Valparaíso

Valparaíso

Donnerstag, 11. Januar 2018

Zeit für Hobbies

Das neue Jahr hat recht gut begonnen, denn ich hatte direkt zwei Bewerbungsgespräche bei einer meiner favorisierten Firmen und die liefen auch ganz gut, sodass ich jetzt auf den nächsten Schritt warte. María Paz ist derweil fleißig am arbeiten und ich will in diesem Beitrag ein bisschen beschreiben, was ich so den lieben, langen Tag zuhause mache.

Insgesamt finde ich meine Situation gerade sehr entspannt, denn ich habe viel Zeit, meinen Hobbies nachzukommen. Zum einen habe ich mich auf der Seite kaggle.com angemeldet, auf der es alles zum Thema Data Science zu finden gibt: Tutorials, viele verschiedene Datensätze zum selbst herumprobieren und auch Wettbewerbe, an denen man teilnehmen und sogar viel Geld gewinnen kann (wenn man sich gegen tausende von anderen Programmierern durchsetzt).  Auf jeden Fall habe ich in den letzten Tagen ein bisschen mit Zeitungstiteln einer australischen Zeitung herumgespielt und versucht, diese ein bisschen zu analysieren. Unter anderem habe ich eine Funktion geschrieben, die für verschiedene Wörter, deren Auftreten in den Zeitungstiteln zählt und graphisch ausgibt. Aus Jux habe ich dann auch mal geschaut, wer von meinen ehemaligen WG-Mitgliedern die prominentesten Namensvetter in den australischen Medien hat  – und der eindeutige Sieger war zu meiner äußersten Freude ich.


Im Siegesrausch suchte ich direkt nach größeren Gegnern, mir wurde aber schnell gezeigt, dass Richard doch nicht übertrieben häufig in den Medien vorkommt. Ein gewisser Donald ist – insbesondere seit dem letzten Jahr – doch deutlich präsenter.


Desweiteren habe ich angefangen, coole Rezepte aufzuschreiben. Zum einen laden die günstigen Preise auf dem Markt dazu ein, viele Dinge auszuprobieren. Zum anderen kann sich María Paz so das Mittagessen für den nächsten Tag mitnehmen und muss am Abend nicht mehr kochen. 


Falls sich jemand fragt, warum die Rezepte in allen Farben des Regenbogens aufgeschrieben sind: das liegt daran dass María Paz mir einen coolen Stift mit mehreren Minen gegeben hat und es unheimlich einfach ist, zwischen den Farben hin- und herzuswitchen.


Neben den Mittagessen habe ich auch schon Müsli (das berühmte Leuchtturmmüsli von Westerheversand, das mir meine Schwester zukommen hat lassen) und Brot (mit Rosmarin aus dem Garten und Knoblauch) gemacht. Außerdem mache ich mir jeden Tag einen Smoothie, entweder mit Früchten vom Markt, oder auch mit Obst aus dem eigenen Garten, denn dort haben wir einen Baum mit Nisperos und einen Zwetschgenbaum. Außerdem hängen einige Äste eines Aprikosenbaums vom Nachbarsgrundstück zu uns herüber und jeden Morgen liegen da 4-5 frische Aprikosen auf dem Boden.


Wenn ich im Garten unterwegs bin, begleitet mich immer unsere Katze Mews, die stets gestreichelt werden will und dafür auch – wie ein Hund – am Bein hochspringt, wenn dies nicht schnell genug geschieht. Um ehrlich zu sein, ist Mews auch nicht ihr wahrer Name, doch wir hatten uns schon daran gewöhnt, als wir diesen erfuhren, sodass wir einfach dabei blieben. Und Mews hat sich deswegen noch nicht beschwert. Nachdem ich mit meinen Aprikosen zurück ins Haus komme, kann ich schon bald einen leckeren Smoothie genießen. Der Spruch auf dem Glas "mehr Vivaldi, weniger Pavarotti" ist übrigens bestes chilenisches Spanisch und bedeutet grob übersetzt "sei lebhafter, weniger trantütig". 


Ansonsten setze ich mich auch gerne hinten im Garten hin und spiele ein bisschen auf meiner Ukulele. Nach dem Dezember, in dem ich nur Weihnachtslieder einstudierte, ist nun auch wieder Zeit für das normale Rock’n’Roll in meinem Leben.


Und gibt es ja auch immer noch Bücher. Meine Eltern haben mir zu Weihnachten ein Buch über Statistik im Fußball geschenkt, in dem versucht wird, Spielausgänge und Ergebnisse mithilfe von Daten möglichst genau zu prognostizieren. Da es zwei meiner Lieblingsthemen kombiniert, ist das natürlich ein sehr spannender Zeitvertreib. Außerdem habe ich mir ein Buch mit lauter kurzen, interessanten Geschichten über Chile gekauft. Jetzt lerne ich endlich mal ein bisschen, woher die ganzen Straßennamen kommen, über die man tagtäglich stolpert. Da es auch viele Bilder gibt, ist das Buch wie gemacht für mich.



Wer mich kennt, der weiß, dass ich auch einen zwanzigminütigen Mittagschlaf zu meinen Hobbies zähle. Es gibt nichts besseres, und deshalb werde ich jetzt auch eine kleine Siesta machen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen