Valparaíso

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Sonntag, 11. November 2018

Patagonien Teil 3 - Villa Cerro Castillo


Villa Cerro Castillo war der letzte Ort, den wir besuchten und die Umgebung könnte spektakulärer nicht sein: der mächtige Cerro Castillo (Schlossberg) thront direkt hinter dem Ausgang des Dorfes und ist das unverwechselbare Markenzeichen. Es gibt einen Vier-Tages-Trek durch den Nationalpark aber da wir ohne Ausrüstung unterwegs waren, wird dieser hoffentlich ein anderes Mal bewandert.


Wir genossen das weiterhin konstant gute Wetter – absolut keine Selbstverständlichkeit in Süden Chiles – und fanden ein gutes Hostal in Villa Cerro Castillo. Wir freundeten uns mit dem Hund Chiro an und bereiteten uns auf den nächsten Tag vor. Am Abend wurde es im Ort schon langsam dunkel, während die zackigen Spitzen des Cerro Castillo noch letzte Sonnenstrahlen abbekamen.


Am nächsten Tag wanderten wir früh los, um so weit wie möglich den Cerro Castillo nach oben zu kommen. Da gerade erst der Winter vorbei ist, wurde uns schon gesagt, dass weiter oben größere Schneefelder möglicherweise das Weiterkommen erschweren würden. Außerdem mussten wir ziemlich teuren Eintritt bezahlen, da man ein privates Grundstück durchqueren muss, um von Villa Cerro Castillo in den Nationalpark zu kommen, und der Besitzer das Geschäft kräftig ausnutzt.


Die Landschaft, der Tag und der Wanderweg waren aber allererste Sahne. Wir bekamen tolle Ausblicke auf andere schnee- und gletscherbedeckte Berge und die starken patagonischen Winde trieben die wenigen Wolken wie Schafe über den Himmel. Alle paar Minuten änderten sich die Formationen und wir setzten uns eine Zeitlang, um Bilder in den Wolken zu sehen.


Wie angekündigt, trafen wir weiter oben tatsächlich auf Schneefelder, und die ersten konnte man ganz bequem überqueren. Später wurde es dann allerdings etwas ausgesetzter und wir beschlossen, das Risiko nicht einzugehen und lieber weiter die Aussicht zu genießen. Am Abend erfuhren wir von Leuten aus unserem Hostal, dass die Laguna unterhalb des Cerro Castillo erreichbar gewesen wäre, aber letztlich ist es besser einmal zu vorsichtig als letztlich einmal zu unvorsichtig zu sein.


Denn auch wenn wir die Laguna nicht erreichten, konnten wir die spektakuläre Landschaft genießen und machten auf dem Runterweg noch einen kleinen Schlenker, um uns einen coolen Wasserfall anzuschauen. Das kristallklare Wasser kam direkt vom Gletscher und war extrem kalt.


Am nächsten Tag war schon der Tag unserer Abreise gekommen, aber wir schafften es, eine Reittour am frühen Morgen zu unternehmen. Unser Guide erklärte uns geduldig, welche Signale man den Pferden wann geben müsse aber letztlich lief es fast automatisch, alle Pferde liefen einfach dem Guide hinterher. Meins war zwar auf dem Hinweg das langsamste und fiel dauernd hinter der Gruppe zurück, dafür lief es auf dem Rückweg doppelt so schnell und ich musste es dauernd bremsen.


Auch auf dieser Tour hatten wir wieder Ausblicke auf den Cerro Castillo und genossen die letzten Momente Sonnenschein in Patagonien. Als wir im Flugzeug saßen, verdunkelte sich der Himmel nämlich in Windeseile und eine verregnete Woche stand der Region bevor. So gesehen, hatten wir uns ein perfektes Zeitfenster für den Urlaub ausgesucht und hoffen, in Zukunft noch einmal mit mehr Zeit und mehr Zelt Patagonien zu entdecken.



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