In meiner Arbeit
versuche ich täglich aus großen Datenmengen Informationen zu gewinnen und diese
in einer verständlichen Art und Weise darzustellen. Wie dies geschieht ist in
meinem Team jedem freigestellt, manche benutzen Excel und PowerPoint, andere
SAS und wieder andere Python. Für die meisten Aufgaben benutze ich R, eine
Programmiersprache die von Statistikern für Statistiker entwickelt wurde,
mittlerweile aber ein Allrounder ist, der besonders in der Arbeit mit Daten
manchmal Wunder vollbringt.
Seit ich während
meiner Masterarbeit ein Poster beim European
Congress for Stereology and Image Analysis präsentieren und dabei erstmals
Konferenzluft schnuppern durfte, bin ich ein großer Fan von Konferenzen. 2018
besuchte ich drei Konferenzen in Santiago und dieses Jahr bewarb ich mich als
Speaker für die LatinR Konferenz (Link), bei der es um die Programmiersprache R ging.
Das Thema, das
ich vorschlug war Fuzzy merging. In einfachen Worten geht es darum Worte, die
das gleiche meinen zu finden, auch wenn sie unterschiedlich geschrieben sind.
Ein paar Beispiele sind Firmennamen (McDonald’s vs. MCDONALDS), Beschreibungen
von Verkaufsgegenständen auf Ebay (Apple Iphone vs iPhone) oder Personennamen
und –adressen (Alex Schmidt, Hauptstraße 21 vs. Alexander Schmidt, Hauptstr.
21).
Meine Bewerbung
wurde akzeptiert und so war ich ganz aufgeregt, während ich meinen Vortrag
unzählige Male zuhause vor dem Spiegel und im Wohnzimmer probte. Auch in der
Firma machte ich eine Art Generalprobe, nach der ich nochmal ein bisschen
Feedback bekam und die Präsentation verbesserte. Ich hatte früher im Jahr an
einem Präsentations-Workshop teilgenommen, der mich sehr inspiriert hat. Einer
der Hauptpunkte war, dass Storytelling extrem wichtig ist, um die
Aufmerksamkeit des Publikums zu bekommen und länger im Gedächtnis zu bleiben.
Das versuchte ich in meiner Präsentation einzubauen.
Nun aber zu
Konferenz. Sie fand vom 25.-27. September in Santiago statt. Es gab drei große
Keynote-Speaker. Mine Çetinkaya-Rundel von der University of Edinburg, die über
die Lehre mit R in Universitäten sprach und Erin LeDell von H2O.ia und
Mitgründerin von R-Ladies. Sie sprach über Machine Learning mit R und die
Vorteile H2O für diese Zwecke. Und als absolutes Highlight die – wahrscheinlich
– aktuell berühmteste Person in der R-Welt: Hadley Wickham, Chief Data
Scientist bei RStudio und Entwickler von einigen der meist benutzen R Packages,
die ich auch tagtäglich benutze.
| Hadley Wickham während seiner Präsentation. |
Ich hatte Glück,
denn meine Präsentation fand relativ am Anfang statt, sodass ich die Aufregung
schnell hinter mir hatte. Im Moment der
Präsentation machte sich die viele Übung aber bezahlt, denn ich war innerlich
sehr ruhig, hatte die richtigen Worte zur Hand und konnte ins Publikum gucken
und den Auftritt in gewisser Weise genießen. Erick, der Chef von meinem Chef
begleitete mich zu der Konferenz und machte auch ein Video von meinem Auftritt.
Nach der
Präsentation gab es mehrere Fragen, die ich alle beantworten konnte, aus meiner
Sicht war es ein erster erfolgreicher Auftritt bei einer Konferenz und es
machte Spaß! Im Anschluss konnte ich ganz entspannt den restlichen Vorträgen
lauschen und mir einige Inspirationen für zukünftige Projekte holen. Außerdem bekam ich eine Widmung von Hadley Wickham in ein Buch von ihm, das ich besitze (ggplot2).
Ich habe
schon (über Twitter) gehört, dass es im Januar ein SatRdays Event in Concepción
(10 Stunden südlich von Santiago) geben wird. Momentan habe ich kein fertiges
Thema über das ich sprechen könnte, aber es wäre eine tolle Möglichkeit für den
nächsten Auftritt.

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