Vor wenigen
Wochen berichtete ich in diesem Blog über die Titulationsfeier von María Paz‘
Schwester Camila (hier zum Nachlesen). Während dieser Feier kam ich mit einem Freund von Camila ins
Gespräch, und fragte ihn woher er käme, worauf er „La Ligua“ antwortete. Ich hatte
noch nie von La Ligua gehört und fragte nach mehr Details. Daraufhin sagte er
den magischen Satz „Das ist die Stadt, aus der die berühmten Süßigkeiten von La
Ligua kommen.“ Ich versuchte meine Emotion zu verbergen und fragte unauffällig,
wie weit weg denn diese Stadt sei.
| Die Plaza von La Ligua |
Gestern saß ich
also um 10 Uhr im Bus nach La Ligua. Zwei Stunden fuhren wir nach schräg rechts
oben auf der Landkarte (Nordosten für Leute, die auf Landkarten nicht nach oben
oder unten fahren), also ins Landesinnere. Zusätzlich zu den Süßigkeiten ist die
kleine Stadt auch für Strickwaren bekannt und in den Sommermonaten findet immer
die große Expo La Ligua statt. In einem riesigen Zelt findet man einen
Strickwarenstand neben dem nächsten.
Zunächst musste
ich jedoch meinen Hunger stillen, tat dies mit einem Empanada und einer
frischen Limonade, dann konnte ich mir die Stricksachen in Ruhe anschauen. Ich hatte
ursprünglich nicht vor, einen Pulli zu kaufen, denn es war ziemlich heiß und
ich wollte mein Geld lieber in Süßigkeiten anlegen. Aber dann sah ich doch
einen, der mir sehr gut gefiel. Ich probierte ihn an und er passte super, war
aus dicker Wolle, sodass ich nach drei Sekunden schon ins Schwitzen kam. Und er
kostete umgerechnet nicht mal 20 Euro, sodass ich zuschlug.
Es gab auch ein
weiteres Zelt, in dem mit Pflanzen, Likören, Honig und Käse so ziemlich die
gesamte Palette der hiesigen Märkte angeboten wurde. Neu für mich waren zwei
Stände, in denen man Produkte aus Schneckenschleim erwerben konnte, z.B.
Shampoo, Spülung, Hautcreme oder Zahnpasta. Na gut, zugegeben, letzteres ist
geflunkert ;) Auch für das leibliche Wohl war gut gesorgt, es gab viele Essens-
und Getränkestände. Aber wo waren die Süßigkeiten?
| "Hier ist das Bier kälter als das Herz deines/deiner Ex" - praktisch bei sommerlichen Temperaturen! |
Dafür musste ich
mit einem Bus ins Zentrum der Stadt fahren, wo ich an der Plaza ausstieg. Ich
lief eine Weile durch die Gassen und fand dann einen Süßigkeitenladen. Das darf
man sich jetzt nicht so touristisch vorstellen, wie es klingt. Es war eher ein kleiner,
dunkler Laden mit einer Theke, neben der sich turmhoch Kisten und Kartons
stapelten. Hinter der Theke sah man dann in eine Art Küche, in der viele Leute
kneteten, Bleche in Ofen wuchteten und die Süßigkeiten zusammensetzten. Die
Süßigkeiten von La Ligua sind nämlich alle gebacken, oft mit Manjar, einer Art
Karamellcreme zusammengesetzt. Ich kaufte einen Karton voll und noch ein paar
extra zum Probieren auf dem Weg.
Der Rückweg nach
Valparaíso dauerte deutlich länger als der Hinweg, da wir in den Feierabendstau
gerieten und ewig lang in weniger als Schritttempo unterwegs waren. Aber ich
hatte ja meine Süßigkeiten, sodass ich mich nicht allzu sehr aufregte und lieber
die Landschaft genoss. Und letztlich kamen wir ja sowieso wohlbehalten in
Valparaíso an.
Ein kleiner
Exkurs, weil es gerade zum Thema Süßigkeiten oder süß passt. Ein paar Häuser
weiter von uns wohnen im Vorhof ein paar Katzen und jetzt gibt es auch drei
Katzenjunge dort. Manchmal spielen sie, und fangen den Schwanz der Mutter oder
dösen einfach in der Sonne.
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