Oscar, unser
Vermieter hatte im Juni angekündigt, dass er über unserer Wohnung ein weiteres
Stockwerk bauen würde. Die Bauarbeiten schritten schnell voran und als
neugierige Nasen wollten wir natürlich auch wissen, wie die neue Wohnung denn
so aussehen würde. Und wir waren begeistert! Nicht nur war sie deutlich größer
als unsere aktuelle, sondern hatte auch eine Terrasse mit Blick aufs Meer
(Wahnsinn was drei Meter Höhe ausmachen!) und das Schlafzimmer zur ruhigen
Innenhofseite. Kurzum, wir ließen uns auf die Interessiertenliste schreiben und
zogen letztes Wochenende im Handumdrehen ein Stockwerk höher.
Zuerst mussten
wir natürlich unten alles leerräumen und wir werden die coole Treppe vermissen,
aber nicht die lauten Unterhaltungen von Menschen auf der Straße, die oft
nachts um 3 vor unserem Fenster stattfanden. Zum Glück zieht nicht sofort
jemand in unsere ehemalige Wohnung ein, und so musste der Umzug nicht an einem
Tag passieren.
Zuerst schleppten
wir die schweren Sachen nach oben, die Betten und den Ofen. Oscar half uns mit
dem Kühlschrank. Außerdem brauchten wir noch die Vorhänge und konnten schon die
erste Nacht im neuen Heim verbringen, inklusive Sonnenuntergang auf der
Terrasse. Am nächsten Tag ging es dann weiter, die Küchenmöbel wollten nach
oben getragen werden.
Stück für Stück
brachten wir auch die Couch, Stühle, Essen und den ganzen Kleinkram wie Bücher,
Spiele, Pflanzen, Kleidung und so weiter nach oben. Am Ende der Woche war die
Wohnung unten leer und sauber und oben verräumten wir alle Sachen und schrieben
Listen mit Dingen die wir noch brauchten.
Ein lustiger
Nebeneffekt des Umzugs ist, dass wir jetzt von unserem Schlafzimmer aus in der
Ferne in einem Hochhaus das Schlafzimmerfenster von María Paz Eltern sehen
können. Theoretisch wäre es jetzt also möglich, nach einem intensiven Studium
des Morsealphabets „Gute Nacht“ mit
einer Taschenlampe zu verschicken oder „Denkt morgen dran, den Müll
rauszubringen“. Unzählige Möglichkeiten, die sich hier eröffnen!
Mews war uns
leider keine große Hilfe, sie schlief in der Sonne und ließ sich von den keuchenden
Möbelträgern nicht aus dem Tiefschlaf wecken. In ihrer ersten Erkundungstour
durch die Wohnung war sie noch sehr vorsichtig und beschnüffelte alles
intensiv. Aber jetzt nach ein paar Tagen ist sie schon wieder die Gaunerkatze,
die miauend vor der Tür sitzt, bis man sie reinlässt und dann nicht mehr gehen
will.
María Paz lud am
Freitag dann ihre Schwester, Cousins und Cousinen ein, um die Wohnung
einzuweihen. Es kam letztlich nur vier von sieben, aber es war trotzdem ein
lustiger Abend mit Pizza, Chips, Obstsalat und Wein. Wein muss sein.
Heute wollen wir
auf den Riesenflohmarkt gehen, der jeden Sonntag stattfindet und nach
Lampenschirmen, Haken für Handtücher und eventuell einem Bücherregal suchen.
Und man weiß ja nie, was einem sonst so über den Weg läuft, um die coole neue
Wohnung noch ein bisschen cooler zu machen.

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