Valparaíso

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Donnerstag, 27. Dezember 2018

Frohe Weihnachten!


Sandflöckchen, Sommerröckchen statt Schneeflöckchen, Weißröckchen war auch in diesem Jahr wieder das Motto für Weihnachten! In der warmen Abendsonne war der Wunsch nach Plätzchenbacken nach der Arbeit nicht überaus ausgeprägt. So schlürfte ich lieber Limonade, buk einfache und schnelle Klassiker und teilte mit Arbeitskollegen und dem Book Club, den María Paz in der Firma leitet.

Die beste Anschaffung des letzten Monats: ein Whiteboard im Wohnzimmer!
Am Wochenende vor Weihnachten war dann aber doch allerhöchste Eisenbahn angesagt und so machten wir zwei intensive Backsessions. Am Samstag buken María Paz und ich mit ihrer kleinen Cousine Monse und Jana, die auch aus Deutschland kommt. 


Sie probierte vegane Rezepte aus, ich hielt mich aus Zeitmangel lieber an Rezepte die schnell und einfach viele Plätzchen  produzieren. Auch für die Künstler gab es etwas zu tun, denn wir probierten Schneemänner aus Pfeffernüssen aus (Pfeffernüsse gibt es im Supermarkt – sind aus Deutschland importiert).


Außerdem wollten die Butterplätzchen bunt bemalt werden. Für die zweite Backsession hatte ich die hilfreichen Hände von María Paz und Coi, die aus Peñaflor angefahren kommen war, zur Verfügung. So buken wir am 23. Dezember abends nochmal drei Sorten und während ich am 24. noch arbeiten musste, produzierte Coi fleißig weiter.


So musste keiner unter Plätzchenmangel leiden und wir hatten gute Mitbringsel in der Hinterhand. Denn nach dem Abendessen und der Bescherung im Haus von María Paz‘ Eltern war die Nacht noch lange nicht vorbei. Wir fuhren alle zusammen zur Tante und Onkel von María Paz und auch da gab es nochmal Geschenke und Torte. Ausreichend gezuckert gingen wir später schlafen.

Neun Plätzchensorten konnten wir uns an Heiligabend schmecken lassen.
Am nächsten Tag ging es aber weiter mit der Besuchs- und Schlemmtour durch Valparaíso. Die Großeltern hatten zum Mittagessen eingeladen und passend zum Wetter wurde gegrillt. Alle hatten viele Fragen an Coi und ihr Spanisch ist schon erste Sahne, sodass sie problemlos an der Konversation teilnehmen konnte. 


Für sie ging es am Nachmittag zurück nach Peñaflor, wo sie morgen wieder arbeiten muss. Wir besuchten noch eine andere Tante – wieder gab es Geschenke, deutsche Plätzchen und etwas zu essen – und dann war endlich Zeit, um die Geschenke genauer unter die Lupe zu nehmen, zu lesen und ein bisschen aufzuräumen. Einen zweiten Weihnachtsfeiertag gibt es leider nicht, und so ruft morgen schon wieder die Arbeit. Aber ich habe schon von Kollegen gehört, dass die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ganz entspannt wird.

Freitag, 7. Dezember 2018

Coi und Gala (= Koala)


Nachdem ich nun schon lange Zeit versuche, mit schönen Fotos von Sonnenuntergängen und herausragenden Landschaften meine Familie nach Chile zu locken, ist mir nun doch tatsächlich der erste Fisch ins Netz gegangen. Mit anderen Worten: Ich war sehr glücklich meine Schwester Coi letzten Freitag vom Busterminal in Viña del Mar abholen zu können.


Da ihre Schulfreundin Rici auch gerade in Chile ist, trafen wir uns alle und erkundeten am Wochenende ein bisschen die Stadt, den Strand und chillten mit Mews zuhause. Außerdem gingen wir auf den Fischmarkt, wo wir Pelikane und Robben beobachteten und schließlich am Strand entlang zum richtigen Markt, wo wir für die Woche saftig einkauften (zum Beispiel 8kg Erdbeeren). Den Rest der Woche waren wir dann mit den Erdbeeren beschäftigt.

Beispiel für gelungene Integration
Während María Paz und ich unter der Woche arbeiten mussten, erkundete Coi auf eigene Faust zuerst Valparaíso, dann Viña (wo es eine Ausstellung gab, auf der alle Regionen Chiles – von der Atacamawüste bis nach Patagonien – vorgestellt wurden) und schließlich Concon, wo sie eine Art Naturschutzgebiet zur Vogelbeobachtung besuchte. An den Abenden war dann immer Zeit für Spiele, Spanischlernen, spielend Spanischlernen und spanische Spiele lernen. Außerdem gönnten wir uns ein Feierabendbier am Strand und schon war die Woche um, und Coi verschwand Richtung Santiago. Sie wird die nächsten beiden Monate ein Praktikum auf einem ökologischen Bauernhof in der Nähe von Santiago machen.


María Paz und ich gingen am Samstag auf die Gala der Universidad Santa María. Als Ex-Alumnos waren wir auch eingeladen und da wir noch nie zusammen auf diese Feier gegangen sind, schlugen wir dieses Jahr zu. Es war alles nobel eingerichtet, gab viele Lichter, und Möglichkeiten Fotos von sich schießen zu lassen. Außerdem gab es verschiedene Dancefloors und Bars mit Freigetränken. Für den kleinen Hunger hatten sich Foodtrucks auf dem Patio Central aufgestellt und boten Pizza, Burger, Döner oder Quesadillas an.


Außerdem hatten Künstler die Initialen der Uni in große Eisblöcke gesägt und auch ein Konterfei der Universität herausgearbeitet. 


Zu Beginn war die große Masse oben beim Swimming Pool der Uni unter freiem Himmel, aber mit zunehmender Dauer und Alkoholpegel verschob sich das Event mehr und mehr in die Turnhalle. Es war cool, mal wieder in der Uni unterwegs zu sein, und einige ehemalige Studienkollegen aus Austauschsemesterzeiten zu treffen. Noch dazu waren alle so formal unterwegs und es wurde sich über die Arbeit unterhalten – wir werden langsam alt.