María Paz und ich
kamen wieder in den Genuss einer ganzen Woche Urlaub und verbrachten diese im
Süden in Patagonien. Vom Flughafen Balmaceda fuhren wir nach Coyhaique, die
größte Stadt in der Region. Dort verbrachten wir den Nachmittag hauptsächlich
mit der Planung des weiteren Urlaubs und besuchten einen nahegelegenen
Aussichtspunkt, von wo man sehen konnte, wie sich ein schlammiger und ein
klarer Fluss vereinen. Das Resultat war wenig überraschend ein großer
schlammiger Fluss.
Trotz der ganzen
Planung mussten wir unsere Pläne aber doch kurzfristig ändern, da es weiter
südlich eine Überschwemmung gegeben hatte, und unsere geplante Gletschertour
somit sprichwörtlich ins Wasser fiel. Stattdessen fuhren wir am Folgetag
spontan nach Puerto Aysen, einem kleinen malerischen Ort in der Nähe von
Coyhaique.
Das erste
Highlight war das Wetter. Uns wurde gesagt, dass Aysen einer der regenreichsten
Orte ganz Chiles sei und es „300 Tage pro Jahr“ regne. Als wir ankamen empfing
uns ein strahlender Sonnenschein und es machte richtig Lust, Puerto Aysen zu
erkunden. Das erste Wahrzeichen, das einem ins Auge fällt, ist die große orangefarbene
Brücke, die über den Fluss führt. Passend hatte ich mich in den gleichen Farben
der Brücke gekleidet, bei meiner Reisevorbereitung wird aber auch nichts dem
Zufall überlassen.
| Besser angepasst an die Farben der Brücke war Maria Paz, die links neben mir steht. Sie verschmilzt beinahe mit den Hintergrundfarben. |
Unsere Mägen
begannen zu knurren und wir fanden ein herausragendes Restaurant mit einem
schönen Innenhof, in dem es nur einen einzigen Tisch gab (scheinbar ist draußen
essen in Puerto Aysen normalerweise nicht so angesagt). Uns umschnurrten zwei
süße Katzen und so verging die Wartezeit auf das Essen wie im Flug.
Und das Essen war
allerbest: Lachs aus dem naheliegenden Fjord und für María Paz ein Risotto mit
leckeren Pilzen, dazu Rhabarbersaft und Limonade. Satt und zufrieden setzten
wir unseren Weg durch die Straßen fort.
Wir hatten immer
wieder tolle Aussichten auf die umliegenden schneebedeckten Berge, sowie eine
Draufsicht auf die Brücke aus der Ferne. Zeitweise begleiteten uns Hunde, die erfreut
über uns Touristen waren, ansonsten waren nämlich nicht sonderlich viele
Menschen unterwegs.
Neben der Brücke
fällt ein weiteres großes Bauwerk in Puerto Aysen ins Auge – das hochmoderne
Polydeportivo aus dem am Nachmittag laute Musik kam. Wir ließen uns anlocken
und sahen ein Basketballspiel zwischen den U15 Nationalmannschaften Brasilien
gegen Paraguay. Da die Brasilianerinnen fast alle einen Kopf größer waren als
die Mädels aus Paraguay drückten wir den Underdogs die Daumen, aber Brasilien
setzte sich letztenendes doch klar durch. Das Spiel war Teil eines
internationalen Turniers, das die ganze Woche über in Puerto Aysen stattfand.
Am Abend fuhren
wir zurück nach Coyhaique und gingen früh schlafen, um dann am nächsten Tag die
fünfstündige Busfahrt nach Puerto Rio Tranquilo auf uns zu nehmen. Die Aussichten schwankten zwischen weltüberragend und gigantisch und es prickelte in den
Füßen diese schönen Landschaften mit mehr Zeit zu durchwandern.
Über die
Abenteuer in Puerto Rio Tranquilo berichte ich im nächsten Artikel.
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