Valparaíso

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Mittwoch, 28. Februar 2018

Urlaub Teil 3 - Melipeuco


Nach den beiden Wanderungen in den letzten beiden Tagen, hatte ich für den nächsten Tag in Melipeuco eigentlich einen Tag zum Entspannen und Planen angedacht. Es kam jedoch anders, da ich beim Schlendern durch die Straßen eine nette, kleine Agentur fand, die Ausflüge zu den Thermalbädern von Alpehue anboten. Der Weg zu diesen Bädern führt ein Tal nach oben, und man läuft die meiste Zeit durch einen Bach. Der erste Moment, wenn man mit Schuhen und Hose im Wasser steht, ist gewöhnungsbedürftig, aber der Körper gewöhnte sich schnell daran und wir liefen los.


Insgesamt waren wir zu fünft unterwegs, der Guide Carlos zeigte uns die besten Stellen, um den Bach ein ums andere Mal zu queren. Nach etwa drei Stunden im Bach und einer kurzen Kraxelpartie waren wir beim ersten richtigen Highlight angekommen (obwohl der Weg an sich auch schon spektakulär  gewesen war): kleinen Geysiren und Fumarolen. Carlos kannte grob die Ausbruchszeiten und so kamen wir in den Genuss eines kochenden Geysirs.


Jetzt war es auch nicht mehr weit bis zu den Thermalbädern. Vor uns waren schon zwei Gruppen angekommen, aber es gab trotzdem genug Platz. Das heiße Wasser kommt von unten, und wäre eigentlich zu heiß, aber da der kalte Bach nebenan fließt, kann man sich gewissermaßen die gewünschte Badetemperatur einstellen. Badehose brauchten wir auch nicht, da eh schon die ganze Kleidung vom Hochweg nass war. Wir entspannten eine knappe Stunde und aßen auch ein paar Snacks zu Mittag.


Dann machten wir uns auf den Runterweg und nun kam das spektakulärste Stück:  Der Bach floss in diesem Teil in einer kleinen Schlucht und wir rutschten teilweise auf Steinrutschen bergab und liefen ansonsten fast mit dem ganzen Körper im Wasser. Wir sahen auch eine Fledermaus an einer der Steinwände.
Als wir die Schlucht verließen und wieder auf den alten Weg trafen, zogen wir uns um, da ab jetzt nur noch die Hose im Wasser sein würde. Es fing an zu regnen und der Weg zog sich letztlich ziemlich in die Länge. Trotzdem machte es bis zum Schluss Riesenspaß und wir kamen erst 12 Stunden nach Abfahrt wieder in Melipeuco an. Der Ausruhtag war doch recht anstrengend.


Dafür musste ich am folgenden Tag zwangsweise eine Pause einlegen, da meine Kleidung und Schuhe noch komplett durchnässt waren. Erst am Nachmittag trampte ich nach Cunco und fuhr von dort aus mit dem Bus Richtung Nationalpark Huerquehue. Leider fuhr der Bus nicht so weit und so campte ich eine Nacht am Ufer des Lago Caburgua.


Am nächsten Tag lief ich früh los, und wurde gegen Mittag von einem LKW die letzten Kilometer mitgenommen. Bei den Termas Rio Blanco begann ich den Aufstieg in den Nationalpark. Zuerst aß ich einen Happen, um die nötige Energie zu bekommen.


Ich war schon einmal hier gewesen, vor etwa drei Jahren mit María Paz (hier zum Nachlesen), aber diesmal von der anderen Seite. Etwa drei Stunden dauerte der schweißtreibende Aufstieg zum Campingplatz. Wie immer in dieser Region sah ich Araukarien.


Vom Campingplatz aus wollte ich noch zu einem coolen Aussichtspunkt laufen, aber nach etwas Laufzeit stieß ich plötzlich auf Pferde und Häuser. Ich war aus dem Nationalpark rausgelaufen, wie mir ein alter Mann erzählte. Richtig Zivilisation konnte man es aber auch nicht nennen. Der Mann erzählte mir, dass er mangels vorhandener Wege einmal pro Woche mit seinem Pferd viele Kilometer bis Pucon reitet, um dort einzukaufen. 


Mit dem Aussichtspunkt wurde es dann leider nichts mehr, da es anfing zu regnen. Ich baute schnell mein Zelt auf und kochte mein Abendessen.
Am nächsten Tag musste ich schon wieder zurück, diesmal aber auf einem anderen Weg, der wieder durch magische Wälder mit vielen umgestürzten Bäumen führte. Der Weg war auch ziemlich gestrüppig und da es leicht regnete, war die Kleidung schon wieder nass. Aber es war hauptsächlich Abstieg und so kam ich zeitig bei den Thermen an. 


Ein Stück weiter konnte ich trampen und fuhr sogar bis nach Temuco, wo ich noch einen Tag lang die Stadt kennenlernte und am späten Abend den Bus nach Valparaíso nahm. Wohlbehalten kam ich am Samstagmorgen am Terminal an und wurde von María Paz‘ Vater abgeholt.

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