Valparaíso

Valparaíso

Samstag, 9. August 2014

Ankunft und erste Tage in Valparaíso


Kaum war das Semester in Kaiserslautern vorbei, schon begann meine Reise nach Valparaíso. Ich flog über Nacht von Frankfurt nach Sao Paolo. Zum Glück saß ich nicht zwischen zwei dicken pupsenden Männern, schlafen konnte ich aber trotzdem nicht so viel. In den frühesten Morgenstunden verbrachte ich einige Stunden in Sao Paolo und wartete auf den Flug nach Santiago. Der ging über schneebedeckte Andengipfel und das sah schon phänomenal aus.
Vom Flughafen in Santiago fuhr ich ziemlich billig mit einem Bus zum Terminal und von dort zum Terminal in Valparaíso, verlief alles reibungslos. Dann kam aber das erste kleine Problem, weil die Busse, die mich zum Hostel bringen sollten, an dem Tag streikten, und so hatte ich Glück, dass eine Schülerin, die in eine ähnliche Richtung musste, mir alles erklärte. So kam ich nachmittags entspannt aber ein bisschen müde im Hostel an. Jakob Schreiber (der auf der gleichen Schule war wie ich, und auch für ein Semester in Valparaíso ist) wartete schon und wir machten uns auf, die ersten kulinarischen Höhepunkte der Stadt kennenzulernen. Empanadas gibt es überall, aber auch sonst alle möglichen Sandwiches und Wraps auf der Straße.
Eine der zahlreichen Katzen im Hostal.
Am nächsten Tag war dann schon die Begrüßung in der Uni. Erstmal vielleicht ein paar Worte zur Uni: Wahnsinn! Sie ist knapp 200 Stufen vom Strand entfernt, thront wie Hogwarts mega beeidruckend auf einem kleinen Hügel. Es gibt im Campus einen Pool und total viele Turnhallen, Sportplätze und Cafeterien. Und man sieht von überall das Meer und die Stadt, die sich über die ganzen Hügel ausbreitet. Das kann echt was werden!
Jakob beim ersten Aufstieg zur Uni Santa María

Die Tutoren führten uns über den Campus und dann gabs noch ein paar allgemeine Tipps und Termine und schließlich als kleines Schmankerl noch viele Empanadas. Die konnte man sich gut auf den Zahn legen.
Sonnenuntergang von der Uni aus gesehen

Ich hatte auch schon viel Gelegenheit durch die Gassen von Valparaíso zu schlendern, und über all sind Graffitibilder, aber richtig gute. Und die Häuser sind fast alle bunt, also sieht schon ziemlich cool aus, auch wenn ich jetzt nicht so der Fan von Städten bin, aber das hat mich schon beeindruckt. Auch bemerkenswert sind die zahlreichen ascensores (Aufzüge), durch die man für kleines Geld schnell die Hügel nach oben fahren kann.
Graffiti

Nach zwei Tagen im Hostel war es auch an der Zeit, in unser Appartement zu ziehen. Also packten Jakob und ich unsere großen Rucksäcke und unternahmen eine kleine Odyssee durch die Stadt. Das Appartement ist nah bei der Uni. Etwas erschöpft kamen wir an, und gingen eigentlich davon aus, dass wir Geld- und Schlüsselübergabe mit den Besitzern machen würden und das Ganze schnell über die Bühne gehen würde. Aber da hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht, bzw. ohne den Mietvertrag. Der war nämlich mehrere Seiten kleingedruckt auf Spanisch und bei den meisten Punkten gab es ordentlich Diskussionsbedarf. Da gab es zum Beispiel die garantía, was wir als Kaution interpretierten. Als wir fragten, ob wir diese am Ende wiederbekommen würden, hieß es: ja, aber nicht alles. Insgesamt knapp 200 Euro würden auf jeden Fall einbehalten werden. Oder dass wir für alle Brandschäden, Erdbebenschäden und auch für Schäden, die durch terroristische Anschläge verursacht würden, verantwortlich wären. Am Ende lautete der betreffende Paragraph dann: Weder Mieter, noch Vermieter sind für Brandschäden, Erdbebenschäden oder Schäden durch Terroranschläge verantwortlich. Das kann ja was werden ;) Aber am Ende hatten wir alles zu unserer Zufriedenheit geklärt. Wir mussten nur noch quer durch die Stadt fahren, um den Vertrag vor den Augen eines Notars zu unterzeichnen, und dann wieder den ganzen Weg zurück. Es war schon dunkel, als wir endlich angekommen waren.

Am Montag geht nun die Uni los, erstmal mit einem Spanischtest und dann habe ich auch gleich die erste Vorlesung (Zeitreihenanalyse II), mal sehen wie das wird.

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