oben. Nach knapp fünf Stunden verschwand die Sonne und es wurde neblig, als wir uns dann dem Gletscher näherten, fing es auch an zu nieseln und später zu schneien. Nach insgesamt 6,5 Stunden Aufstieg erreichten wir unser Ziel.
Der Nevado ist in den letzten zweieinhalb Jahren extrem stark geschrumpft. Das „Herz“ im Gletscher war früher komplett von Schnee umgeben, mittlerweile liegt es fast komplett frei. Auch der Teil neben der Lagune ist stark zurückgegangen. Dafür kann man heute in kleine Eishöhlen unter dem Gletscher schlüpfen und über die blaue Farbe und die Muster im Eis staunen. Wir schlachteten eine Packung Gummibärchen und machten uns bald an den Weg nach unten.
Nach insgesamt elf Stunden Wanderung erreichten wir bei bei leichtem Nieselregen wohlbehalten und glücklich das Kinderdorf Munaychay. Meine insgesamt achte Wanderung zum Gletscher war ein richtig tolles Erlebnis. Ich hoffe, es werden noch weitere folgen.
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