Valparaíso

Valparaíso

Dienstag, 26. November 2019

Karibikträume


Schließ die Augen und stelle dir vor du liegst an einem Strand. Das türkisblaue Wasser schlägt in leichten Wellen an Land und rauscht leise im Hintergrund. Ein leichter Wind rauscht durch die Palmen über dir, die dir Schatten spenden. In der Ferne springen zwei rosafarbene Delfine dem Sonnenuntergang entgegen.


Was sich anhört, wie der Einstieg in eine Entspannungsübung, ist auch einer.  Delfine haben wir leider keine gesehen und schon gar keine rosafarbenen. Trotzdem war der Urlaub, den María Paz und ich in der Karibik verbrachten geprägt von idyllischen Strandlandschaften und viel Entspannung. Wir waren in einem All-Inclusive Ressort in Bayahibe in der Dominikanischen Republik untergebracht. Zu Fuß von unserem Zimmer zum Strand waren es nur fünf Minuten.



All-Inclusive heißt vor allem: sich überhaupt keine Sorgen ums Essen zu machen. Es gab für das Frühstück, Mittagessen und Abendessen jeweils ein täglich wechselndes, reichhaltiges Buffet, das auch Vegetarier-Herzen höher schlagen ließ. Mittags gab es zusätzlich ein italienisches Nudelrestaurant und abends konnte man zwischen italienisch, karibisch und Steakhouse wählen. Außerdem gab es am Strand Crêpes und rund um die Uhr Pizza. Wir aßen nicht viel, aber oft. Und wenn, dann viel.


Jeden Tag gab es verschiedene Aktivitäten, die vom Animationsteam organisiert wurden. Ich nahm fleißig an Beach-Volleyballspielen teil, und mit María Paz machten wir Stretching, Tanzkurs und Gymnastik im Meer. An einem Tag gab es eine Paella-Party, an einem anderen eine Kokosnuss-Party und viele weitere Aktivitäten. Zwischendurch lagen wir am Strand und bräunten uns. Das Meer wartete mit angenehmen Temperaturen, um sich abzukühlen.


Abends gab es auch immer eine Art Show, meistens waren es Tanzshows, aber es gab auch einen Zirkus mit Akrobaten, „König der Löwen“ mit den Kindern des Ressorts in Nebenrollen und ein Karaoke, bei dem María Paz und ich auch ein Lied vortrugen. Ich war allerdings aufgrund mangelnder Textsicherheit nur brummend im Hintergrund, während María Paz die Leadrolle übernahm.


Nach lediglich zehn Tagen am Strand war der Urlaub leider schon wieder vorbei und wir flogen zurück nach Chile. Die gewünschte Entspannung war jedoch mehr als erfüllt geworden und so kommen wir mit Energie und schönen Erinnerungen zurück nach Valparaíso.



Samstag, 2. November 2019

Auftritt bei der LatinR Konferenz

In meiner Arbeit versuche ich täglich aus großen Datenmengen Informationen zu gewinnen und diese in einer verständlichen Art und Weise darzustellen. Wie dies geschieht ist in meinem Team jedem freigestellt, manche benutzen Excel und PowerPoint, andere SAS und wieder andere Python. Für die meisten Aufgaben benutze ich R, eine Programmiersprache die von Statistikern für Statistiker entwickelt wurde, mittlerweile aber ein Allrounder ist, der besonders in der Arbeit mit Daten manchmal Wunder vollbringt.

Seit ich während meiner Masterarbeit ein Poster beim European Congress for Stereology and Image Analysis präsentieren und dabei erstmals Konferenzluft schnuppern durfte, bin ich ein großer Fan von Konferenzen. 2018 besuchte ich drei Konferenzen in Santiago und dieses Jahr bewarb ich mich als Speaker für die LatinR Konferenz (Link), bei der es um die Programmiersprache R ging.

Das Thema, das ich vorschlug war Fuzzy merging. In einfachen Worten geht es darum Worte, die das gleiche meinen zu finden, auch wenn sie unterschiedlich geschrieben sind. Ein paar Beispiele sind Firmennamen (McDonald’s vs. MCDONALDS), Beschreibungen von Verkaufsgegenständen auf Ebay (Apple Iphone vs iPhone) oder Personennamen und –adressen (Alex Schmidt, Hauptstraße 21 vs. Alexander Schmidt, Hauptstr. 21).

Meine Bewerbung wurde akzeptiert und so war ich ganz aufgeregt, während ich meinen Vortrag unzählige Male zuhause vor dem Spiegel und im Wohnzimmer probte. Auch in der Firma machte ich eine Art Generalprobe, nach der ich nochmal ein bisschen Feedback bekam und die Präsentation verbesserte. Ich hatte früher im Jahr an einem Präsentations-Workshop teilgenommen, der mich sehr inspiriert hat. Einer der Hauptpunkte war, dass Storytelling extrem wichtig ist, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu bekommen und länger im Gedächtnis zu bleiben. Das versuchte ich in meiner Präsentation einzubauen.

Nun aber zu Konferenz. Sie fand vom 25.-27. September in Santiago statt. Es gab drei große Keynote-Speaker. Mine Çetinkaya-Rundel von der University of Edinburg, die über die Lehre mit R in Universitäten sprach und Erin LeDell von H2O.ia und Mitgründerin von R-Ladies. Sie sprach über Machine Learning mit R und die Vorteile H2O für diese Zwecke. Und als absolutes Highlight die – wahrscheinlich – aktuell berühmteste Person in der R-Welt: Hadley Wickham, Chief Data Scientist bei RStudio und Entwickler von einigen der meist benutzen R Packages, die ich auch tagtäglich benutze.

Hadley Wickham während seiner Präsentation.

Ich hatte Glück, denn meine Präsentation fand relativ am Anfang statt, sodass ich die Aufregung schnell hinter mir hatte.  Im Moment der Präsentation machte sich die viele Übung aber bezahlt, denn ich war innerlich sehr ruhig, hatte die richtigen Worte zur Hand und konnte ins Publikum gucken und den Auftritt in gewisser Weise genießen. Erick, der Chef von meinem Chef begleitete mich zu der Konferenz und machte auch ein Video von meinem Auftritt.




Nach der Präsentation gab es mehrere Fragen, die ich alle beantworten konnte, aus meiner Sicht war es ein erster erfolgreicher Auftritt bei einer Konferenz und es machte Spaß! Im Anschluss konnte ich ganz entspannt den restlichen Vorträgen lauschen und mir einige Inspirationen für zukünftige Projekte holen. Außerdem bekam ich eine Widmung von Hadley Wickham in ein Buch von ihm, das ich besitze (ggplot2). 

Ich habe schon (über Twitter) gehört, dass es im Januar ein SatRdays Event in Concepción (10 Stunden südlich von Santiago) geben wird. Momentan habe ich kein fertiges Thema über das ich sprechen könnte, aber es wäre eine tolle Möglichkeit für den nächsten Auftritt.