Den Weihnachtsabend und den 1.
Weihnachtsfeiertag haben wir gemütlich im Freiwilligenhaus
verbracht.
Von den aktuellen Freiwilligen wurden wir sehr nett
empfangen und so wurden es schöne Weihnachten. Natürlich aßen wir
auch reichlich: Abends wurde immer fett gekocht, und am Morgen des
25. Dezembers brunchten wir mit Obstsalat, Crêpes, Mangosaft,
Smarties und vielen anderen Leckereien.
Für das Abendessen wurden dann sogar
professionelle Fotos geschossen. Bea leuchtete mit der Taschenlampe
auf den Reflektor, den ich perfekt ausrichtete und Marlon schoss dann
tolle Fotos.
Dazu wurde in den Tagen auch wahnsinnig
viel gelacht, was ja auch gesund sein soll. Trotzdem war ich leicht
erkältet und konnte deshalb nicht an der Gletschertour teilnehmen.
Am Samstag fuhr ich früh mit Marlon,
einem der aktuellen Freiwilligen nach Cusco. Da begaben wir uns ins
Getümmel des Baratillo. Das ist ein riesiger Straßenmarkt, der sich
durch mehrere Stadtviertel zieht. Man kann dort fast alles finden:
Schrauben, Bücher, Smartphones, Essen, Kleidung, Autoreifen, Steine,
Schränke. Als ich damals als Freiwilliger dort war und mir ein
Mittagessen gekauft hatte, merkte ich, dass es ziemlich fettig war.
Also kaufte ich mir kurzerhand beim Nachbarstand eine Gabel.
Marlon und ich liefen also durch diesen
Baratillo und kauften einige Kunsthandwerkartikel, Panflöten,
Süßigkeiten und er noch Quechua-Bücher. Nach drei Stunden waren
wir müde und fuhren reich beladen zurück nach Urubamba.
An einem anderen Tag wollte ich meiner
alten Schule in Ccotohuincho einen Besuch abstatten. Unzählige Male
waren Lena und ich während unseres Freiwilligendienstes die Strecke
entlang der alten Bahnschienen gelaufen. Auf dem Weg traf ich auch
schon ein paar der alten Schüler und es wurde immer vertrauter.
Als
ich dann aber am Schulgebäude ankam, erwartete mich eine
Überraschung. Die komplette Schule war abgerissen, von den
Klassenzimmern standen nur noch die Grundmauern. Auf Nachfrage erfuhr
ich, dass es anscheinend Geld für eine neue Schule von der Regierung
gegeben hatte. Daraufhin hatte die Direktorin schnell die alte Schule
abreißen lassen. Und wenig später kam heraus, dass es das Geld doch
nicht gab. Jetzt wird in Zelten unterrichtet, was natürlich ziemlich
bitter ist.
Noch ein Wort zum Wetter: Momentan ist
Regenzeit, und es regnet auch immer wieder. Marlon und Gerrit, zwei
Freiwillige sind am Sonntag zum Gletscher hochgelaufen. Leider war
ich zu erkältet, um mitlaufen zu können. Es regnete bei ihnen die
ganze Zeit, oben hatte es sogar Schnee.
Zum Glück gibt es immer wieder auch
sonnige Momente und tagsüber ist es relativ warm, sodass ich
insgesamt auch genug Zeit habe, den Urlaub zu genießen.



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