Diesen Artikel
beginne ich mit einer Anekdote. Vor vielen, vielen Monaten, ja, fast schon
Jahren, waren María Paz und ich auf einem Kunsthandwerkermarkt in der Uni. An
einem Stand blieben wir etwas länger stehen und stellten einige Fragen, denn an
diesem Stand stand (wow!) die Municipalidad (Stadtverwaltung) eines kleinen
Dorfes namens Maullín, anscheinend einem El Dorado der Vogelbeobachtung. Zum
Abschied bekamen wir noch einen Magneten für unseren Kühlschrank geschenkt und
da dieser eigentlich nur mit Magneten von Orten geschmückt ist, die wir selbst
bereist haben oder die uns von Freunden mitgebracht wurde, hatten wir zwei
Optionen. Den Magneten wegzuschmeißen kam allerdings nicht infrage und so fanden
wir uns am Ende des Urlaubs in einem Bus von Puerto Montt nach Maullín wieder.
Die Eltern waren
in der vorigen Woche schon mit Nora und Corinna hier gewesen, und kannten die
besten Spots. Sie nahmen uns mit zum kleinen Straßenmarkt, auf dem wir sechs
zentnerschwere Apfelempanadas kauften, die unser Reisegepäck gut und gerne
verdoppelten. Außerdem gönnten wir uns einen Liter frisch gepressten Apfelsaft
und liefen dann zur Cabaña, in der wir für die Nacht untergebracht sein
sollten.
Für den Nachmittag
buchten wir eine Tour mit Francisco (auch der Kontakt kam über die Eltern
zustande), der uns mit auf eine kurze Fährfahrt nahm. Auf dem Weg sahen wir
Flussdelfine und schon ein paar Vogelkolonien. Die Fähre ließ uns bei einem
etwas entfernten Strand aussteigen und wir wanderten zu zwei bekannten
Vogelbeobachtungspunkten.
Da ließen wir uns auch die Empanadas schmecken (um
ehrlich zu sein, hatten wir noch viel mehr Essen gekauft, da alle Sachen auf
dem Markt so lecker aussahen und so billig waren. Reihum probierten wir uns
durch die Spezialitäten). Um zur Fähre zu kommen, mussten wir dann durch einen
Bach waten und dann ging es zurück nach Maullín.
Dort wartete Corinna
auf uns, die die letzten Tage auf Chiloe verbracht hatte. Und so buchten wir
für den nächsten und letzten Tag noch einmal eine coole Tour mit Francisco,
diesmal ging es zu einer Halbinsel ganz in der Nähe von Maullín. Die Überfahrt
erfolgte auf einem kleinen Fischerboot und dann liefen wir auf der Halbinsel
nach oben.
Dort nahm uns
Francisco mit zu den besten Aussichtspunkten der Insel, wir konnten viele – für
Vogelkenner – coole Arten beobachten und – für Nicht-so-gute-Vogelkenner - die herrliche Landschaft genießen. Die Eltern
hatten natürlich ganz viele Fragen zu den Pflanzen der Halbinsel und Francisco
versuchte, so gut wie möglich zu antworten, während María Paz, Corinna und ich
als Übersetzer fungierten.
Dann war die Zeit
in Maullín auch schon vorbei, wir fuhren mit dem Bus zurück nach Puerto Montt
und aßen dort gemeinsam zu Abend. Die Eltern wollten am nächsten Tag in
Richtung Pucón weiterfahren (erstes Abenteuer komplett ohne Übersetzer) und wir
drei nahmen am Abend den Nachtbus in Richtung Valparaíso.


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