Valparaíso

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Mittwoch, 23. Januar 2019

Schwestern in der Überzahl

Sag mal, wie viele Schwestern hast du denn eigentlich noch? Und – kommen deine Eltern auch bald? Das waren die häufigsten Reaktionen von Freunden und Arbeitskollegen, wenn ich ihnen erzählte, dass nun auch noch meine Schwester Nora den komplizierten aber nicht unmöglichen Weg nach Valparaíso gefunden hatte.


Die ersten Tage musste sie sich erstmal alleine mit Stadtführungen und Nationalparkbesuchen vergnügen, da María Paz und ich arbeiten mussten. Wenigstens morgens und abends hatten wir ein bisschen Zeit zusammen, und konnten Nora bei der Planung ihrer Woche helfen. Kaum war aber das Wochenende da, fuhren meine kleine Schwester und ich nach Peñaflor zu Corinna. Genauer gesagt, im Ortsteil Pelvin befindet sich die Farm, in der unsere Kleinste aber nicht Gemeinste ihr zweimonatiges Praktikum absolviert.


Stolz führte sie uns herum und stellte uns allen Menschen und Tieren vor. Zuerst drängte sich der Hofhund Troll in den Vordergrund und war super glücklich über unseren Besuch. Und dann lernten wir auch die Hühner, Gänse und Enten kennen. Der Rest waren Gewächshäuser und Bäume, sowie ein Naturschwimmbad, in dem allerdings eine kleine Schlange schwamm, sodass wir – trotz der sommerlichen Temperaturen – von einem Sprung ins kühle Nass absahen.


Es war lustig, endlich mal wieder alle drei Quatschköpfe an einem Ort zu sein und so gab es einiges zu lachen und zum schmunzeln. Wir liefen am Nachmittag nochmal bis Peñaflor (eine knappe Stunde Fußmarsch) und aßen ein großes Eis. Gestärkt liefen wir wieder zurück und fütterten die Tiere.


Außerdem wollten die Pflanzen gegossen werden, was Corinna professionell übernahm. Doch sie hatte die Rechnung ohne ihre beiden Geschwister gemacht, die unbedingt eine Szene aus einem Kinderbuch nachspielen wollten, über die wir immer lachen mussten.


Am nächsten Tag standen wir ganz früh auf, um der Sonne so lange wie möglich zu entkommen – und stiegen auf den Hügel hinter dem Haus. Wir liefen bis zum Hügelrücken, was etwa eine Stunde dauerte und von da aus über alle Hügel, die Pelvin umkreisen. Auf dem Weg waren eine Gruppe wilder Pferde und herumstehende Kakteen die Highlights.


Dann kam auch schon die Sonne raus und wir erinnerten uns an die Pflichten als gute Enkel und schossen ein mögliches Foto für den nächstjährigen Fotokalender für Oma und Opa. Auf und ab ging es von einem Hügel zum nächsten und die Sonne brutzelte uns wie Wiener Würstchen im Solarium. Aber am frühen Vormittag kamen wir wohlbehalten in Peñaflor an, wo wir uns einen großen Teller peruanisches Essen in einem Restaurant gönnten.


Nora blieb noch für ein paar Tage auf der Farm, um sich ähnlich stählerne Muskeln wie unsere Kleinste aber nicht Gemeinste zu erarbeiten und mit Troll das Tanzbein zu schwingen. Für mich hieß es am Sonntagabend schon wieder: Zurück nach Valparaíso. Und hier sehen wir uns bald schon wieder, bevor die Schwestern dann auf eine größere Reise Richtung Süden gehen.

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