Valparaíso

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Dienstag, 27. Februar 2018

Urlaub Teil 2 - Icalma


Von Curacautín fuhr ich also etwa 4 Stunden in einem Bus nach Icalma. Zwar ist Icalma nicht so weit entfernt von Curacautín, aber der Bus hielt überall an der Strecke und ließ Leute ein- und aussteigen. Bis dato hatte ich Icalma noch nicht auf meiner To-Do-Liste gehabt, allerdings wurde es mir von mehreren Leuten wärmstens empfohlen und ein Mann vom Hostal in Curacautín hatte sogar einen Insider-Tipp für mich: Ich sollte mit einem Boot auf die andere Seite des Sees Icalma fahren und dort bei der Terrasse aussteigen und „schöne Grüße von Frank, ich möchte hier campen“ sagen. Klang für mich erst einmal verrückt, aber um 14:30 Uhr nahm ich die öffentliche Fähre, die drei Mal pro Tag um den See fährt.


Ich stieg bei der Terrasse aus und richtete die schönen Grüße von Frank aus. So lernte ich Yanies und Pep kennen, die dort in der Nähe der Terrasse in einer Mapuche-Comunidad wohnen. Pep selbst kommt aus Spanien und ist internationaler Bergführer und arbeitet in Chile momentan an einem Projekt, um Skilanglauf in den Schulen zu etablieren. Zum einen macht das in der Gegend Sinn, da im Winter alles zugeschneit ist, aber die Idee ist auch, den Kindern eine Perspektive zu geben und für Sport zu begeistern. Ich lernte nicht nur die beiden kennen, sondern auch die vier Hunde, die mit ihnen leben.


Nachdem ich eine Nacht dort am Ufer gezeltet hatte, machte ich mich ganz früh mit leichtem Gepäck auf zum Berg Batea Mahuida (der Name ist in der Sprache der Mapuche; Batea ist so ein großes Holzblech, auf dem man Teig kneten kann und Mahuida bedeutet Berg; dieser Name ist auf seine einzigartige Form zurückzuführen, denn er sieht aus wie ein normaler Berg, dessen Spitze mit einem Messer abgeschnitten wurde).

Morgensonne hinter einem Baum. Im Hintergrund der Batea Mahuida.
Ich kam gut voran, und der Weg führte wieder durch Araukarienwälder. Je höher ich kam, desto cooler wurde auch die Aussicht auf die Vulkane der Region, sowie den See Icalma. 


Nach etwa drei Stunden kam ich am „Gipfel“ an, wobei von Gipfel zu sprechen, ist aufgrund der Form etwas lustig. Tatsächlich findet man dort ein riesiges Plateau, das vermutlich von Gletschern geformt wurde. Ich begann mit einer Umrundung des Plateaus und machte in alle Richtungen Fotos.


Insgesamt dauerte es drei Stunden, einmal das Plateau zu umrunden und die Sonne wurde stärker. Ich sah wilde Pferde und drei Kondore, die über dem Plateau kreisten. Zudem kamen mehr und mehr Autos den Berg nach oben gefahren.


Ich machte mich nach der Umrundung an den Abstieg und flitzte den Weg nach unten. Die ganzen Touristen kamen jetzt erst an, aber am Vormittag hatte ich den Berg fast für mich alleine. 


Als der Weg langweilig, heiß und staubig wurde, trampte ich bei einem herunterfahrenden Auto zurück zur Terrasse. Ich ruhte mich aus und redete dann mit Pep über die Besteigung des Vulkans Sollipulli. Zudem überredeten wir den 12-jährigen Bruder von Yanies, Daniel, uns zu begleiten. Erst war er nicht so begeistert, aber letztlich sagte er doch ja. Am nächsten Morgen erwartete uns der See in seinen schönsten Farben.


Wir frühstückten und fuhren mit Peps Auto zum Eingang des Nationalparks, in dem der Sollipulli steht. Zum ersten Mal in diesem Urlaub schien nicht die Sonne, es war neblig und regnete stellenweise sogar leicht. Wir kamen gut voran und wieder war der Weg sehr abwechslungsreich: Unten Araukarienwälder, dann Vulkangestein und weiter oben liefen wir über Schnee.


Leider hatten wir aufgrund der Wolken nicht den besten Blick. Pep erzählte mir, dass man einen beeindruckenden Blick auf den 4x6 km (!) großen Krater hat, der komplett mit einem Gletscher gefüllt ist. Zudem sieht man auch die umliegenden Vulkane. Als sich die Wolken etwas verzogen, konnte ich einen kurzen Blick in das Innere des Kraters erhaschen.


Auf der Runterweg rannten wir den Abhang herunter. Daniel, der voller Energie und Tatendrang war, filmte beim Rennen, so kam dieses etwas verwackelte Handy-Video zustande. 


Wir kamen wieder beim Auto an und die beiden fuhren mich noch nach Melipeuco. Dort verabschiedeten wir uns.

Dieses war der zweite Streich und der dritte folgt sogleich.

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