Mein Spanischprofe Manuel ist nicht nur
ein lustiger Zeitgenosse und Entertainer im Unterricht, sondern auch
einer der Mitorganisatoren des TEDx Events 2014 in Santiago.
TED (Technology, Entertainment, Design)
sind weltweit stadtfindende Konferenzen, in denen die Vortragenden in
18 Minuten über ein Thema referieren und im Bestfall eine Message
übermitteln und die Besucher zum Denken und Handeln anregen. Unter
www.ted.com findet man weitere
Informationen und interessante Videos.
TEDx ist ein unabhängig von TED
organisiertes Event, unterstützt von der Uni an der ich studiere,
und das Event fand am Donnerstag statt. Der Spanischlehrer hatte
ordentlich Werbung gemacht und so wollte ich mir das Ganze nicht
entgehen lassen.
| Riesige Chile-Fahne |
Am Morgen fuhr ich mit María Paz nach
Santiago und wir hatten noch genug Zeit, uns die Stadt ein bisschen
anzugucken. Wir liefen durch die Straßen, und auf den Cerro Santa
Lucía, wo wir einen schönen Blick über die Stadt hatten.
Wir kamen
auch am höchsten Gebäude Lateinamerikas vorbei, dem Gran Torre
Santiago, der 300 Meter hoch in den Himmel ragt.
Marcia, mit der ich in Spanisch
immer zusammenarbeite, war ebenfalls dem Ruf des Events gefolgt.
Insgesamt gab es acht Vorträge. Es
begann der Literaturprofessor und Dichter Cristián Warnken, der
einen tollen Vortrag zum Thema Wüste (in Chile) und die innere Wüste
eines jeden Einzelnen hielt, über das Wunder Kaktus und die Poesie,
die in Chile einen hohen Stellenwert hat. Anschließend berichteten
zwei Schülerinnen, die in der Antarktis im Alter von 15 Jahren
angefangen haben zu forschen, und eine Algensorte entdeckt haben, die
Öl abbaut. Der dritte Vortrag war von einem Regisseur und er zeigte
viele launige (aber auch zum Nachdenken anregende) Ausschnitte aus
seinem neuesten Projekt, einen Film über die letzte
Präsidentschaftswahl in Chile.
Den Abschluss des ersten Teils
bildete Anne Hansen, eine ältere dänische Dame, die schon viele
Jahre in Valparaíso lebt und dort eine Bibliothek für Kinder
gegründet hat. Sie hatte einen tollen Vortragsstil, präsentierte im
Wesentlichen nur zwei Bilderbücher, aber vernetzte das mit vielen
Denkanstößen für die Gesellschaft. Dann gab es eine kurze
Kaffeepause.
| (Me llamo) Sebastián, ein chilenischer Musiker |
Die Vorträge der zweiten Hälfte waren auch
interessant, aber für mich nicht so fesselnd wie die der ersten
Hälfte. Kann sein, dass ich einfach schon platt war, von so vielen
schlauen Sätzen, die mein Gehirn durchqueren mussten, oder ob sie
vom Niveau wirklich nicht ganz rankamen.
Das Video zeigt den Anfang des Vortrags einer Lehrerin von der Osterinsel, wo sie ein Gedicht auf Rapa Nui, der dort gesprochenen Sprache, rezitiert.
Lustig war das Ende dieses
Vortrags, als die Frau nach ewigem Gelaber
fragte: „Was bedeutet eigentlich 'Time's up'?“
Nach dem letzten Vortrag gabs viel
Applaus und auch nochmal etwas zu Essen, dann war der ereignisreiche
Tag zu Ende und wir fuhren gemütlich und erschöpft zurück nach
Valparaíso.
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