Chaitén ist eine
kleine Stadt im Süden Chiles, die im Jahr 2008 vom gleichnamigen Vulkan
(Chaitén) stark betroffen war. Da dieser spontan – nach tausenden von Jahren –
beschloss auszubrechen, mussten alle Einwohner evakuiert werden. Da dies auch
einigermaßen gut funktionierte, forderte der Ausbruch keine Menschenleben, doch
die Tiere mussten leider zurückgelassen werden. Heute – über zehn Jahre nach
dem Ausbruch ist das Leben in die Kleinstadt zurückgekehrt, auch wenn es
natürlich noch überall die Spuren des Vulkanausbruches zu sehen gibt. Der Fluss
schwemmte so viel Asche und Steine an, dass sich die Uferlinie einige hundert
Meter weit verschoben hat. An unserem ersten Tag machten wir einen Ausflug mit
einem Hund über die Asche, bis zum Meer.
Der zweite Tag
war leider etwas regnerisch, aber wir sind ja nicht aus Zucker. Wir liefen
zunächst zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt und dann einige Zeit am
Fluss entlang. Der Fluss, der übrigens durch den Vulkanausbruch seinen Verlauf
geändert hat und jetzt die Stadt in zwei Teile teilt. Außerdem sahen wir ein
paar Häuser, die bis obenhin mit Asche und Sand voll waren. Drinnen waren noch
Gardinen und Glühbirnen, aber bewohnbar waren sie natürlich nicht mehr.
Als es dann etwas
anfing zu regnen, diente uns eines der riesengroßen Nalcas-Blätter, die dort
überall wachsen als Unterschlupf. Wir versuchten noch, zwei Bäche zu
überqueren, gaben aber letztlich auf und liefen – da der Regen mittlerweile
aufgehört hatte, noch durch die Stadt.
Am Abend liefen
wir wieder vor zum Ufer und die untergehende Sonne bildete mit den Regenwolken
ein herrliches Panorama, das wir bis zum letzten Moment genossen. Da zudem Ebbe
war, spiegelten sich die Farben in den Pfützen, die das Meer zurückgelassen
hatte. Dann wurde es kalt und wir gingen zurück in unsere Hütte.
Am nächsten
Morgen war der Himmel komplett klar und wir entdeckten in der Ferne den
imposanten Vulkan Corcovado. Unser Ziel für den Tag war auch ein Vulkan, der
allerdings weit weniger spektakulär aussieht. Es ist kein geringerer als der
Vulkan Chaitén, der die Stadt vor einer Dekade in tiefe Sorgen stürzte. Der
Aufstieg auf den Vulkan dauert nur etwa zwei Stunden, wobei das mit
botanisierenden Eltern zuweilen auch etwas länger dauern kann. Oben sieht man im
riesigen Krater zwei noch rauchende Schlote stehen.
Auch am nächsten
Tag unternahmen wir eine Wanderung. Wie der Vulkan Chaitén ist auch diese Route
Teil des Nationalparks Pumalín. Dieser Park war vom einstigen Esprit und The
Northface Besitzer Douglas Tompkins errichtet worden und wird im nächsten Monat
dem chilenischen Staat überreicht. Was Tompkins hier schaffen ließ, ist aller
Achtung wert.
Die Infrastruktur
aus Holzleitern und –treppen, die helfen, die schlammigen Berge durch den
dichten Regenwald nach oben zu gehen, ist sehr beeindruckend. Da wir in einer
der regenreichsten Regionen Chiles unterwegs waren, ist auch die Instandhaltung
aller Wege keine Selbstverständlichkeit. Hoffen wir mal, dass der Staat das
weiter so gut erhält. Unser Ziel war das
Postkartenmotiv Lagune Tronador, auf die wir einen tollen Ausblick hatten und
ein Picknick machten. Zudem waren wir fast die einzigen Leute, die unterwegs
waren.
So endete unsere
Zeit in Chaitén und wir kauften uns Tickets für die Fähre zurück nach Puerto
Montt am nächsten Morgen. Da schon wieder Regen für Chaitén vorhergesagt war, verbrachten
wir die letzten beiden Tage lieber etwas weiter nördlich. Aber nicht zu viel
verraten, die Details gibt es im
nächsten Eintrag zu lesen.
