Das ganze
Wochenende über regnete es und war bewölkt. Ideal um Fußball zu gucken! Da hier
die Spiele durch die Zeitverschiebung um 10 Uhr und um 14 Uhr stattfinden, war
damit auch so ziemlich der ganze Tag gefüllt. Die Bilanz war ein sehr faules
Wochenende, aber immerhin mit einigen fußballerischen Leckerbissen, wenn ich da
an Frankreichs 4:3 gegen Argentinien denke.
Am Montag gönnte
ich mir noch morgens das Spiel von Brasilien, aber dann kämpfte sich die Sonne
durch die Wolkendecke und es wurde ein richtig schöner Tag. María Paz und ich
spazierten zuerst runter zum Strand, wo wir die großen Wellen beobachteten. Es
hatte nicht nur geregnet, sondern war auch stürmisch und so war das Meer
deutlich aufgewühlter als sonst. Bei einem ähnlichen – aber stärkeren - Event vor ein paar Jahren, wurde schon mal
die gesamte Strandpromenade mitsamt Strand abgeräumt. Seitdem hängen einige
Treppen sprichwörtlich in der Luft.
Heute wurde nur
etwas Strand abgetragen, und einige unvorsichtige Spaziergänger wurden beim
Vorbeigehen etwas nass. Wir warteten aber den richtigen Moment ab und sprinteten
dann an den riskanten Stellen vorbei.
Wir liefen dann
noch ein ganzes Stückchen weiter, bis zum „Museo a Cielo Abierto“, dem Museum
unter freiem Himmel. Das ist kein Museum im eigentlichen Sinne, sondern ein
ganzes Stadtviertel, in der Nähe von Pablo Nerudas berühmtem Haus „La
Sebastiana“.
Das Besondere
ist, dass es an fast jedem Haus und hinter jeder Ecke in diesem Viertel etwas
zu entdecken gibt. Natürlich ganz viele Graffitis unterschiedlicher Größen,
Stile und Interpretationsmöglichkeiten, aber auch Mosaike und bunte Häuser,
sowie die typischen Aufzüge Valparaísos.
Ein funfact am
Rande: Als María Paz sich nach einer Bleibe für uns beiden umgeguckt hatte,
hatte sie ein sehr cooles Loft im Museum unter freiem Himmel entdeckt.
Letztlich schied es aber aus, da der einzige Weg Richtung Metrostation eine –
bei Nacht – etwas zwielichte Treppe war. Jetzt, bei Tageslicht, war alles ganz
friedlich und wir machten ganz viele Fotos.
Nachdem wir den
ganzen Nachmittag über Hügelauf- und -abwärts gelaufen waren, war es Zeit nach
Hause zu fahren und sich auszuruhen. Auf dem Weg nahmen wir noch den
Sonnenuntergang und ein Abendessen bei María Paz Eltern mit.
Wir drückten uns
gekonnt um den Abwasch und buken zuhause einen Kuchen. Mews kam zu Besuch und
nutzte unsere Gutmütigkeit aus, um unsere Wohnung zu erkunden. Ups, und falls
sich jemand fragt, warum wir nicht arbeiten mussten, so sei gesagt, dass ich
ganz vergessen habe zu erwähnen, dass in Chile ein Feiertag war, der uns diesen
entspannten Montagsausflug ermöglichte.

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