Wie viele bereits
wissen, bin ich der Produktion und dem Verzehr von Weihnachtsgebäck positiv
gegenüber eingestellt. Aufgrund mangelnder künstlerischer Fähigkeiten stehen
neben dem guten Geschmack auch einfache Formbarkeit auf der Liste der
Ansprüche, die ich an ein erfolgreiches Rezept stelle. Fast alle Plätzchen, die
ich dieses Jahr gemacht habe, sind also bollen- oder haufenförmig. In der
Folge: die besten Kuriosi- und Spezialitäten aus der chilenischen
Weihnachtsbäckerei.
Zuerst möchte ich
unser Rührgerät vorstellen, denn es ist ein Produkt von höchster Qualität, wie
es selbst sagt: „German Engineering and Design: Handbuch Schläger“. Falls sich
jemand wundert, ob man damit Handbücher schlagen kann, dann kann ich nur sagen:
ich habe es bisher noch nicht ausprobiert, war aber am Anfang auch sehr
verwundert, ob dieses komischen Namens. Die Erklärung ist aber letztlich ganz
einfach: Das Handrührgerät heißt auch Spanisch „batidora manual“. Manual kann
aber auf der anderen Seite auch Handbuch heißen. So kann das bei German
Engineering and Google Translate schon mal passieren, dass sich ein False
Friend auf einem Hochqualitätsprodukt verirrt.
Ein Vorteil, noch
auf Arbeitssuche zu sein, ist, dass ich den ganzen Dezember Zeit hatte, viele
Plätzchen zu backen. Ursprünglich wollte ich eine Liste von Vorteilen
schreiben, im Sommer zu backen, aber letztlich ist mir nur einer eingefallen:
wenn man weiche Butter braucht, kann man sie einfach fünf Minuten in die Sonne
stellen. Aber da hört es auch schon auf, Backen und Winter passen doch
irgendwie besser zusammen. Vor allem der warme Ofen nervt, wenn es draußen eh schon über 25 Grad sind. Aber man muss sich ja nicht reinsetzen.
Auf der Suche
nach Zutaten muss ich Chile erst einmal loben. Auch wenn die Tradition von selbstgebackenen Plätzchen hier nicht weit verbreitet ist, findet man doch irgendwo die meisten Dinge, die man
braucht. Sogar Vanillinzucker
und Lebkuchengewürz werden aus Deutschland importiert. Schwer tat ich mir mit
den Plätzchendosen, aber auch die konnte ich schließlich in einem
Krimskrams-Chinesichen-Supermarkt finden. Zwei Dinge aber konnte ich trotz
intensivster Suche nicht auftreiben: Marzipan und Oblaten.
Trotzdem hatte
der Ofen diesen Monat viel zu tun, und ich denke, an Weihnachten kann sich
keiner über Plätzchenmangel beschweren. Die restliche Zeit dieses Monats
verbrachte ich damit, meine Python-Programmierkenntnisse etwas aufzufrischen,
und nehme beispielsweise an einem Data-Science-Wettbewerb teil, bei dem man dem
Weihnachtsmann helfen muss, Geschenke an Kinder zu verteilen, und eine
möglichst hohe Zufriedenheitsquote zu erreichen. Außerdem habe ich Geschenke
besorgt. Weihnachten kann kommen.



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