Wow, wird sich
der ein oder andere denken. Ein Kurzurlaub in Los Angeles, nicht schlecht, Herr
Specht. Da muss ich aber gleich einhaken und sagen, dass es in Chile auch ein
Los Angeles gibt (wird auch auf Spanisch Los Ancheles ausgesprochen), das etwa
8 Stunden Busfahrt südlich von Valparaíso liegt. María Paz hatte am Freitag
freigenommen, und so fuhren wir Donnerstag über Nacht dorthin. Wir kamen im
Morgengrauen in der Stadt an und trafen uns zum Frühstück etwas später mit
María Paz‘ Cousine Daniela, die dort in der Region als Englisch-Lehrerin
arbeitet.
Nach dem Frühstück
fuhren wir zu dritt in den Zoo von Los Angeles. Der ist ziemlich außerhalb der
Stadt, wir mussten etwa eine Stunde mit dem Bus dahin fahren. Was cool war auf
der Fahrt: der Assistent lief durch den Bus und verschenkte Süßigkeiten. Das
war bisher das erste Mal, dass mir das hier in einem Bus passiert ist. Bei Zoo
angekommen, stellten wir erst einmal fest, dass wir fast die einzigen Besucher
waren. Außer uns war nur eine kleine Familie dort. Das war super entspannt,
denn wir hatten die Tiere ganz für uns alleine. Es gab viele Affen.
Wir liefen weiter
durch das Reptilienhaus, vorbei an den Lamas und Alpakas, die auch Futter
bekamen. Außerdem hatten sie viele Vögel, und weiter hinten auch größere Tiere,
wie Bären, Löwen und Tiger. In manchen Fällen hatte der Zoo die Tiere aus sehr
schlechten Verhältnissen gekaufen (z.B. zwei Bären aus Russland, die in einem
Zirkus Schlittschuhlaufen mussten und ziemlich gequält wurden). Man merkte ihnen an, dass sie Schäden
erlitten hatten, aber der Zoo arbeitet auch daran, die Tiere zu therapieren
oder zumindest ihnen ein würdiges Leben zu bieten.
Nach dem Tag in
der Sonne lud uns Dani am Abend noch zu sich zum Abendessen ein. Wir waren alle
ziemlich platt und gingen früh schlafen. Am nächsten Tag wurden María Paz und
ich früh abgeholt und fuhren ins Landesinnere. Dort stand heute ein Rafting auf
dem Programm. Wir beiden und ein Vater mit seiner Tochter waren im Boot und ein
Guide gab uns die Anweisungen, sodass wir unfallfrei den Fluss Alto Bío Bío (der
übrigens der ganzen Region den Namen gibt) runterfahren konnten.
Früher zählte
dieser Fluss zu den besten weltweit, um Rafting zu betreiben. Doch nachdem zwei
Firmen dort Staudämme bauten, um Elektrizität zu gewinnen, ist das Wasser
deutlich ruhiger und außerdem nur noch teilweise befahrbar.
Nichtsdestotrotz
gab es ein paar Adrenalin-Momente und die umliegende Landschaft beim Paddeln
war richtig cool, rund um den Berg Pepa. Nach insgesamt drei Stunden kamen wir
beim Campingplatz an, wo unsere Sachen waren.
Da der Bus noch nicht kam,
entspannten wir in der Spa-Hütte des Ortes und ließen uns massieren. Tiefenentspannt
ging es dann zurück nach Los Angeles.
Und nach einem
Abendessen dort und noch einem kurzen Rundgang durch die Mall, fuhr am Abend
unser Nachtbus zurück nach Valparaíso. Morgen ist es endlich soweit, und ich
habe meinen ersten Arbeitstag. Dann hat dieses entspannte Leben in Valparaíso
vermutlich erstmal ein Ende.
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