Ich war also gut in Chile angekommen
und ging in San Pedro de Atacama erst einmal mit vollem Gepäck zur
Bank, und hob Geld ab. Als ich wieder auf die Straße treten wollte,
stand einfach ein Lama in der Tür und eine Horde von Touristen
davor. Bei näherem Hinsehen stellten sich die Touristen jedoch als
Noah, Michael und Sophie heraus, drei andere deutsche
Austauschstudenten aus Valparaíso. Das war natürlich ein Ding! Ich
suchte mir ein Hostel und ging dann mit ihnen was zu Mittag essen.
Sophies Cousine Regina und deren Freund Quirin waren auch am Start.
Mit Sophie und den beiden liehen wir am Abend vier Fahrräder und
fuhren dann eine Stunde bergauf zum Piedra del Coyote, um den
Sonnenuntergang zu beobachten.
Anscheinend hatte es sich jedoch
rumgesprochen, dass die Sonne untergehen würde, denn Busladung um
Busladung kamen die Leute an. Wir hatten uns natürlich die besten
Plätze gesaved und so war es auch echt schön.
Michael und Noah waren indes beim
Sandboarden gewesen, wir trafen sie beim Fahrradverleih wieder. Wir
hatten dann noch ein Event empfohlen gekriegt, das am Abend
stattfand. Leider wussten wir nicht worum es ging. Es war einfach ein
großes gruseliges Metallpferd, das zu gruseliger Musik durch die
Straßen gezogen wurde. Wir erfuhren nie den Sinn des Spektakels,
weil es auf Dauer einfach ein bisschen zu langweilig war und wir
irgendwann gingen.
Die anderen machten sich am nächsten
Morgen ganz früh auf Richtung Uyuni. Ich stand auch recht früh auf
und lieh mir wie gestern ein Fahrrad. Heute fuhr ich damit alleine
ins Valle de la Luna, ein Naturschutzgebiet in der Wüste. Da radelte
ich gemütlich durch und schaute mir bei allen Haltepunkten an, was
es dort zu sehen gab.
Unter anderem gab es eine Höhle aus Salz, wo
wir mir aus der Wand einen kleinen Salzkristall schlug. Und dann
natürlich riesige Dünen und einfach Mondlandschaft. War schon
ziemlich cool.
Nach insgesamt fünf Stunden gab ich mein Fahrrad
wieder ab, war ziemlich platt und hatte insgesamt über drei Liter
getrunken. Ich setzte mich in einen Hof mit Internet und entspannte
bis zum Abend. Da ging dann mein Nachtbus Richtung La Serena.
Hierbei
vielleicht auch schon mal eine kleine Anekdote: An der ersten
Haltestelle des Busses sind viele Leute ausgestiegen, u.a. die
Person, die neben mir saß. Ein paar neue sind eingestiegen, u.a. ein
mega dicker Mann. Er hatte nicht so den Plan, was genau sein Platz
war und fragte den Typen auf der anderen Seite des Flurs, der ihm
half. Als ich merkte, dass er wohl nicht mein Sitznachbar werden
würde, schaute ich wohl so erleichtert, dass der andere Typ sind
nochmal umdrehte, und im Scherz die Nummer des Sitzes neben mir nach
hinten rief. Zum Glück hat der mega dicke Mann das aber nicht mehr
gehört. Ich musste leise schmunzeln und habe nun die ganze Nacht den
Platz neben mir frei.
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