Valparaíso

Valparaíso

Freitag, 25. September 2015

Kurzer Erdbebenbericht

Bevor der Bericht anfängt, möchte ich einer der wunderschönen Fotos teilen, die uns die Sonne jeden Abend ermöglicht, wenn sie untergeht.

Mittlerweile ist es schon über eine Woche her, da fuhr ich mit einer Gruppe von Chilenen und Austauschstudenten am frühen Nachmittag mit dem Bus nach Laguna Verde und von dort wurden wir zu „Las Docas“ mitgenommen, einem wunderschönen Strand in einer wunderschönen Bucht. 

Wir waren zu zehnt und bauten unsere Zelte am Strand auf. Dazu ließen wir einige kühle Biere den Rachen hinunterrinnen und genossen den Sonnenuntergang.
Als es langsam frisch wurde, begannen wir Feuerholz zu sammeln und machten ein Lagerfeuer um das wir uns scharten. Über dem Feuer brutzelten wir Würstchen und Käsebrote und ließen sie uns schmecken. Plötzlich fing die Erde an zu zittern und zu ruckeln. Das dauerte nur ein paar Sekunden und sorgte für Heiterkeit, da kleine Beben in Chile häufig vorkommen und keinen richtig erschrecken. Zudem hatten zwei der Gruppe gewettet, ob es ein Beben geben würde, und somit hatte der eine ein Abendessen gewonnen. Plötzlich fingen aber die Handys der meisten an Sirenengeräusche zu machen. Nach dem schweren Erdbeben von 2010 wurden Warnsysteme eingeführt, um die Leute möglichst frühzeitig zu informieren. Wir erfuhren, dass es in der Nähe von Coquimbo (6 Stunden südlich von Valparaiso) ein Erdbeben der Stärke 8,4 gegeben hatte und ein Tsunami erwartet wurde.
Da machte sich doch ein bisschen Unruhe breit, man kann es fast Panik nennen. Ein paar rannten direkt davon und ließen ihre Zelte und Habseligkeiten einfach liegen. Da das Meer aber noch ganz ruhig dalag, packten wir mit einigen anderen unsere Sachen in die Rucksäcke und nahmen die Zelte in die Hand und liefen auf einen nahegelegenen Hügel. Die Hunde des Strandes erfreuten sich an den herrenlosen Würstchen und wir suchten einen Platz für die Nacht. Als wir diesen gefunden hatten, irrten wir nochmal eine gute halbe Stunde durch die Dunkelheit auf der Suche nach unseren Sachen, die wir an einer Stelle abgestellt hatten. Endlich hatten wir alles und waren alle wieder zusammen. Das Meer blieb ruhig und so machten sich einige nochmal auf den Weg runter zum Strand, um die übrigen Sachen zu holen. Sicherheitshalber blieben wir trotzdem auf dem Hügel und verbrachten die Nacht in der Nähe einer Gruppe, die Ayahuasca nahm und die ganze Zeit und Digeridoo-Geräuschen mantraartige Gesänge in den Nachthimmel entließ.
In der Nacht gab es noch einige Nachbeben aber wir waren sicher.


Als wir am nächsten Morgen aufstanden und dann nach Valparaíso zurückfuhren, bekamen wir erst mit, dass das Erdbeben ziemlich große Schäden im Norden hinterlassen hatte und der Tsunami bis nach Concon (von wo ich letztes Mal die schönen Sonnenntergangsfotos gepostet habe) kam. In jedem Fall eine aufregende Nacht!

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