Valparaíso

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Montag, 13. Januar 2020

Congreso Futuro in Santiago - Teil 1


María Paz und ich haben uns eine Woche Urlaub genommen, da wir in Santiago Karten für eine sehr spannende Konferenz bekommen haben – den Congreso Futuro 2020. Wir haben uns für die ganze Woche ein Zimmer in einem Hostel gebucht und warteten gespannt auf den ersten Tag. Und da dieser schon so voll mit coolen Gedanken und Ideen und Projekten aus verschiedenen Disziplinen war, wollte ich diese in einem kurzen Text zusammenfassen.


Die Konferenz begann mit einem Vortrag von Chimamanda Ngozi Adichie, der Autorin des Bestsellers „We should all be feminists“, in dem sie für Empathie gegenüber anderen Kulturen, anderen Ländern und anderen Personen plädierte. Wunderbar mit Geschichten aus ihrem eigenen Leben verwoben, legte sie uns ans Herz, zu hinterfragen was „normal“ für uns ist, und mehr Bücher und Geschichten von Menschen mit anderen Hintergründen und vielleicht auch anderen Meinungen als wir lesen.

Anschließend fand ein Block zum Thema „Teilnahme“ statt. Katherine Maher redete über Wikipedia und eine Krise des Vertrauens, die wir lösen müssen um die großen Themen unser Zeit angehen können. Ein weiterer Vortrag stellte eine Applikation vor, die es Menschen ermöglicht, einfacher zusammenzuarbeiten und auch an politischen Projekten mehr Anteil zu nehmen. Ein weiterer Vortrag einer Französin schlug ein komplett neues Wahlsystem vor, das sogar in Frankreich momentan zur Debatte steht. Hier war die Hauptidee, statt einer Stimme für einen Kandidaten, jedem Kandidaten eine Bewertung zwischen „sehr gut“ und „sehr schlecht“ zu geben. Dies würde die wahre Meinung des Volkes deutlich besser widerspiegeln und auch Probleme wie die Wahl aus vielen Kandidaten ohne Stichwahl oder die Wertlosigkeit von leeren Stimmzetteln lösen. Für mich war dies einer der interessantesten Vorträge, da er in einfacher Weise zeigt, was wir in vielen Bereichen tun müssen: Dinge hinterfragen, die wir „schon immer so gemacht haben“ und durch bessere Lösungen ersetzen. Zum Abschluss des Blocks gab es noch einen Vortrag von einem Mann, der seine Daten von Cambridge Analytica gefordert und bekommen hat und alles was damit zusammenhängt. Sehr spannend, und er empfahl den Netflix Film „The great hack“ - bei dem er auch eine Rolle hat.

Der nächste Block stand unter dem Thema „Interaktion“ und hier ging es hauptsächlich um Roboter. Von Hackathons zu neuen Sexspielzeugen, über Furhat, einem Roboter, der live vorgeführt wurde und schon sehr menschlich rüberkommt zu Nannybot, einem Vorschlag, die Aufzucht unserer Babies in die Hand von Künstlicher Intelligenz zu legen, um schlauere, nettere und glücklichere Menschen zu bekommen.


Da María Paz und ich dann tierischen Hunger hatten und die Zeitverzögerung vor und zwischen den Vorträgen die Mittagspause komplett gefressen hatte, verpassten wir einen Teil des Blocks über „Entschlüsseln“, was aber hauptsächlich Gesundheitsthemen waren und deshalb für uns nicht so spannend. Interessant war ein Vortrag, in dem über Trends in die Entwicklung von Open Source Hardware geredet wurde, also Kollaboration im Bereich von Benutzung und Weiterentwicklung von Messinstrumenten.

Es gab einen kurzen Vortrag über die Geräusche von Walen, Korallenriffen und Schiffen im Ozean und was wir daraus lernen können (eine Menge!). Nach vielen Jahren Forschung in diesem Gebiet, wird sich Melania Guerra, die Forscherin aus Costa Rica die das Thema vorstellte, nun in die Politik wechseln, um als Vertreterin der Meere stärker für deren Schutz zu plädieren.

Abschließend ging es in einer Diskussionsrunde um „Zusammenleben“, und da gab es aus Chiles Sicht natürlich viel zu diskutieren nach den Protesten der letzten Monate. Es waren vier unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema und wie sich das Zusammenleben ändern kann und muss, um in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Insgesamt war es jedoch keine politische Diskussion (alle vier Sprecher waren sich einig, dass die Proteste gerechtfertigt waren), sondern eine Ebene tiefer, wo es um die menschlichen Interaktionen, Klassendenken (sehr ausgeprägt in Chile) und Rassismus ging. Während der Diskussionsrunde hatte ich viele Gedanken und Ideen.

Zum Glück habe ich für diese ganze Woche ein kleines Büchlein dabei, in das ich alle Gedanken aufschreibe und sie so später nochmal aufgreifen kann. Denn die Dichte an Ideen ist in den Vorträgen so hoch, dass sonst viele Gedanken einfach davonfliegen würden. Morgen geht es dann weiter, und ich denke ich werde im Laufe der Woche nochmal eine Zusammenfassung schreiben.

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