Wenn man Glück
hat, kann man auf den Touren rund um San Pedro einige coole Tiere sehen. An den
meisten Tagen hatten wir kein Glück, doch am vierten Tag kam plötzlich alles
zusammen. Deshalb wird dieser Blogeintrag zahlreiche Tierbilder enthalten,
obwohl das eigentliche Spektakel ein anderes war.
Wir hatten
nämlich das Glück, dass eine ehemalige Studienkollegin von María Paz auch
gerade in San Pedro war und ihr Freund hier schon seit drei Jahren als Guide
arbeitet. In einem langen und gemütlichen Gespräch beschlossen wir, einen der
Vulkane, die rund um San Pedro rumstehen zu besteigen.
So trafen wir uns
am Morgen und fuhren gemeinsam Richtung des Vulkans. Auf dem Weg sahen wir eine
Lamafamilie, inklusive Lamababy und ein Vizcacha, das mümmelnd in der Sonne
saß. Vizcachas sind eine Mischung aus Maus und Hase, die in der Wüste leben.
Mit dem Auto kamen wir bis auf 5000 Meter Höhe und begannen unsere Wanderung.
Obwohl der Tag
sehr warm und sonnig war, herrschten auf dieser Höhe Temperaturen um den
Nullpunkt und an einigen Stellen starke Winde. Rodrigo, der Guide, führte uns
langsamen aber stetigen Schrittes Richtung Gipfel. Obwohl wir uns in einer
Geschwindigkeit von 87 Jährigen im Supermarkt bewegten, schnauften
wir wie Marathonläufer und unsere Herzen rasten.
Nach einigen
Stunden erreichten wir den Gipfel des Vulkans Toco auf 5600 Metern Höhe. Von
hier aus hatten wir eine herausragende Aussicht auf den naheliegenden
Licancabur (5900 Meter), Lagunen und die Wüste. Rodrigo hatte sogar eine
Deutschlandfahne für mich mitgenommen, um ein Gipfelfoto zu schießen.
Der Abstieg
gelang dann deutlich schneller und wir kamen wieder beim Auto an. Auch auf dem
Rückweg meinte es die Fauna San Pedros gut mit uns und wir sahen eine Gruppe
von Vicuñas, von denen alle schnell hinter dem nächsten Hügel verschwanden,
außer eines, das professionell für die Kamera posierte.
Ebenso gekonnt
posierten eine paar Lamas vor dem Licancabur im Hintergrund. Obwohl wir uns in
den drei vorherigen Tagen so gut wie möglich auf die Anstrengung in der Höhe
vorbereitet hatten, sowohl was Hydratisierung als auch Akklimatisierung angeht,
mussten wir am Nachmittag dennoch dem Ausflug Tribut zollen und saßen wir wie
Zombies im Hostal, sprachen nicht, tranken Wasser und warteten darauf, dass das
Kopfweh und die ständigen Temperaturwechsel im Körper nachließen.
Am nächsten
Morgen ging es uns schon wieder blendend, wir hatten viel Wasser getrunken und
nahmen an einer kostenlosen Stadtführung teil. Hier lernten wir einiges über
die Geschichte von San Pedros, bevor es zur Touristenhochburg wurde. Ich fand
einen haarigen Freund, der mich auf der Stadtführung begleitete.
Nach den
Anstrengungen am Vortag ließen wir es heute aber deutlich gemütlicher angehen,
saßen im Hostal, aßen dort zu Mittag und beschlossen dann, eine letzte kleine
Tour zu unternehmen. Diesmal allerdings zu Fuß und ohne Guide von San Pedro
aus.
Wir liefen etwa
45 Minuten zum Pukará de Quitor, einem Fort auf dem Berg, beziehungsweise die
Ruinen, die davon noch übrig geblieben sind. Außer den Ruinen gab es noch eine
Salzhöhle und in den Stein gehauene Gesichter.
Und am Ende eines
knapp einstündigen Marsches bergauf hatten wir eine herausragende Aussicht in
alle Richtungen. Das veranlasste mich zu Freudensprüngen, und auch wenn dies
schon das Ende unseres Urlaubs bedeutete, so war es doch eine tolle Zeit in San
Pedro gewesen. Obwohl viele Touristen die Woche der Nationalfeiertage in San
Pedro verbracht hatten, so hatten wir es mit unserer Auswahl der Touren
größtenteils geschafft, den großen Touristenmassen aus dem Weg zu gehen.




