Valparaíso

Valparaíso

Mittwoch, 7. Februar 2018

Süßigkeiten aus La Ligua


Vor wenigen Wochen berichtete ich in diesem Blog über die Titulationsfeier von María Paz‘ Schwester Camila (hier zum Nachlesen). Während dieser Feier kam ich mit einem Freund von Camila ins Gespräch, und fragte ihn woher er käme, worauf er „La Ligua“ antwortete. Ich hatte noch nie von La Ligua gehört und fragte nach mehr Details. Daraufhin sagte er den magischen Satz „Das ist die Stadt, aus der die berühmten Süßigkeiten von La Ligua kommen.“ Ich versuchte meine Emotion zu verbergen und fragte unauffällig, wie weit weg denn diese Stadt sei.

Die Plaza von La Ligua
Gestern saß ich also um 10 Uhr im Bus nach La Ligua. Zwei Stunden fuhren wir nach schräg rechts oben auf der Landkarte (Nordosten für Leute, die auf Landkarten nicht nach oben oder unten fahren), also ins Landesinnere. Zusätzlich zu den Süßigkeiten ist die kleine Stadt auch für Strickwaren bekannt und in den Sommermonaten findet immer die große Expo La Ligua statt. In einem riesigen Zelt findet man einen Strickwarenstand neben dem nächsten.


Zunächst musste ich jedoch meinen Hunger stillen, tat dies mit einem Empanada und einer frischen Limonade, dann konnte ich mir die Stricksachen in Ruhe anschauen. Ich hatte ursprünglich nicht vor, einen Pulli zu kaufen, denn es war ziemlich heiß und ich wollte mein Geld lieber in Süßigkeiten anlegen. Aber dann sah ich doch einen, der mir sehr gut gefiel. Ich probierte ihn an und er passte super, war aus dicker Wolle, sodass ich nach drei Sekunden schon ins Schwitzen kam. Und er kostete umgerechnet nicht mal 20 Euro, sodass ich zuschlug.


Es gab auch ein weiteres Zelt, in dem mit Pflanzen, Likören, Honig und Käse so ziemlich die gesamte Palette der hiesigen Märkte angeboten wurde. Neu für mich waren zwei Stände, in denen man Produkte aus Schneckenschleim erwerben konnte, z.B. Shampoo, Spülung, Hautcreme oder Zahnpasta. Na gut, zugegeben, letzteres ist geflunkert ;) Auch für das leibliche Wohl war gut gesorgt, es gab viele Essens- und Getränkestände. Aber wo waren die Süßigkeiten?

"Hier ist das Bier kälter als das Herz deines/deiner Ex" - praktisch bei sommerlichen Temperaturen!

Dafür musste ich mit einem Bus ins Zentrum der Stadt fahren, wo ich an der Plaza ausstieg. Ich lief eine Weile durch die Gassen und fand dann einen Süßigkeitenladen. Das darf man sich jetzt nicht so touristisch vorstellen, wie es klingt. Es war eher ein kleiner, dunkler Laden mit einer Theke, neben der sich turmhoch Kisten und Kartons stapelten. Hinter der Theke sah man dann in eine Art Küche, in der viele Leute kneteten, Bleche in Ofen wuchteten und die Süßigkeiten zusammensetzten. Die Süßigkeiten von La Ligua sind nämlich alle gebacken, oft mit Manjar, einer Art Karamellcreme zusammengesetzt. Ich kaufte einen Karton voll und noch ein paar extra zum Probieren auf dem Weg.


Der Rückweg nach Valparaíso dauerte deutlich länger als der Hinweg, da wir in den Feierabendstau gerieten und ewig lang in weniger als Schritttempo unterwegs waren. Aber ich hatte ja meine Süßigkeiten, sodass ich mich nicht allzu sehr aufregte und lieber die Landschaft genoss. Und letztlich kamen wir ja sowieso wohlbehalten in Valparaíso an.


Ein kleiner Exkurs, weil es gerade zum Thema Süßigkeiten oder süß passt. Ein paar Häuser weiter von uns wohnen im Vorhof ein paar Katzen und jetzt gibt es auch drei Katzenjunge dort. Manchmal spielen sie, und fangen den Schwanz der Mutter oder dösen einfach in der Sonne.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen