So, jetzt ist die Uni schon drei Wochen
alt, und ab heute können wir auch an unseren Kursen nichts mehr
ändern. Das heißt, ich werde mit Series de Tiempo II, Inferencia
Estadística, Optimización no-lineal und Español para extranjeros
dieses Semester bestreiten. In einem der zukünftigen Blogartikel
werde ich auch nochmal ein paar Worte zu den Kursen verlieren, aber
in der nächsten Woche werden wir die ersten kleinen Examen haben,
dann kann ich ein bisschen mehr schreiben.
Deshalb schreibe ich heute lieber über
das Wetter. Es ist ziemlich kalt und regnet viel, deshalb bin ich oft
im Haus und wärme meine Füße. Letzten Sonntag wollte ich mit
Marcia, einer deutschen Austauschstudentin dann doch mal wandern
gehen, trotz leichten Regens.
| Regen über den Cerros |
Wir standen extra früh auf und fuhren
mit dem Bus bis an den Rand der Stadt, nach Quilpué. Topmotiviert
liefen wir los, fanden auch den Weg, aber die Häuser wurden immer
verfallener und die Hunde die uns hinter den Zäunen anbellten immer
aggressiver. Und plötzlich näherten sich auch zwei freilaufende Hunde, die
uns wild anbellten und sogar in die Waden zwickten. Wir
interpretierten aus dem Verhalten der Hunde, dass wir unsere
Wanderung besser nicht weiter fortsetzen sollten. Also suchten wir
einen anderen Weg, aber auch da erwarteten uns Hunde und deshalb
ersetzten wir die Wanderung kurzerhand durch ein Stück Kuchen und
einen Kaffee.
Ein weiterer Höhepunkt stand am
Donnerstag an. Meine Tutorin Paulina und ihre Freundin María Paz
haben jeweils fünf Tutis (Tutorenkinder). Davon sind zwei aus
Deutschland, drei aus Frankreich, drei aus Kolumbien und zwei aus
Schweden.
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| Studenten aus aller Welt, in Erwartung des chilenischen Festmahls |
Wir hatten die Idee, für jedes Land einen Abend zu
organisieren, an dem ein typisches Essen dieses Landes gekocht wird.
Und am Donnerstag gings los – mit Chile. Die Tutorinnen luden uns
um 7 Uhr ein und chilenisch pünktlich um halb 10 stand dann auch das
Essen auf dem Tisch. Aber das Warten lohnte sich allemal. Es gab
Sopaipillas, leckere fettige Gebäckstücke mit Kürbis, die man mit allen
möglichen Dips und Saucen (auch Senf) essen kann und dann noch
Chorrillana, ein mächtiger Teller mit Pommes, Wurst, Fleisch, Ei
fritierten Zwiebeln und das Ganze dick mit Käse überbacken. Wir
waren alle satt und zufrieden und rollten nach Hause.
Die Rechte der beiden Fotos vom chilenischen Essen gehören übrigens Manuela Abreu aus Kolumbien.
Da aber auch in naher Zukunft ein deutsches Abendessen (wenn möglich vegetarisch) auf den Tisch muss, fingen Jakob und ich an, ein paar Gerichte zu probieren.
Da aber auch in naher Zukunft ein deutsches Abendessen (wenn möglich vegetarisch) auf den Tisch muss, fingen Jakob und ich an, ein paar Gerichte zu probieren.
| beim verzweifelten Versuch, Zutaten in leckeres Essen zu verwandeln |
Flammkuchen
(scheitert aber vermutlich daran, dass die Franzosen da einige
Widerworte finden werden), Pfannkuchen mit Pilzen, Tomaten und Käse
überbacken und zuletzt auch Kässpätzle, die allerdings ziemlich
diletantisch von uns mit einem Pfannenwender vom Plastikbrett
geschabt wurden und daher ästhetisch nicht ganz perfekt wurden. Aber
lecker. Und das ist in meinen Augen auch erstmal das Wichtigste.
| Kässpätzle mit Röstzwiebeln (Tomaten nur aus ästhetischen Zwecken) |
Heute war ich dann trotz leichten
Nieselregens auf einem großen Flohmarkt und kaufte da eine große
Flasche Inca Kola aus Peru und einen chilenischen Comic (Condorito),
den ich am Nachmittag gleich las.


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