Valparaíso

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Samstag, 18. Januar 2020

Congreso Futuro in Santiago – Teil 3

Der dritte Tag des Congreso Futuro begann mit dem Thema Ernährung. Marion Nestle hielt den ersten Vortrag über die Ernährungsindustrie und ihre Macht. Ihr Nachname mag zwar im ersten Moment einige Alarmglocken schrillen lassen, sie betonte aber direkt, dass sie nichts mit dem Lebensmittelriesen am Hut hätte. Sie hat sogar vor kurzem ein Buch geschrieben, in dem sie Studien zu Lebensmitteln analysiert hatte und einen enormen Einfluss der Lebensmittelindustrie besonders auf das Bild ungesunder (ultra-processed) Lebensmittel nachweisen konnte. In weiteren Vorträgen ging es um die Situation in Chile (wo erstaunlich gute Schritte im Kampf gegen Übergewicht eingeleitet wurden – z.B. dürfen keine Tiere oder Maskottchen auf ungesunden Lebensmitteln abgebildet werden, und Produkte mit hohem Zucker-, Sodium- oder Kaloriengehalt werden als solche gekennzeichnet. Im letzten Vortrag des Tages fragte Boyd Swinburn von der University of Auckland was die Probleme Unterernährung, Übergewicht und Klimawandel miteinander zu tun hätten. Die Antwort ist, dass es für alle drei Projekte Tonnen von Lösungen gibt, aber kaum welche dieser Lösungen in der Tat umgesetzt werden. Sein Team arbeitet daran, die Grundlagen zu setzen, dass – anstatt mehr Tonnen von neuen Lösungen zu suchen – die bestehenden Lösungen gelesen und umgesetzt werden.


Dann gab es eine beeindruckende Präsentation von Yascha Mounk, einem Deutschen, der als Professor in Washington Regierungen analysiert. In einfachen Worten und mit vielen Beispielen erklärte er das Konzept des Populismus, wo wir Populismus beobachten können und warum er so gefährlich ist. Weiterhin zeigte er, dass auch stabile Demokratien heutzutage schnell in die Gefahr laufen können, von Populisten überlistet zu werden und was die Ursachen für diese Entwicklung sind (wirtschaftliche Stagnation, kultureller Wandel und soziale Medien – in der Kurzform). Abschließend gab er als Außenstehender vorsichtig ein paar Tipps für die chilenische Bevölkerung, vor allem, dass man sich vor Politikern in Acht nehmen solle, die vermeintlich einfache Lösungen für die Krise vorschlagen.

Im nächsten Thema „Wertschätzen“  fiel häufig das Wort Kreislaufwirtschaft (circular economy) und regenerative Entwicklung. Eine Wasseringenieurin aus Israel zeigte, welche Maßnahmen ihr Land gegen Wasserknappheit getroffen hatte. Peter Ostojic stelle ein Projekt vor, welches in Chile alte Wasserkanäle recycelt und verbessert.

Die Nobelpreisgewinnerin Frances Arnold redete über DNA und ihre Versuche, DNA von Grund auf zu komponieren. Sie stellte innovative Lösungen vor, z.B. wie man gegen Schädlinge vorgehen könne, die immer mehr Resistenz gegen Pestizide entwickeln. Die Idee war, den Lockstoff den die männlichen Insekten produzieren, zu komponieren und über das ganze Feld zu verteilen, sodass die weiblichen Insekten komplett desorientiert viel weniger Chancen haben, sich zu reproduzieren.

Weitere Themen, die an diesem Tag behandelt wurden waren „Herausfordern“, wo es um Politik ging, „Bewohnen“, wo über die Städte der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gesprochen wurde, „Bewusstmachen“, wo es um Daten und Neurowissenschaften ging, sowie „Beitragen“, wo mehrere Experten diskutierten, wie man die Wissenschaften und die Bevölkerung enger verbinden kann.

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