Valparaíso

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Dienstag, 14. Januar 2020

Congreso Futuro in Santiago – Teil 2


María Paz und ich befinden und diese Woche auf dem Congreso Futuro in Santiago, in dem es viele Vorträge rund um Themen, die unsere Zukunft betreffen, gibt. Im ersten Block ging es heute um Heilen, und die Themen waren Altwerden und Alzheimer, Big Data in Gentechnik, sowie die Wichtigkeit mit anderen Disziplinen zusammenzuarbeiten, am Beispiel des Ultraschalls. Besonders spannend fand ich den Vortrag von Thomas Bossert, einem Harvard Professor, der eine Dezentralisierung des Gesundheitssystems vorschlug  und in welchen Bereichen diese helfen könne. Er belegte seine Behauptungen mit zahlreichen Studien, die rund um die Welt gemacht wurden.

Anschließend sprach die Ex-Präsidentin von Irland, Mary Robinson in einer 40-minütigen Präsentation über die Bedrohung und Wichtigkeit des Klimawandels. Ohne Präsentation, aber mit viel Struktur und Wissen trug sie ihre Thesen vor, und wob auch kurze Kommentare zur politischen Situation in Chile mit in ihren Vortrag ein.


Im dritten Block ging es um Information und Desinformation, vor allem um Fake News. Zwei Sachen fand ich besonders interessant. Zum einen, dass unser Bild der Welt – falls wir viel Informationen aus Sozialen Netzwerken entnehmen – sehr wahrscheinlich verzerrt ist, da unsere Freunde oder Leute denen wir folgen, mit größerer Wahrscheinlichkeit Menschen sind, deren Meinung wir teilen. Und, dass Fake News zu einer starken Polarisation führen. Da es viele Leute oder Organisationen gibt, denen ein polarisierter Staat nützlich ist, ist es so schwierig Fake News aktiv zu bekämpfen.

Vor dem Mittagessen gab es eine Diskussionsrunde über das Thema Regieren. Hier fand der Vortrag statt, der mich heute am meisten zum Nachdenken anregte. Es ging um strukturellen Wandel innerhalb eines Landes und welche Mittel man hat, um einen strukturellen Wandel durchzusetzen (Gewalt, Wahlen oder Überzeugung). Er ging besonders auf den letzten Punkt im Detail ein und zeigte an einigen Beispielen in der fernen (Christentum im alten Rom), mittelfernen (Mahatma Ghandi in Indien) und nahen (Feminismus weltweit) Geschichte, wie das vonstattengehen kann. Sehr inspirierend!

Nach der Mittagspause ging es unter anderem um Künstliche Intelligenz. Der Lateinamerika-Chef von Huawei sprach über Trends und die Zukunft in der Industrie und in unseren Leben. Der CEO der chilenischen Firma NotCo sprach über die verrückte Idee, einen virtuellen Koch zu trainieren, der Lebensmittel herstellt, die komplett vegan sind. Bisher hat die Firma NotMayo, NotMilk und NotIceCream hergestellt. Die Firma ist in Chile recht bekannt (leider noch etwas teuer), aber die NotIceCream ist der Hammer (geschmacklich!) und NotMayo hat der traditionellen Mayo schon etwas den Rang abgelaufen. Es läuft also gut bei ihnen, und die Umwelt freut sich. In einem weiteren Vortrag ging es um Künstliche Intelligenz in der Welt der Spiele, also Maschinen, die Menschen in Spielen besiegen, die selbst Spiele kreieren oder dabei unterstützen und Maschinen, die durch Spiele Phobien und Traumata behandeln können. Zum Abschluss ging es noch um Verschlüsselung von Daten. Die Projektleiterin von Microsoft sprach über Kryptographie und wie diese schon in verschiedenen Apps angewendet werden kann, z.B. kann man seinen Ort verschlüsselt an das System schicken und bekommt das Wetter für diesen Ort, ohne dass die Besitzer der App mit diesen Daten arbeiten kann.

Im nächsten Block ging es um Astronomie, die Erforschung eines Planeten, der zu 95% aus Metall besteht und die Evolution unseres Universums.  Außerdem stellte Nobelpreisgewinnerin (Physik) Donna Strickland vor, wie sie einen hochleistungsfähigen Laser gebaut hat. Und zum Abschluss ging es um Biodiversität. Zuerst um Plankton und ein gigantisches Projekt zur Erforschung des selbigen, danach um Pilze und ihre Rolle für die Menschheit (ffungi.org). Und dann um Biodiversität im Allgemeinen und welche Projekte es in Chile gibt, um die Biodiversität zu erhalten.

Es war also wieder spannend und unsere Köpfe und Bücher sind wieder gut gefüllt. Bei einem Feierabendbier mit Pizza diskutierten María Paz und ich angeregt über alles, was wir heute gehört hatte und was das für uns bedeutet. Echt eine coole und inspirierende Woche.

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