Valparaíso

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Sonntag, 31. August 2014

Schlechtes Wetter


So, jetzt ist die Uni schon drei Wochen alt, und ab heute können wir auch an unseren Kursen nichts mehr ändern. Das heißt, ich werde mit Series de Tiempo II, Inferencia Estadística, Optimización no-lineal und Español para extranjeros dieses Semester bestreiten. In einem der zukünftigen Blogartikel werde ich auch nochmal ein paar Worte zu den Kursen verlieren, aber in der nächsten Woche werden wir die ersten kleinen Examen haben, dann kann ich ein bisschen mehr schreiben.
Deshalb schreibe ich heute lieber über das Wetter. Es ist ziemlich kalt und regnet viel, deshalb bin ich oft im Haus und wärme meine Füße. Letzten Sonntag wollte ich mit Marcia, einer deutschen Austauschstudentin dann doch mal wandern gehen, trotz leichten Regens. 

Regen über den Cerros
Wir standen extra früh auf und fuhren mit dem Bus bis an den Rand der Stadt, nach Quilpué. Topmotiviert liefen wir los, fanden auch den Weg, aber die Häuser wurden immer verfallener und die Hunde die uns hinter den Zäunen anbellten immer aggressiver. Und plötzlich näherten sich auch zwei freilaufende Hunde, die uns wild anbellten und sogar in die Waden zwickten. Wir interpretierten aus dem Verhalten der Hunde, dass wir unsere Wanderung besser nicht weiter fortsetzen sollten. Also suchten wir einen anderen Weg, aber auch da erwarteten uns Hunde und deshalb ersetzten wir die Wanderung kurzerhand durch ein Stück Kuchen und einen Kaffee.
Ein weiterer Höhepunkt stand am Donnerstag an. Meine Tutorin Paulina und ihre Freundin María Paz haben jeweils fünf Tutis (Tutorenkinder). Davon sind zwei aus Deutschland, drei aus Frankreich, drei aus Kolumbien und zwei aus Schweden. 
Studenten aus aller Welt, in Erwartung des chilenischen Festmahls
Wir hatten die Idee, für jedes Land einen Abend zu organisieren, an dem ein typisches Essen dieses Landes gekocht wird. Und am Donnerstag gings los – mit Chile. Die Tutorinnen luden uns um 7 Uhr ein und chilenisch pünktlich um halb 10 stand dann auch das Essen auf dem Tisch. Aber das Warten lohnte sich allemal. Es gab Sopaipillas, leckere fettige Gebäckstücke mit Kürbis, die man mit allen möglichen Dips und Saucen (auch Senf) essen kann und dann noch Chorrillana, ein mächtiger Teller mit Pommes, Wurst, Fleisch, Ei fritierten Zwiebeln und das Ganze dick mit Käse überbacken. Wir waren alle satt und zufrieden und rollten nach Hause.
Die Rechte der beiden Fotos vom chilenischen Essen gehören übrigens Manuela Abreu aus Kolumbien.
Da aber auch in naher Zukunft ein deutsches Abendessen (wenn möglich vegetarisch) auf den Tisch muss, fingen Jakob und ich an, ein paar Gerichte zu probieren. 

beim verzweifelten Versuch, Zutaten in leckeres Essen zu verwandeln
Flammkuchen (scheitert aber vermutlich daran, dass die Franzosen da einige Widerworte finden werden), Pfannkuchen mit Pilzen, Tomaten und Käse überbacken und zuletzt auch Kässpätzle, die allerdings ziemlich diletantisch von uns mit einem Pfannenwender vom Plastikbrett geschabt wurden und daher ästhetisch nicht ganz perfekt wurden. Aber lecker. Und das ist in meinen Augen auch erstmal das Wichtigste.
Kässpätzle mit Röstzwiebeln (Tomaten nur aus ästhetischen Zwecken)
Heute war ich dann trotz leichten Nieselregens auf einem großen Flohmarkt und kaufte da eine große Flasche Inca Kola aus Peru und einen chilenischen Comic (Condorito), den ich am Nachmittag gleich las. 

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