Ich hatte die
Eltern gut in den Bus Richtung Süden verfrachtet, wo sie von Nora und Corinna
in Empfang genommen wurden und eine Woche mit ihnen im Valle Cochamó
verbrachten. Dann war das nächste Wochenende gekommen und María Paz und ich
hüpften ein einen Nachtbus, der uns bis Puerto Montt, 15 Stunden südlich von
Valparaíso brachte. Als wir am Terminal ankamen, warteten die ganzen restlichen
Voggs schon auf uns und es gab ein großes Wiedersehen.
Sie hatten
natürlich viel zu erzählen und wir packten unsere Rucksäcke um, kauften Essen,
aßen es auf und verabschiedeten dann Coresch (alias Coi, alias Costra), die
Richtung Norden weiterfuhr. Mit den Eltern und Noresh liefen wir dann am Ufer
entlang, es war ein wunderschöner Spätsommertag und wir setzten Nora in ein
Boot und rannten dann schnell weg. Natürlich sagten wir vorher Tschüss, denn
sie würde am Abend den Nachtbus nach Valparaíso nehmen und wir hatten auch eine
Busfahrt vor uns.
Diese dauerte zum
Glück aber nur dreieinhalb Stunden (von denen noch dazu eine halbe Stunde
Fährfahrt dazwischen lag – wir versuchten Delfine zu erspähen, waren aber nicht
zu erfolgreich) und wir erreichten am frühen Abend die Stadt Hornopirén. Das Wetter war immer noch überragend, der
Wetterbericht für die nächsten Tage allerdings eher nicht.
So diskutierten
wir ein bisschen, ob wir diese Nacht zelten sollten, beschlossen uns aber nach
einigem hin und her dagegen und mieteten eine Cabaña (eine kleine Hütte für uns
vier). María Paz war überglücklich, denn kaum hatten wir unsere Sachen drinnen
abgelegt, schnüffelten schon drei neugierige Katzen an unserer Tür. Nach einer
ausgiebigen Streicheleinheit zogen wir los, um Hornopirén ein bisschen zu
erkunden und Essen für ein Abendmahl käuflich zu erwerben.
Hornopirén liegt
direkt an einer Art Fjord und die Wolken, die sich im Wasser spiegelten, waren
das erste kleine Spektakel für die Augen. Das zweite Spektakel waren dann Mama
und Papa, die die öffentlichen Sportgeräte am Ufer benutzten. Diese sind in
fast jeder Stadt im Süden Chiles zu finden, um die Menschen zum Sport zu
animieren. Lustigerweise sieht man aber wenn überhaupt dann Touristen auf
ihnen, die Spaßfotos beim Pumpen am Strand machen.
Am nächsten Tag
erfüllte sich der Wetterbericht so ziemlich auf die Minute genau, und es fing
schon am Morgen an zu regnen. Wir stiegen in den nächsten Bus, der auf die
nächste Fähre rollte. Diese Fährfahrt dauerte insgesamt drei Stunden und war
ziemlich spektakulär. Wir fuhren die ganze Zeit entlang eines Fjords, das links
und rechts von undurchdringlichen Wäldern und Bergen, die in den Regenwolken
schemenhaft aufragten umsäumt war.
Mama und Papa,
die alten Piraten waren so ziemlich die einzigen Passagiere, die dem
Regenwetter trotzten und fast die gesamte Fahrt auf dem Oberdeck Wind und Regen
genossen. Wir lasen unten in der Kabine gemütlich und schauten aus dem Fenster.
Für ein Foto war natürlich auch Zeit, aber dann bevorzugten wir doch den
geheizten Innenraum und eine gute Lektüre, während wir nach Süden schaukelten.
Und als gute
Schönwettertouristen steckten wir unsere neugierigen Nasen vorsichtig aus der
Tür, als plötzlich die Sonne durch die Wolkendecke stieß und die Aussicht noch
besser werden ließ. So verging die Fahrt wie im Fluge, wir fuhren kurz mit dem
Bus, dann nochmal kurz mit einer anderen Fähre und dann nochmal mit einem Bus,
und erreichten am späten Nachmittag die Stadt Chaitén. Und von Vulkanen, deren
Ausbrüchen und was wir sonst in Chaitén erlebten, erzähle ich im nächsten
Blogeintrag.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen