Villa Cerro
Castillo war der letzte Ort, den wir besuchten und die Umgebung könnte
spektakulärer nicht sein: der mächtige Cerro Castillo (Schlossberg) thront
direkt hinter dem Ausgang des Dorfes und ist das unverwechselbare
Markenzeichen. Es gibt einen Vier-Tages-Trek durch den Nationalpark aber da wir
ohne Ausrüstung unterwegs waren, wird dieser hoffentlich ein anderes Mal
bewandert.
Wir genossen das
weiterhin konstant gute Wetter – absolut keine Selbstverständlichkeit in Süden
Chiles – und fanden ein gutes Hostal in Villa Cerro Castillo. Wir freundeten
uns mit dem Hund Chiro an und bereiteten uns auf den nächsten Tag vor. Am Abend
wurde es im Ort schon langsam dunkel, während die zackigen Spitzen des Cerro
Castillo noch letzte Sonnenstrahlen abbekamen.
Am nächsten Tag
wanderten wir früh los, um so weit wie möglich den Cerro Castillo nach oben zu
kommen. Da gerade erst der Winter vorbei ist, wurde uns schon gesagt, dass
weiter oben größere Schneefelder möglicherweise das Weiterkommen erschweren
würden. Außerdem mussten wir ziemlich teuren Eintritt bezahlen, da man ein
privates Grundstück durchqueren muss, um von Villa Cerro Castillo in den
Nationalpark zu kommen, und der Besitzer das Geschäft kräftig ausnutzt.
Die Landschaft,
der Tag und der Wanderweg waren aber allererste Sahne. Wir bekamen tolle
Ausblicke auf andere schnee- und gletscherbedeckte Berge und die starken
patagonischen Winde trieben die wenigen Wolken wie Schafe über den Himmel. Alle
paar Minuten änderten sich die Formationen und wir setzten uns eine Zeitlang,
um Bilder in den Wolken zu sehen.
Wie angekündigt,
trafen wir weiter oben tatsächlich auf Schneefelder, und die ersten konnte man
ganz bequem überqueren. Später wurde es dann allerdings etwas ausgesetzter und
wir beschlossen, das Risiko nicht einzugehen und lieber weiter die Aussicht zu
genießen. Am Abend erfuhren wir von Leuten aus unserem Hostal, dass die Laguna
unterhalb des Cerro Castillo erreichbar gewesen wäre, aber letztlich ist es
besser einmal zu vorsichtig als letztlich einmal zu unvorsichtig zu sein.
Denn auch wenn
wir die Laguna nicht erreichten, konnten wir die spektakuläre Landschaft
genießen und machten auf dem Runterweg noch einen kleinen Schlenker, um uns
einen coolen Wasserfall anzuschauen. Das kristallklare Wasser kam direkt vom
Gletscher und war extrem kalt.
Am nächsten Tag
war schon der Tag unserer Abreise gekommen, aber wir schafften es, eine
Reittour am frühen Morgen zu unternehmen. Unser Guide erklärte uns geduldig,
welche Signale man den Pferden wann geben müsse aber letztlich lief es fast
automatisch, alle Pferde liefen einfach dem Guide hinterher. Meins war zwar auf
dem Hinweg das langsamste und fiel dauernd hinter der Gruppe zurück, dafür lief
es auf dem Rückweg doppelt so schnell und ich musste es dauernd bremsen.
Auch auf dieser
Tour hatten wir wieder Ausblicke auf den Cerro Castillo und genossen die
letzten Momente Sonnenschein in Patagonien. Als wir im Flugzeug saßen,
verdunkelte sich der Himmel nämlich in Windeseile und eine verregnete Woche
stand der Region bevor. So gesehen, hatten wir uns ein perfektes Zeitfenster
für den Urlaub ausgesucht und hoffen, in Zukunft noch einmal mit mehr Zeit und
mehr Zelt Patagonien zu entdecken.
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