Bevor der richtige Post losgeht, gibt
es zunächst noch über einen Nachmittag mit Schreck zu berichten. Am
13. März, genau elf Monate nach dem Großbrand in Valparaíso, der
Teile der Stadt zerstört und einige Menschenleben gefordert hatte,
kam ich um halb sechs von der Uni heim. Und der Himmel sah irgendwie
ganz dunkel aus. Verwunderlich, denn in Valparaíso gibt es keine
Gewitter. Es stellte sich heraus, dass schon wieder ein Feuer
ausgebrochen war, oberhalb der Stadt. Der Himmel wurde immer
schwärzer und von der Dachterasse des Nachbargebäudes konnte man
sogar die Flammen sehen.
Insgesamt mussten 4500 Menschen
evakuiert werden, aber zum Glück erreichte das Feuer keine bewohnten
Siedlungen. So blieb es beim Schreck und der Zerstörung von großen
Flächen Wald, was natürlich auch ziemlich bitter ist.
Nun aber endlich zum Ausflug. Isla
Negra ist keine Insel, aber ein kleiner Ort knapp 1,5 Stunden im Bus
von Valparaíso entfernt. Bekanntheit erlangte der Ort, weil der
berühmte chilenische Dichter Pablo Neruda hier eines seiner Häuser
hatte und hier auch begraben liegt. Wir fuhren um 8 Uhr von
Valparaíso ab und erreichten bei schönem Sonnenschein das
verschlafene Dörfchen. Zuerst gingen wir kurz runter an den Strand
und machten Fotos. Kein Wunder, dass Neruda so schöne Gedichte
schrieb, denn die Aussicht, das Meer und die schroffen Felsen
inspirieren gewaltig, sodass ich auch gleich ein kleines Sonett
verfasste (haha, kleiner Scherz).
Insgesamt waren wir fast 20 Personen
und gingen dann ins bekannte Haus von Pablo Neruda, das jetzt ein
Museum ist. Dort sind all die verrückten und beeindruckenden Dinge
ausgestellt, die der Dichter in seinem Haus hatte, eine Sammlung von
Schmetterlingen und Kolibris, einen riesigen uralten Globus, ein
Pferd aus Pappmaché das so groß ist wie ein echtes, und vieles
mehr. Fast jedes Zimmer hatte Aussicht aufs Meer.
Als wir damit fertig waren, knurrten
die Mägen schon gewaltig, sodass wir wieder an den Strand gingen und
da ausgiebig speisten, wir hatten Salat und Sandwiches dabei und dazu
noch eine mit Manjar gefüllte Merengue-Bombe, dann waren wir erstmal
satt und dösten. Später, nach einer Partie Wizard kletterten wir
ein bisschen auf den Felsen herum und tauchten die Füße ins
eiskalte Wasser.
Nach dem ganzen Tag in der Sonne waren
alle müde und wir warteten erschöpft im Schatten auf den Bus. Dabei
provozierte ich Nancy und Isabel, die neuen Tutorenkinder von María
Paz, woraufhin sie mich fast verprügelten. Dann kam der Bus und ich
konnte fliehen. Ein schöner sonniger Sonntag alles in allem. Und es
bleiben mir nur noch zwei Wochen...

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