Valparaíso liegt
zwar am Meer, ist jedoch insgesamt sehr hügelig. Die Häuser verteilen sich auf
insgesamt 42 Hügel – von denen ich selbst nicht mal die Hälfte kenne. Ein
praktisches Fortbewegungsmittel sind daher die Aufzüge (Ascensores) von
Valparaíso. Die meisten von ihnen sind keine Aufzüge, die senkrecht nach oben
fahren, sondern fahren entlang des Hügels auf Schienen nach oben.
Die Ascensores
sind ein typisches Wahrzeichen der Stadt, Motiv auf den allermeisten Postkarten
und ein Muss für jeden Touristen, der die Stadt besucht. Die Fahrt ist nicht
teuer, umgerechnet kosten die meisten Aufzüge weniger als 20 Cent, sodass sie
für die tägliche Benutzung dienen.
Meine Eltern und
Schwestern waren – wir berichteten – in den letzten Wochen und Monaten vermehrt
in Chile gesichtet worden und verbrachten alle – brav nacheinander – ihre letzten
Tage in Valparaíso, sodass wir nochmal die Gelegenheit hatten durch die Stadt
zu ziehen. Diesmal lag der Fokus auf den Ascensores, und wir wollten so viele
wie möglich benutzen und dabei auch einen Eindruck der jeweiligen Hügel
bekommen.
Insgesamt sind
nur etwa 10 der Aufzüge in Valparaíso funktionstüchtig und in den beiden
Wochenenden mit der Familie fuhren wir mit fast allen einmal. Unter anderem
lernten wir den berühmten Ascensor Polanco kennen, den einzigen Aufzug, der
tatsächlich senkrecht fährt. Dafür muss man einige hundert Meter durch einen
Tunnel laufen, und findet sich dann im Erdinneren vor einer klassischen
Aufzugtür wieder, wie man sie in einem Hochhaus finden würde. Dieser fährt dann
nach oben bis zu einer Aussichtsplattform.
Neben dem Aufzug
war auch der Cerro Polanco eine positive Überraschung, es gab sehr viele
künstlerische Elemente, große Graffitis, Klaviere auf Treppen, Farben und
Tiere. Leider ist es nicht allzu sicher, sich frei auf diesem Hügel
herumzubewegen, sodass es wohl noch etwas dauern wird, bis der Tourismus diesen
Hügel erreicht. Aber so hatten wir die Höhepunkte wenigstens für uns alleine.
Jetzt kommt auch
schon der Herbst in großen Schritten ins Land und die Temperaturen sind schon
merklich gefallen. Nach der Uhrumstellung geht jetzt immer schon die Sonne
unter, wenn María Paz und ich von der Arbeit nach Hause fahren. Aber dafür
werden die Zitronen wieder billiger und von Pie de Limon, über Limonade mit
Minze, Ingwer, Basilikum oder Maracuja bis hin zu heißer Zitrone mit Honig
können wir uns die ganze Palette an Leckereien gönnen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen