Valparaíso

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Mittwoch, 20. Dezember 2017

Eine riesengroße Kleckerei

Wie viele bereits wissen, bin ich der Produktion und dem Verzehr von Weihnachtsgebäck positiv gegenüber eingestellt. Aufgrund mangelnder künstlerischer Fähigkeiten stehen neben dem guten Geschmack auch einfache Formbarkeit auf der Liste der Ansprüche, die ich an ein erfolgreiches Rezept stelle. Fast alle Plätzchen, die ich dieses Jahr gemacht habe, sind also bollen- oder haufenförmig. In der Folge: die besten Kuriosi- und Spezialitäten aus der chilenischen Weihnachtsbäckerei.


Zuerst möchte ich unser Rührgerät vorstellen, denn es ist ein Produkt von höchster Qualität, wie es selbst sagt: „German Engineering and Design: Handbuch Schläger“. Falls sich jemand wundert, ob man damit Handbücher schlagen kann, dann kann ich nur sagen: ich habe es bisher noch nicht ausprobiert, war aber am Anfang auch sehr verwundert, ob dieses komischen Namens. Die Erklärung ist aber letztlich ganz einfach: Das Handrührgerät heißt auch Spanisch „batidora manual“. Manual kann aber auf der anderen Seite auch Handbuch heißen. So kann das bei German Engineering and Google Translate schon mal passieren, dass sich ein False Friend auf einem Hochqualitätsprodukt verirrt.


Ein Vorteil, noch auf Arbeitssuche zu sein, ist, dass ich den ganzen Dezember Zeit hatte, viele Plätzchen zu backen. Ursprünglich wollte ich eine Liste von Vorteilen schreiben, im Sommer zu backen, aber letztlich ist mir nur einer eingefallen: wenn man weiche Butter braucht, kann man sie einfach fünf Minuten in die Sonne stellen. Aber da hört es auch schon auf, Backen und Winter passen doch irgendwie besser zusammen. Vor allem der warme Ofen nervt, wenn es draußen eh schon über 25 Grad sind. Aber man muss sich ja nicht reinsetzen.


Auf der Suche nach Zutaten muss ich Chile erst einmal loben. Auch wenn die Tradition von selbstgebackenen Plätzchen hier nicht weit verbreitet ist, findet man doch irgendwo die meisten Dinge, die man braucht. Sogar Vanillinzucker und Lebkuchengewürz werden aus Deutschland importiert. Schwer tat ich mir mit den Plätzchendosen, aber auch die konnte ich schließlich in einem Krimskrams-Chinesichen-Supermarkt finden. Zwei Dinge aber konnte ich trotz intensivster Suche nicht auftreiben: Marzipan und Oblaten.  



Trotzdem hatte der Ofen diesen Monat viel zu tun, und ich denke, an Weihnachten kann sich keiner über Plätzchenmangel beschweren. Die restliche Zeit dieses Monats verbrachte ich damit, meine Python-Programmierkenntnisse etwas aufzufrischen, und nehme beispielsweise an einem Data-Science-Wettbewerb teil, bei dem man dem Weihnachtsmann helfen muss, Geschenke an Kinder zu verteilen, und eine möglichst hohe Zufriedenheitsquote zu erreichen. Außerdem habe ich Geschenke besorgt. Weihnachten kann kommen.


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