Im November
letzten Jahres war ich zuletzt mit Moritz im Nationalpark Laguna del Laja
unterwegs gewesen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Deutschland ist er jetzt
wieder in Chile und arbeitet an einem Projekt in Temuco. Nicht nur haben wir
beide 2011/12 bzw. 2012/13 im gleichen sozialen Projekt in den Anden Perus
gearbeitet, haben eine Vorliebe für Wanderungen, haben Austauschsemester in
Chile gemacht und dabei beide je eine nette Chilenin kennengelernt, sondern wir
haben auch am gleichen Tag Geburtstag. Und nachträglich wollten wir die
Geburtstage mit unseren Freundinnen feiern, indem wir in den Nationalparks rund
um Curacautin wandern wollten.
Am ersten Tag
stand das Nationalreservat Malalcahuello auf dem Programm. Diesen hatte ich
schon im Februar besucht, allerdings von einem anderen Eingang aus und damals
lag auch auf den umliegenden Vulkanen kein Schnee. So hatten wir einen lustigen
Aufstieg im Wald und konnten den ein oder anderen Blick auf den Vulkan
Lonquimay und in der Ferne den perfekten Kegel des Vulkans Llaima werfen.
Weiter oben
stießen wir auf die ersten Araukarien und auf erste Schneereste auf dem Weg. Als
wir fast schon wieder umkehren wollten, da wir den Abstieg noch bei Tageslicht
schaffen wollten, erreichten wir das letzte Plateau vor dem Ziel der Wanderung.
Dies war komplett zugeschneit und wir stapften durch den wunderbaren Schnee,
bis wir den Zielpunkt erreichten. Der Ausblick in alle Richtungen war
spektakulär und wir genossen ihn bei einem Schokomuffin.
Dann war die Zeit
für den Abstieg gekommen und wir flitzten bergab. So schafften wir es noch, den
Sonnenuntergang vom letzten Aussichtspunkt aus zu genießen und kamen unten an
der Straße an, als es gerade richtig dunkel wurde. Wir fuhren mit dem Bus
zurück nach Curacautin, wo wir eine Hütte für die drei Tage gemietet hatten.
Am nächsten Tag
fuhren wir mit einem Taxi (öffentliche Busse gibt es in der Nebensaison leider
nicht) in den Nationalpark Conguillio. Wir wanderten wieder durch
Araukarienwälder, und kamen auch an der berühmten Mutteraraukarie vorbei, die
schon seit 1800 Jahren in der Gegend herumsteht, mehrere Vulkanausbrüche mit-
und überlebt hat und knapp 50 Meter in den Himmel ragt. Mittags erreichten wir
den Lago Conguillio und machten Picknick vor einer tollen Kulisse.
Gestärkt wollten
wir noch mehr vom Park sehen und trampten auf der Ladefläche eines Pick-ups zur
Laguna Arcoiris.
Diese hat kristallklares Wasser und auf dem Grund der Lagune
liegen viele tote Baumstämme. Zudem spiegelten sich die herbstlichen Wälder auf
der Oberfläche der Lagune, ein kleiner Augenschmaus.
Wir trampten
zurück zum Eingang des Parkes und machten noch eine kleine Wanderung. Von dem
letzten Aussichtspunkt genossen wir den Sonnenuntergang, der mal wieder die
Wolken in ein tiefes Rot tauchte und die Araukarien im Gegenlicht in ihrer
charakteristischen Form zeigte. Dann war die Sonne weg und wir auch – zurück auf
dem Weg nach Curacautin.
In der Nacht war
es draußen sehr kalt gewesen und das ganze Dorf war bereift. Wir frühstückten
noch und fuhren dann zurück nach Temuco, wo wir den letzten Tag des Urlaubs
gemütlich ausklingen ließen.
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