Ende letzten
Jahres fragte mich Tim aus meinem Team in den USA, ob ich für Februar schon
etwas vorhätte und da ich verneinte, fand ich mich letzte Woche unversehens in
einem Flieger zu meinem ersten Business Trip wieder. Ziel war die Kleinstadt
Winston-Salem in North Carolina, in der Tim und Ron aus meinem Team arbeiten.
Außerdem kam Millie, die neu im Team ist aus Kansas City angeflogen und zu
viert starteten wir in diese Woche. Das Wetter war in Ordnung, Temperaturen
deutlich über dem Gefrierpunkt und nur an zwei Tagen regnete es ein bisschen.
Ein Ziel dieses
Ausfluges war es mein eigenes Team besser kennenzulernen. Dazu hatten wir eine
Videokonferenz mit unserem Chef und den anderen Team-Mitgliedern an anderen
Orten. Es war lustig für mich, die Kollegen in Chile im feinen Zwirn im
Videokonferenzraum zu sehen und ihnen von der anderen Erdhalbkugel aus
zuzuwinken.
Das Kennenlernen
von Millie, Tim und Ron war um einiges leichter, da wir jedes Mittag- und fast
jedes Abendessen miteinander verbrachten und so natürlich eifrig Raum zum Unterhalten
hatten. Frühstück gab es auch einmal im Büro, als Ron zwei Boxen von Krispy
Kreme Doughnuts mitbrachte, deren allererste Filiale überhaupt in der
Geschichte hier in Winston-Salem ansässig ist. Ansonsten ist die Stadt
höchstens durch ihre Vergangenheit in der Zigarettenindustrie bekannt, und dass
hier ein Gebäude steht, das der Architekt des Empire State Buildings als Proof
of Concept baute, um zu zeigen, dass die Konstruktion möglich ist.
Mehr gab es dann
aber auch nicht, und so fuhren Millie und ich am Dienstagabend nach Charlotte,
wo wir den Rest der Woche verbringen sollten. Auf dem Weg hielten wir zwei Mal,
einmal um eine große Tüte voller Süßigkeiten zu kaufen und ein zweites Mal in
einem gigantischen Outdoor-Laden, der wie eine Miniatur-Outdoor-Welt mit
Aquarium und ausgestopften Tieren in seinem Inneren hatte (es war spektakulärer,
als es klingt). Außerdem sah ich zum ersten Mal, dass Angeln hier ein großes
Ding ist; man konnte unter hunderten von Angeln und noch viel mehr Angelgriffen
auswählen.
In Charlotte
trafen wir uns in den nächsten Tagen mit Business Partnern, um über die
Projekte dieses Jahres zu reden und wie wir ihnen mit Datenanalyse helfen
können. Außerdem lernten wir ein paar andere Teams kennen, die uns ihre Arbeit
vorstellten. Abends gingen wir wieder fein speisen und lernten leckere Restaurants in Charlotte kennen. So verging die Zeit wie im Fluge und schon war der
Freitagnachmittag da.
Ich nutzte die Zeit und fuhr zu einem
Second-Hand-Buchladen, der absolut beeindruckend war. Man konnte sich kaum
sattsehen an den zahlreichen Regalen, die bis oben hin gefüllt mit Büchern
waren. So brauchte ich fast zwei Stunden, bis ich sieben handausgewählte
Exemplare höchster Güte zur Kasse trug und glücklich den Laden verließ.
Am
Samstagvormittag kaufte ich dann nochmal ordentlich Süßigkeiten ein, um das Restvolumen
im Koffer zu füllen. Und dann ging schon der Flug zurück nach Chile. Bei meiner
Ankunft und Präsentation aller Süßigkeiten merkte ich, dass ich wohl etwas über
die Stränge geschlagen hatte mit der Menge an verschiedenen Sorten. So ist nun
also Zurückhaltung und rationalisiertes Genießen gefragt, nicht gerade meine
Stärken im Kontext von Süßigkeitenkonsum, aber ich werde mein Bestes geben.

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