Valparaíso

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Sonntag, 27. Mai 2018

Tag des Kulturerbes in Santiago


Dieses Wochenende fuhren María Paz und ich nach Santiago. Am Sonntag wurde der Tag des Kulturerbes (Día del Patrimonio) gefeiert und zahlreiche Museen und Kulturstätten öffneten ihre Türen für die Öffentlichkeit. Auch am Samstag gab es schon zahlreiche Aktionen in vielen Orten. Wir hatten ursprünglich geplant, das Haus von Nobelpreisträger Pablo Neruda „La Chascona“ zu besichtigen, aber dieses beteiligte sich nur am Sonntag an den Feierlichkeiten. Stattdessen gingen wir ins Viertel der schönen Künste und besuchten dort das Museo de Bellas Artes (immerhin als eine der Top 20 Aktivitäten in Chile im Lonely Planet gelistet).


Dort gab es stündlich Museumsführungen und außerdem zahlreiche Kunstausstellungen in verschiedenen Räumen. Da ich Museen allerdings meist nur so naja finde, wurde ich nicht direkt vom Hocker gerissen und in meiner persönlichen Top 20 Liste in Chile wird das Museum nicht aufgenommen werden.

Kunst
Der Fauxpas mit „La Chascona“ lehrte uns, für den Sonntag besser zu planen und so schmiedeten wir zuhause einen herausragenden Plan für den nächsten Tag. Wir durften netterweise in der Wohnung von María Paz Studienkollegen Jean Pierre übernachten, der dieses Wochenende nicht in Santiago weilte. Wir standen am nächsten Morgen sehr früh auf und gingen zu „La Moneda“, dem Äquivalent zum Weißen Haus in Amerika. Wir kamen genau an, als sie die Türen öffneten und die Schlange der Wartenden ersteckte sich bereits drei Straßenblöcke weit. Zum Glück ging es recht zügig vorwärts und wir kamen nach 1,5 Stunden an der Tür an und folgen den Besuchermassen.

Vor dem Büro des Präsidenten
Wir sahen den Raum für Pressekonferenzen, das riesige Büro der „primera dama“, der Frau des Präsidenten, unzählige Räume mit Bildern von ehemaligen Präsidenten. Außerdem Räume, die große chilenische Persönlichkeiten ehrten, wie ein Raum für die Nobelpreisträger Pablo Neruda und Gabriela Mistral, in denen Werke und Bilder ausgestellt waren. Zudem gab es Räume mit großer historischer Bedeutung, z.B. der Raum in dem der damalige Präsident Salvador Allende 1973 beim Militärputsch ermordet wurde. Alles in allem ein spannender Einblick in einen Ort, den die Öffentlichkeit normalerweise nicht zu Gesicht bekommt.

Maria Paz und ein gut erzogener Polizeihund in "La Moneda".
Draußen vor „La Moneda“ gab es Vorführungen des Orchesters des Militärs, sowie verschiedener Pferde und Reiter. Hier musste man wenigstens nicht warten.


Für den nächsten Punkt auf dem Plan mussten wir wieder ein bisschen Schlange stehen. Wir wollten den Palast von Eguiguren kennenlernen, der als Residenz für den gleichnamigen Politiker Anfang des 20. Jahrhunderts diente. Heute ist es die Fakultät für junge Köche und Tourismus einer Hochschule. Und die Studenten hatten sich ins Zeug gelegt, uns in die Zeit zurückzuversetzen, als dieser Palast bewohnt war. Die Tourismus-Studenten hielten Führungen und zeigten die verschiedenen Räume des Palasts. 


Zudem hatten sie in einem Kunstprojekt Fotos von damals und heute verschmelzen lassen, sodass man die Unterschiede der Epochen sehen konnte. Die Köche hielten am Ende der Führung eine kulinarische Überraschung bereit, bestehend aus einer fabelhaften heißen Schokolade, kleinen Desserts und verschiedenen Arten von Brot.

Ein Baum aus Schokolade und Früchten aus Marzipan. Die kleinen Nachtische links daneben bekamen wir zum Probieren, am Baum durfte man keine Äste beim Vorbeigehen abbrechen.

Außerdem konnte man sich Kleider aus der damaligen Zeit anprobieren und Fotos von sich schießen lassen, die einem dann ausgedruckt wurden. Hier verloren wir jedoch viel Zeit in der Schlange, da am Anfang jeder 27 Trillionen Selfies von sich schoss und es ewig dauerte, bis die Kleider an die nächsten weitergegeben wurden. Nach einiger Zeit merkten die Studenten das und machten ein bisschen mehr Druck. Hier ist das Resultat unseres Fotoshootings. Findige Füchse werden sicher das ein oder andere Detail finden, das in dieser Form nicht in der damaligen Zeit auf einem Foto zu finden gewesen wäre, aber es war trotzdem eine lustige Aktion.


Wir fuhren am Nachmittag zurück nach Valparaíso, das viele Schlangestehen hatte uns müde gemacht. Einen Leckerbissen habe ich jedoch noch: Ein extrem verwirrter Straßenhund, der nach einer langen Nacht aufwachte und sich plötzlich inmitten einer nicht enden wollenden Schlange erwartungsfroher Menschen wiederfand.




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