Was sich reimt
ist gut, das wusste schon der liebe Pumuckl! Folglich ist auch die Überschrift
zu diesem Text gut, und das trifft sich passend, denn der beschriebene Tag war
gut. Doch der Reihe nach. Es sind gerade Sommerferien in Chile, und die Leute
aus der Millionen-Smog-Hitze-Stadt Santiago verbringen ihre Freizeit gerne in
den milden Küstenstädte Valparaíso und Viña del Mar. Das hat zur Folge, dass
die Strände voll sind. Außerdem macht die Anwesenheit von kaufkräftigem
Publikum die Monate Januar und Februar zu Monaten voller Events, Märkte und
Messen.
Am Sonntag fuhr
ich mit María Paz und ihrer Familie nach Viña, wo in diesen Wochen ein
internationaler Kunsthandwerkermarkt stattfindet. Doch bevor ich anfangen konnte,
die angebotenen Produkte aus aller Welt zu betrachten, musste ich erstmal
meinen Magen füllen. Ich gönnte mir eine Chorillana, ein chilenisches Gericht,
bestehend aus Pommes, Röstzwiebeln, Fleischstücken, Wurststückchen und einem
Spiegelei. Sehr lecker!
Gestärkt schauten
wir uns jetzt die unzähligen Stände an, probierten selbstgebrautes Bier,
trommelten auf kubanischen Trommeln, schauten uns Blumensträuße aus Holz an und
kauften auch die ein oder andere Kleinigkeit.
Dann war es schon
höchste Zeit weiterzugehen und ich wollte auf meinem Motorrad abfahren. Leider
merkte ich, dass das Benzin leer war und so musste ich es stehenlassen.
Also liefen wir
zu Fuß ein Stück durch die Stadt, wo eine große Büchermesse stattfand. Heute
waren aber nicht die Bücher der Star, sondern niemand geringeres als Pancho
Saavedra, ein bekanntes Gesicht aus dem Fernsehen. Dazu vielleicht ein paar
Worte: Das Programm, das Pancho Saavedra macht, heißt „Lugares que hablan“, auf
Deutsch „Orte, die sprechen“. Mit seinem Kamerateam ist er in ganz Chile
unterwegs, besonders gerne in abgelegenen Ecken, besucht die Leute dort und
bringt dem Fernsehpublikum die Traditionen vor Ort direkt ins Wohnzimmer. Sei
es ein Besuch beim ältesten Mann Chiles (und vielleicht sogar der Welt), die
Herstellung von Mote con Huesillo, einem berühmten Getränk in Chile oder die
Jagd nach Meeresfrüchten, Pancho ist immer mit vollem Körpereinsatz und vor
allem mit lautem Lachen am Start. Da María Paz und ich, und auch ihre Eltern
jeden Samstag „Lugares que hablan“ schauen, wollten wir uns den Besuch
natürlich nicht entgehen lassen. Pancho war übrigens auf der Büchermesse, um
sein neues Buch „Lugares que hablan“ vorzustellen.
So begannen dann
auch schon die Abendstunden und wir fuhren wieder in der Metro nach Hause. Es
ist immer schön, wenn man einen Fensterplatz hat, die Sonne gerade untergeht
und ein ruhiger Musiker eine Melodie spielt, um den Tag gemütlich ausklingen zu
lassen.
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