Valparaíso

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Montag, 16. März 2015

Ausflug zur Isla Negra

Bevor der richtige Post losgeht, gibt es zunächst noch über einen Nachmittag mit Schreck zu berichten. Am 13. März, genau elf Monate nach dem Großbrand in Valparaíso, der Teile der Stadt zerstört und einige Menschenleben gefordert hatte, kam ich um halb sechs von der Uni heim. Und der Himmel sah irgendwie ganz dunkel aus. Verwunderlich, denn in Valparaíso gibt es keine Gewitter. Es stellte sich heraus, dass schon wieder ein Feuer ausgebrochen war, oberhalb der Stadt. Der Himmel wurde immer schwärzer und von der Dachterasse des Nachbargebäudes konnte man sogar die Flammen sehen.
Insgesamt mussten 4500 Menschen evakuiert werden, aber zum Glück erreichte das Feuer keine bewohnten Siedlungen. So blieb es beim Schreck und der Zerstörung von großen Flächen Wald, was natürlich auch ziemlich bitter ist.

Nun aber endlich zum Ausflug. Isla Negra ist keine Insel, aber ein kleiner Ort knapp 1,5 Stunden im Bus von Valparaíso entfernt. Bekanntheit erlangte der Ort, weil der berühmte chilenische Dichter Pablo Neruda hier eines seiner Häuser hatte und hier auch begraben liegt. Wir fuhren um 8 Uhr von Valparaíso ab und erreichten bei schönem Sonnenschein das verschlafene Dörfchen. Zuerst gingen wir kurz runter an den Strand und machten Fotos. Kein Wunder, dass Neruda so schöne Gedichte schrieb, denn die Aussicht, das Meer und die schroffen Felsen inspirieren gewaltig, sodass ich auch gleich ein kleines Sonett verfasste (haha, kleiner Scherz).
Insgesamt waren wir fast 20 Personen und gingen dann ins bekannte Haus von Pablo Neruda, das jetzt ein Museum ist. Dort sind all die verrückten und beeindruckenden Dinge ausgestellt, die der Dichter in seinem Haus hatte, eine Sammlung von Schmetterlingen und Kolibris, einen riesigen uralten Globus, ein Pferd aus Pappmaché das so groß ist wie ein echtes, und vieles mehr. Fast jedes Zimmer hatte Aussicht aufs Meer.
Als wir damit fertig waren, knurrten die Mägen schon gewaltig, sodass wir wieder an den Strand gingen und da ausgiebig speisten, wir hatten Salat und Sandwiches dabei und dazu noch eine mit Manjar gefüllte Merengue-Bombe, dann waren wir erstmal satt und dösten. Später, nach einer Partie Wizard kletterten wir ein bisschen auf den Felsen herum und tauchten die Füße ins eiskalte Wasser.

Nach dem ganzen Tag in der Sonne waren alle müde und wir warteten erschöpft im Schatten auf den Bus. Dabei provozierte ich Nancy und Isabel, die neuen Tutorenkinder von María Paz, woraufhin sie mich fast verprügelten. Dann kam der Bus und ich konnte fliehen. Ein schöner sonniger Sonntag alles in allem. Und es bleiben mir nur noch zwei Wochen...

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