Valparaíso

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Sonntag, 4. März 2018

Kurzurlaub in Los Angeles


Wow, wird sich der ein oder andere denken. Ein Kurzurlaub in Los Angeles, nicht schlecht, Herr Specht. Da muss ich aber gleich einhaken und sagen, dass es in Chile auch ein Los Angeles gibt (wird auch auf Spanisch Los Ancheles ausgesprochen), das etwa 8 Stunden Busfahrt südlich von Valparaíso liegt. María Paz hatte am Freitag freigenommen, und so fuhren wir Donnerstag über Nacht dorthin. Wir kamen im Morgengrauen in der Stadt an und trafen uns zum Frühstück etwas später mit María Paz‘ Cousine Daniela, die dort in der Region als Englisch-Lehrerin arbeitet.


Nach dem Frühstück fuhren wir zu dritt in den Zoo von Los Angeles. Der ist ziemlich außerhalb der Stadt, wir mussten etwa eine Stunde mit dem Bus dahin fahren. Was cool war auf der Fahrt: der Assistent lief durch den Bus und verschenkte Süßigkeiten. Das war bisher das erste Mal, dass mir das hier in einem Bus passiert ist. Bei Zoo angekommen, stellten wir erst einmal fest, dass wir fast die einzigen Besucher waren. Außer uns war nur eine kleine Familie dort. Das war super entspannt, denn wir hatten die Tiere ganz für uns alleine. Es gab viele Affen.


Wir liefen weiter durch das Reptilienhaus, vorbei an den Lamas und Alpakas, die auch Futter bekamen. Außerdem hatten sie viele Vögel, und weiter hinten auch größere Tiere, wie Bären, Löwen und Tiger. In manchen Fällen hatte der Zoo die Tiere aus sehr schlechten Verhältnissen gekaufen (z.B. zwei Bären aus Russland, die in einem Zirkus Schlittschuhlaufen mussten und ziemlich gequält wurden).  Man merkte ihnen an, dass sie Schäden erlitten hatten, aber der Zoo arbeitet auch daran, die Tiere zu therapieren oder zumindest ihnen ein würdiges Leben zu bieten.


Nach dem Tag in der Sonne lud uns Dani am Abend noch zu sich zum Abendessen ein. Wir waren alle ziemlich platt und gingen früh schlafen. Am nächsten Tag wurden María Paz und ich früh abgeholt und fuhren ins Landesinnere. Dort stand heute ein Rafting auf dem Programm. Wir beiden und ein Vater mit seiner Tochter waren im Boot und ein Guide gab uns die Anweisungen, sodass wir unfallfrei den Fluss Alto Bío Bío (der übrigens der ganzen Region den Namen gibt) runterfahren konnten.


Früher zählte dieser Fluss zu den besten weltweit, um Rafting zu betreiben. Doch nachdem zwei Firmen dort Staudämme bauten, um Elektrizität zu gewinnen, ist das Wasser deutlich ruhiger und außerdem nur noch teilweise befahrbar.


Nichtsdestotrotz gab es ein paar Adrenalin-Momente und die umliegende Landschaft beim Paddeln war richtig cool, rund um den Berg Pepa. Nach insgesamt drei Stunden kamen wir beim Campingplatz an, wo unsere Sachen waren. 


Da der Bus noch nicht kam, entspannten wir in der Spa-Hütte des Ortes und ließen uns massieren. Tiefenentspannt ging es dann zurück nach Los Angeles.


Und nach einem Abendessen dort und noch einem kurzen Rundgang durch die Mall, fuhr am Abend unser Nachtbus zurück nach Valparaíso. Morgen ist es endlich soweit, und ich habe meinen ersten Arbeitstag. Dann hat dieses entspannte Leben in Valparaíso vermutlich erstmal ein Ende.

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