Das neue Jahr hat
recht gut begonnen, denn ich hatte direkt zwei Bewerbungsgespräche bei einer
meiner favorisierten Firmen und die liefen auch ganz gut, sodass ich jetzt auf
den nächsten Schritt warte. María Paz ist derweil fleißig am arbeiten und ich will
in diesem Beitrag ein bisschen beschreiben, was ich so den lieben, langen Tag
zuhause mache.
Insgesamt finde
ich meine Situation gerade sehr entspannt, denn ich habe viel Zeit, meinen
Hobbies nachzukommen. Zum einen habe ich mich auf der Seite kaggle.com
angemeldet, auf der es alles zum Thema Data Science zu finden gibt: Tutorials,
viele verschiedene Datensätze zum selbst herumprobieren und auch Wettbewerbe,
an denen man teilnehmen und sogar viel Geld gewinnen kann (wenn man sich gegen
tausende von anderen Programmierern durchsetzt). Auf jeden Fall habe ich in den letzten Tagen
ein bisschen mit Zeitungstiteln einer australischen Zeitung herumgespielt und
versucht, diese ein bisschen zu analysieren. Unter anderem habe ich eine
Funktion geschrieben, die für verschiedene Wörter, deren Auftreten in den
Zeitungstiteln zählt und graphisch ausgibt. Aus Jux habe ich dann auch mal
geschaut, wer von meinen ehemaligen WG-Mitgliedern die prominentesten
Namensvetter in den australischen Medien hat – und der eindeutige Sieger war zu meiner
äußersten Freude ich.
Im Siegesrausch
suchte ich direkt nach größeren Gegnern, mir wurde aber schnell gezeigt, dass
Richard doch nicht übertrieben häufig in den Medien vorkommt. Ein gewisser
Donald ist – insbesondere seit dem letzten Jahr – doch deutlich präsenter.
Desweiteren habe
ich angefangen, coole Rezepte aufzuschreiben. Zum einen laden die günstigen
Preise auf dem Markt dazu ein, viele Dinge auszuprobieren. Zum anderen kann sich
María Paz so das Mittagessen für den nächsten Tag mitnehmen und muss am Abend
nicht mehr kochen.
Falls sich jemand fragt, warum die Rezepte in allen Farben
des Regenbogens aufgeschrieben sind: das liegt daran dass María Paz mir einen
coolen Stift mit mehreren Minen gegeben hat und es unheimlich einfach ist,
zwischen den Farben hin- und herzuswitchen.
Neben den
Mittagessen habe ich auch schon Müsli (das berühmte Leuchtturmmüsli von
Westerheversand, das mir meine Schwester zukommen hat lassen) und Brot (mit
Rosmarin aus dem Garten und Knoblauch) gemacht. Außerdem mache ich mir jeden
Tag einen Smoothie, entweder mit Früchten vom Markt, oder auch mit Obst aus dem
eigenen Garten, denn dort haben wir einen Baum mit Nisperos und einen
Zwetschgenbaum. Außerdem hängen einige Äste eines Aprikosenbaums vom
Nachbarsgrundstück zu uns herüber und jeden Morgen liegen da 4-5 frische
Aprikosen auf dem Boden.
Wenn ich im
Garten unterwegs bin, begleitet mich immer unsere Katze Mews, die stets
gestreichelt werden will und dafür auch – wie ein Hund – am Bein hochspringt,
wenn dies nicht schnell genug geschieht. Um ehrlich zu sein, ist Mews auch
nicht ihr wahrer Name, doch wir hatten uns schon daran gewöhnt, als wir diesen
erfuhren, sodass wir einfach dabei blieben. Und Mews hat sich deswegen noch
nicht beschwert. Nachdem ich mit meinen Aprikosen zurück ins Haus komme, kann ich schon bald einen leckeren Smoothie genießen. Der Spruch auf dem Glas "mehr Vivaldi, weniger Pavarotti" ist übrigens bestes chilenisches Spanisch und bedeutet grob übersetzt "sei lebhafter, weniger trantütig".
Ansonsten setze
ich mich auch gerne hinten im Garten hin und spiele ein bisschen auf meiner
Ukulele. Nach dem Dezember, in dem ich nur Weihnachtslieder einstudierte, ist
nun auch wieder Zeit für das normale Rock’n’Roll in meinem Leben.
Und gibt es
ja auch immer noch Bücher. Meine Eltern haben mir zu Weihnachten ein Buch über
Statistik im Fußball geschenkt, in dem versucht wird, Spielausgänge und
Ergebnisse mithilfe von Daten möglichst genau zu prognostizieren. Da es zwei
meiner Lieblingsthemen kombiniert, ist das natürlich ein sehr spannender
Zeitvertreib. Außerdem habe ich mir ein Buch mit lauter kurzen, interessanten Geschichten
über Chile gekauft. Jetzt lerne ich endlich mal ein bisschen, woher die ganzen
Straßennamen kommen, über die man tagtäglich stolpert. Da es auch viele Bilder
gibt, ist das Buch wie gemacht für mich.
Wer mich kennt,
der weiß, dass ich auch einen zwanzigminütigen Mittagschlaf zu meinen Hobbies
zähle. Es gibt nichts besseres, und deshalb werde ich jetzt auch eine kleine Siesta machen.


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