Valparaíso

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Sonntag, 24. März 2019

Eltern im Anflug


Stück für Stück hatte es sich schon angedeutet – nachdem zunächst Corinna im November nach Chile gereist war und im Dezember auch Nora folgte – da konnten sich die Eltern dem Gruppenzwang nicht länger entziehen, und buchten auch einen Flug von Frankfurt nach Santiago. Im Gegensatz zu den Schwester, die momentan im tiefsten Süden durch eiskalte Flüsse waten und vor Gletschern zelten, kamen die Eltern ohne Spanischkenntnisse an. Ich konnte aber sehr stolz auf sie sein, da sie den Weg vom Flughafen nach Viña del Mar alleine meisterten und ich sie gemütlich am Busterminal in Empfang nehmen konnte. Leider hatte Papa nicht nur Süßigkeiten für mich im Gepäck, sondern auch eine Erkältung. Da sie am Sonntag gen Süden weiterfahren wollten, musste er sich die beiden Tage schonen, während ich mit Mama Valparaíso erkundete.



„Wir machen jetzt aber nicht die ganze Zeit Fotos von jedem Graffiti.“, war das erste was Mama sagte, als wir in den touristischen Bereich kamen. „Oh, diese Eulen sind ja super originell, das können wir ja schon fotografieren“, war der zweite. Und schon nach der ersten Straße war klar, dass der Vorsatz nicht umgesetzt wurde, wir erkundeten die Hügel und liefen kilometerweit durch die Stadt. Mama war beeindruckt von der Vielfalt an Techniken, Farben, Motiven und Größen, die die Graffitis aufwiesen.


Als ich ihr eines der ersten Graffitis zeigen wollte, das ich selbst kennengelernt hatte, von einem Mann, der einen großen Kopf auf einem Skateboard schiebt, merkte ich, dass es mittlerweile durch ein anderes Graffiti ersetzt worden war. Langsam komme ich in ein „Alter“ in Valparaíso, dass ich schon ein altes staubiges Buch aufschlagen kann und mit brüchiger Stimme erzählen kann: „Früüher, als ich nach Valparaíso gekommen bin,…“


Dank neuer Technologien konnten wir die besten Fotos direkt zu Papa senden, der teetrinkend zuhause auf unserem Balkon saß und die Aussicht auf die Bucht und die Hügel der Stadt genoss.


Außerdem lernte Mama am Abend die Eltern von María Paz kennen, es gab leckeres Essen und María Paz und ich fungierten als Simultanübersetzer. Alle verstanden sich sehr gut und konnten besser als vorher gedacht miteinander kommunizieren. Wir genossen dann noch die Aussicht bei Nacht von der Dachterrasse des Hochhauses.


Am nächsten Tag ging María Paz noch mit uns und wir machten weitere Graffiti-Fotos, und fuhren zudem mit den weltberühmten Aufzügen hoch und runter. Dabei hatten wir eine gute Idee für einen Aktivitäten-Tag: An einem Tag so viele Aufzüge wie möglich zu fahren. Das sparen wir uns aber für ein anderes Mal auf.


Sonntagabend war Papa dann auch wieder fit und die Eltern fuhren 15 Stunden mit dem Nachtbus in den Süden, wo sie sich mit Nora und Corinna trafen und eine Woche gemeinsam in der Umgebung von Puerto Montt reisten.



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