In der letzten
Woche fand in Valparaíso das Festival de las Artes 2018 statt. Den ganzen Tag
über gab es verschiedene Workshops in verschiedenen Teilen der Stadt und abends
meist Konzerte auf der Plaza Sotomayor, einer der größten Plazas von
Valparaíso.
An zwei Tagen
gönnten wir uns abends die Shows. Parallel zu den Auftritten gab es auch
Foodtrucks und Verkauf von Kunsthandwerk, sodass man nebenher Musik hören,
essen und einkaufen konnte. Zudem stand das ganze Festival unter dem Motto
Recycling, sodass immer wieder kurze „Werbe“pausen stattfanden, in denen auf
die Wichtigkeit des Themas hingewiesen wurde. Anstelle von den gewöhnlichen
Mülleimern für alles, gab es Behälter für 6 verschiedene Sorten von Müll. Ein
sehr gute, und auch sehr wichtige Initiative, da Müll in Valparaíso wirklich
ein Problem darstellt. Zum Glück bewegt sich aber langsam auch die Regierung,
und demnächst sollen in allen Küstenstädten Chiles Plastiktüten beim Einkaufen
verboten werden. Wo wir schon dabei sind, kann ich den Exkurs auch direkt
fortsetzen, ich habe mich sozusagen in Rage geschrieben. In den Supermärkten
gibt es hier hinter den Kassen immer Einpacker, die einem sofort alles Gekaufte
gegen eine freiwillige Spende in Plastiktüten einpacken. Leider ist das Ganze
so in der Gesellschaft verankert, dass man auch, wenn man z.B. einen normal
eingepackten Frischkäse oder ein Paket Zucker kauft, immer 1-2 Plastiktüten
bekommt. Das Meer und die Fische bedanken sich.
Na gut, jetzt bin
ich aber gehörig abgeschweift, zurück zum Festival de las Artes. Am ersten
Abend blieben wir nicht so lange, schauten uns die Verkaufsstände an und
tanzten ein bisschen zur Musik. Mit uns tanzten auch große Menschen.
Auch am
Samstagabend fuhren wir mit den Eltern von María Paz wieder zur Plaza
Sotomayor. Zunächst performte Kumbá, eine Band die Body-Percussion machte,
eigentlich machten sie Geräusche mit allem was auf der Bühne so rumstand. Zudem
banden sie auch das Publikum super ein, sodass der Auftritt allen Spaß machte.
In einer ruhigen
Minute konnte ich auch ein Foto mit einem tanzenden Lama schießen, das sehr
freundlich war und nicht spuckte.
Der letzte
Auftritt war von der Kolumbianerin Totó La Momposina. Diese ist durchaus
berühmt in Südamerika, vielleicht kennen sie einige auch aus dem Lied „Latinoamerica“
von Calle 13 (https://www.youtube.com/watch?v=J1KwZ0_HBxA) , in welchem sie den
Refrain singt. Hier, beim Festival de las Artes, trat sie mit einer Trommelband
auf und brachte die ganze Plaza Sotomayor zum Tanzen.
Einer aber tanzte
nicht, ein dicker Straßenhund. Dieser fand uns und beschloss für den Rest des
Abends bei uns zu bleiben. Er legte sich einfach in die Mitte, chillte, ließ
sich streicheln und genoss die Musik.



